Freiheit

Freiheit

Sonntag, 31. August 2014

Sei gut - zu Dir selbst

Was mir gut tut:


  • mich mit anderen Leuten treffen (und nicht tagelang allein in der Wohnung hocken)
  • draußen in der Natur zu sein, spazierenzugehen, zu walken oder ein Buch lesen
  • mutig zu sein und dadurch Ängste zu überwinden, z.B. alleine ins Fitness Studio gehen oder ins Kino
  • Eigeninitiative ergreifen, z.B. Anzeige schalten um Gleichgesinnte zu treffen. Sei es für Yoga, Lesen, gemeinsam in einem Cafe etwas trinken gehen, Kino etc. Dies kann man bei Facebook, als Aushang im Bürgerhaus, Supermarkt oder Rathaus, bei der App Spontacts
  • ab und an in die Sauna gehen (lass sie doch glotzen!!). Das entspannt und unterstützt das Immunsystem
  • zur Massage oder zum Friseur oder zur Kosmetikerin gehen. Wenn ich dort rausgehe, fühle ich mich gleich besser
  • meinen Blog schreiben
  • Yoga
  • mich zur Yogalehrer-Ausbildung angemeldet zu haben, obwohl ich dort niemanden kenne und alleine hingehe (mutig sein)
  • die Schweinis zu haben, die mir schon entgegen pfeifen, wenn ich abends heim komme
  • ab und an einen VHS Kurs, über ein Thema, das mich interessiert, zu besuchen 
  • kreativ sein. Auch wenn das was rauskommt wie das Werk einer 6jährigen aussieht
  • nicht zu oft allein sein
  • manchmal schon alleine zu sein, schludrig und total faul und einfach mal nichts tun
  • mehr und mehr lernen, was es bedeutet mich selbst wertzuschätzen und dieses umzusetzen (z.B. durch o.g. Dinge)
  • mir nichts mehr von anderen gefallen zu lassen

To be continued......


Sei gut zu deinem Körper, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen
(Heilige Teresa)

Samstag, 30. August 2014

Freunde fürs Leben - Website

Ihr Lieben,

Depressionen und häufig daraus erfolgte Suizide sind ein ernstes Thema, das aber leider kaum in der Öffentlichkeit thematisiert wird. In Deutschland ist Suizid die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen unter 25 Jahren. Was für eine erschreckende Nachricht! 

Ich bin eben zufällig auf diese Seite gestoßen:

http://www.frnd.de/depression/

Diese Seite Freunde fürs Leben liefert viele Infos über das Thema Depressionen und Suizid. Wenn ihr selbst betroffen seid oder Freunde habt, die betroffen sind, findet ihr dort Telefonnummern, an die ihr euch wenden könnt, wenn ihr nicht mit Eltern oder Freunden reden könnt bzw. wollt. 

Ich weiß, dass es nicht einfach ist sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe benötigt. Ihr seid weder schwach, noch stellt ihr euch zimperlich an oder laßt euch hängen. Wenn ihr befürchtet an einer Depression erkrankt zu sein, weil das Leben für euch nicht mehr bunt ist, sondern grau und trist, dann sucht Hilfe und nehmt sie in Anspruch. Egal, ob es erstmal anonym über die Telefonseelsorge ist, bei Freunden oder einem Arzt/Ärztin, der/dem ihr vertraut. 

Ich selbst habe auch lange gezögert, um Hilfe zu suchen. Bis ich dann letztes Jahr im Juni gar nicht mehr anders konnte. Ich bin dann zu meiner Hausärztin gegangen, weil ich mit ihr schon immer sehr gut reden konnte. Obwohl ich dann erstmal auch nicht geredet, sondern nur noch geweint habe. 

Der Sturz war tief und der Aufprall noch viel härter. Ich lecke noch immer meine Wunden und versuche aus dem tiefen Loch herauszukommen. Es ist ein Kampf, aber es lohnt sich zu kämpfen, auch wenn es momentan vielleicht für euch nicht so aussieht. Sucht euch Hilfe! Das ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung. 

Wenn ihr Zahnschmerzen habt, geht ihr auch zum Zahnarzt. Bei psychischen Problemen geht man halt zum Therapeuten. 

Liebe Grüße und IHR SEID NICHT ALLEIN!!!



Am 10.09. ist Welt-Suizid-Präventionstag. Und ich nominiere hiermit JEDEN, der ein paar Euro im Monat entbehren kann, mitzuspenden. Ihr müsst euch dafür keinen Eimer mit Eiswasser überkippen, auch nicht dabei filmen und online stellen, sondern lediglich eine Überweisung oder am besten Dauerauftrag ausfüllen. 


Ich hab ein pulsierendes Leben von R. M. Rilke

“ Ich lieb ein pulsierendes Leben, 
das prickelt und schwellet und quillt, 
ein ewiges Senken und Heben, 
ein Sehnen, das niemals sich stillt.
Ein stetiges Wogen und Wagen 
auf schwanker, gefährlicher Bahn, 
von den Wellen des Glückes getragen
im leichten, gebrechlichen Kahn ….
Und senkt einst die Göttin die Waage, 
zerreißt sie, was mild sie gewebt, -
ich schließe die Augen und sage: 
Ich habe geliebt und gelebt! ”

— 
Rainer Maria Rilke

Freitag, 29. August 2014

Mein Traum (von einem Leben)

Vor ungefähr 2 Monaten fragte mich am Rande einer Konferenz jemand, was ich tun würde, wenn ich tun könne, was ich wolle. Ich sollte mal drüber nachdenken. 

Das musste ich gar nicht. Denn das weiß ich. Ich würde kündigen, meine sieben Sachen packen und die Welt bereisen. Arbeiten für Kost und Logis. Frei sein. Oder zumindest was ich mir unter Freiheit vorstelle.

Ich will nicht nur am Strand rumliegen und faulenzen, Nein, ich will auch arbeiten. In einem Magazin habe ich von einem Ehepaar gelesen, das auf einer karibischen Insel ein kleines Hotel aufgebaut hat und nun seit einigen Jahren führt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen dort zu arbeiten. Auch egal, wenn ich dort Betten beziehe, Geschirr wasche oder Kellnerin bin. Und dann nach 2-3 Monaten, je nach Visabestimmung, weiterziehe. 

Bisher lese ich nur viele Reiseberichte und bewundere die Autoren für ihren Mut. 
In dem Buch Journeyman von Fabius Sixtus Körner schreibt er über seine mehr als 2 Jahre andauernde ,Walz', obwohl er Grafikdesigner und Innenarchitekt ist. Wer gerne Reiseberichte liest, dem kann ich das Buch nur empfehlen. Ich saß auf meinem Balkon, las dieses Buch und fühlte mich glücklich und frei. Obwohl ich nur gelesen habe, setzte alleine die Vorstellung davon, wenn ich so etwas tun würde, Glücksgefühle bei mir frei. 

Aber ich traue mich nicht. So mit Erna im Schlepptau. Würde ja auch irgendwie blöd aussehen. Ich mit ner fast 90jährigen und ner Katze mit schweren Knochen unterwegs. 

Fakt ist leider, dass ich wirklich Angst davor habe. Mein Psychiater sagte gestern, dass wäre halt mein Krankheitsbild. Und wie immer, ich müsse Geduld haben. Aber ich will keine Geduld mehr haben. Ich will weg. Aber meine ängstliche Seite will hier in der Komfortzone bleiben, wo alles bekannt und ,,sicher" ist. 

Aber vielleicht ist die Angst auch begründet und ist gar nicht die krankhafte Angst, sondern die gute und hütet mich davor einen riesigen Fehler zu machen, indem ich hier alles übern Haufen werfe und gehe. Vielleicht bin ich schon auf dem richtigen Weg, dem der für mich passend ist. Und ich einfach nur eine falsche Vorstellung von mir habe. So mutig und kühn und die Welt erkundend. Ich bin nun mal leider keine motorradfahrende, toughe Lara Croft, die aus jeder brenzligen Situation unbeschadet herauskommt. 

Vielleicht sollte ich mich einfach damit zufriedengeben, womit sich die meisten anderen in meiner Umgebung auch zufriedengeben. Ein Partner, Häuschen mit Garten, morgens geht's zum Job, abends kommt man kaputt nach Hause, guckt zusammen fernsehen, ißt und geht gemeinsam zu Bett. Jeden Tag der gleiche 0815 Alltag. 1x im Jahr bricht man aus und fliegt zusammen in Urlaub. Am besten in ein Land, in dem alle Leute, die vom Tourismus leben, auch deutsch sprechen. 
Man ruiniert sich nebenbei die Gesundheit und wenn man zu Rentenbeginn endlich ,frei' ist, ist man oft körperlich und gesundheitlich nicht mehr in der Lage es zu genießen. Aber so ist das nun mal. Das Leben. (Wie gut, dass das jetzige nur der Probelauf ist. Das eigentliche, richtige Leben kommt ja erst noch). 
Das würde mir Sicherheit geben und vielleicht würde durch diese Sicherheit meine Angst verschwinden. 

Nur warum fühle ich mich, als wäre ich schon tot, wenn ich mir das nur vorstelle. Allein dieser Gedanke daran, dass das alles ist, was ich noch vom Leben zu erwarten habe, weckt in mir eine große Traurigkeit und Resignation. Das ist für mich Dahinvegetieren. Schlafwandeln und auf den Tod warten. 

Nur andererseits denke ich, nun sei mal nicht so überheblich und mach mal langsam. Es ist doch ok so ein Leben zu führen. Millionen Menschen leben so ein Leben und sind, zumindest augenscheinlich, zufrieden. Warum also du nicht. Denkst du, du bist etwas besseres? Hast was besseres verdient? Vielleicht verbringe ich einfach zuviel Zeit in meinen Tagträumen und sollte langsam realistisch werden. Das Leben ist halt kein Wunschkonzert. 

Wo kämen wir denn da hin..... Wenn jeder auf sein Herz hören würde, seinem inneren Wesen entsprechend lebt, so,wie es ihn zufrieden macht. Und nicht wie er andere zufrieden stellt. Seiner inneren positiven Stimme lauscht, dieser folgt und tatsächlich glücklich wäre. Wie viele arbeitslose Psychiater, Therapeuten und Pharmazeuten es dann gäbe. Die könnten sich dann bloß noch alle gegenseitig therapieren und Medikamente verteilen. Die Armen. 

Ich meine, natürlich will ich auch wieder einen Partner haben, gerne auch ein kleines gemütliches Häuschen mit Wildwuchsgarten, in dem meine zukünftigen Hunde tollen. Aber ich möchte jemanden, der mit mir die Welt bereist. Mit mir surfen geht. Yoga macht. Der mein verrücktes Gegenstück ist (nicht im psychologischen Sinn). 

Mein Traum von einem Mann wäre jemand wie der Extrem-Sportler Travis Pastrana. Der verrückte Stunts macht, Fallschirm springt und mich aus meinem Trott rausreißt (ja, ich weiß - wach auf, Dornröschen, WACH AAAUUUF!!!! Aber hey, es ist mein TRAUM!).

Man sagt, ,geh, wohin dein Herz dich führt'. Aber mein Herz spricht seit dem Kontaktabbruch mit M. nicht mehr mit mir und ich weiß nur auf Grund der gelegentlichen Herzrhythmusstörungen, dass es noch da ist. Und nu?

Warum bekam ich keinen Lebensplan mit in den Brutkasten gelegt? Auf dem mit verschieden farbigen Filzmarkern versehen wurde, wo ich wann abzubiegen und welchen Weg zu nehmen habe. Den Weg natürlich, der mich am zufriedensten macht. Wenn schon Plan, dann auch richtig. 

Um es mit den Worten von Hermann Hesse zu sagen:
„Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?“

Gute Frage. Warum ist es so schwer der inneren Stimme zu folgen. Wahrscheinlich, weil wir sie in unserem überlasteten Alltag gar nicht mehr hören. Oder hören wollen. Denn dieser zuzuhören und anzunehmen, ist nur mit noch mehr Arbeit verbunden. Arbeit, die uns aus dem Trott herausholt und zu dem Leben führt, das auch ein Leben ist. Eines, das gelebt wird und nicht geschlafwandelt. 

Ich vermute mal, um es wirklich rauszufinden und innerlich Frieden zu erlangen, werde ich es wohl darauf ankommen lassen müssen, Erna einpacken und mich auf die Reise begeben. 

Nächstes Jahr. Oder so.....

Lied Au revoir von Mark Forster feat. Sido

In diesem Haus, wo ich wohn
hier ist alles so gewohnt,
so zum Kotzen vertraut
man jeder Tag ist so gleich
ich zieh runden durch mein Teich
ich will nur noch hier raus

Ich brauch mehr Platz und frischen Wind
ich muss schnell wo anders hin
sonst wachs ich hier fest
Ich mach nen Kopfsprung durch die Tür
ich lass alles hinter mir
hab was großes im Visier
Ich komm nie zurück zu mir

Es gibt nichts was mich hält au Revoir
vergessen wer ich war,
vergess meinen Namen
Es wird nie mehr sein wie es war
ich bin weg Oh Oh (Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah
(Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah aaah aaah

Auf Wiedersehen, auf kein
Ich habe meine Sachen gepackt ich hau rein
Sonst wird das für mich immer nur diese Traum bleiben
Ich brauch Freiheit, ich geh auf Reisen
Ich mach alles das was ich verpasst hab
Fahr mit nem Gummiboot bis nach Alaska
Ich spring in Singapur in das kalte Wasser
Ich such das Weite und dann tank ich neue Kraft da

Ich sehe Orte von denen andere nie hörten
Ich fühl mich wie Humboldt oder Steve Irwin
Ich setze mich im Dschungel auf den Mayathron
Auf den Spuren von Messner, Indiana Jones
Der Phönix macht jetzt nen Abflug
Au Revoir meine Freunde machts gut
Ich sag dem alten Leben Tschüss
Affe tot Klappe zu,
wie die Kinder in Indien ich mach nen Schuh

Es gibt nichts was mich hält au Revoir
vergessen wer ich war,
vergess meinen Namen
Es wird nie mehr sein wie es war
ich bin weg Oh Oh (Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah
(Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah aaah aaah

Es gibt nichts was mich hält au Revoir, au Revoir, au Revoir
Es wird nie mehr sein wie es war
ich bin weg Oh Oh (Oh Oh) au Revoir
Au Revoir aaah
Au Revoir, Au Revoir aaah aaah aaah

Freitag, 22. August 2014

Ich verzeih dir

ich verzeih dir, dass du hübsch bist und nicht schön

ich verzeih dir, dass du klug bist und nicht intelligent

ich verzeih dir, dass du nicht schauspielern kannst und du nie einen Oscar erhalten wirst

ich verzeih dir, dass du nicht tanzen kannst und niemals eine Balletttänzerin aus dir wird

ich verzeih dir, dass du du bist und nicht die toughe, super intelligente, kickboxende Frau, vor der jeder Respekt hat, aus deinen Tagträumen

Ich verzeihe dir, dass du oft lieber liest, als mit anderen zu sprechen


ich verzeihe dir, dass du dich einsam fühlst und nicht weißt das zu ändern

ich verzeihe dir, dass du dich für seltsam hältst und du dich so niemandem antun willst, weil eh dann niemand bei dir bleibt

Ich verzeihe dir, dass du verwirrt bist und deinen Weg noch nicht gefunden hast

ich verzeihe dir, dass du Hausarbeit hasst und man bei dir nicht vom Fußboden essen kann

ich verzeih dir, dass du ein Mensch bist und Fehler und Schwächen hast

ich verzeih dir, dass du noch nicht den richtigen Mann gefunden hast, obwohl die Zeit verrinnt


ich verzeih dir, dass du Kinder magst, aber du Zweifel hast, ob du selbst eine gute Mutter sein kannst

ich verzeih dir, dass du Kinder willst und dann doch wieder lieber nicht

ich verzeih dir, dass du dir nicht selbst helfen kannst, egal was du versuchst

ich verzeih dir, dass du oft traurig bist und schwermütig und du nicht weißt warum

ich verzeih dir, dass du unvollkommen und nicht vollkommen bist


ich verzeih dir, dass du Sekretärin und keine Ärztin bist und dich deswegen klein fühlst

ich verzeih dir, dass du trotzdem krank wurdest, obwohl du nicht den Stress einer Ärztin hast


ich verzeih dir, dass du durchschnittlich und in deinen Augen nichts besonderes bist

ich verzeih dir, dass du nie etwas herausragendes oder wirklich sinnvolles für die Welt beitragen wirst und somit nie den Nobelpreis erhältst

ich verzeih dir, dass du Tabletten nehmen musst, damit du die Angst und Traurigkeit nicht mehr so sehr spürst

Ich verzeih dir, dass du halt du bist und immer du sein wirst

ich verzeih dir, dass du einfach so rot anläufst, obwohl du nicht gelogen hast 


ich verzeihe dir, dass du Zeit brauchst und nur mit Minischritten vorankommst, obwohl du 

ungeduldig bist

ich verzeih dir, dass du richtig krank wurdest, obwohl du nur um eine Grippe gebeten hattest

ich verzeih dir, dass du Hilfe anderer Leute benötigst, obwohl du doch allen zeigen willst, dass du alleine klarkommst. Du, das von Oma so verwöhnte Einzelkind.

ich verzeih dir, dass dir die Tränen kommen und die Stimme bricht, wenn du wütend bist

ich verzeih dir, dass Erna evtl. doch länger bleibt als bis November, weil du noch mehr Zeit brauchst

ich verzeih dir, wenn du anderen, selbst wenn sie es nicht verdient haben, doch irgendwann verzeihst, um Frieden zu finden


ICH. VERZEIHE. DIR.

Donnerstag, 21. August 2014

Eine Busfahrt, die ist lustig. Eine Busfahrt....

...die ist schön... la la la la la....

Heute war ich bei einer guten Bekannten, die ich aber leider seit ca. zwei Jahren weder gesehen noch gesprochen hatte. Letzte Woche hatte ich sie dann nochmal am Telefon und wir haben uns recht spontan verabredet. Also habe ich heute die ,,weite" Reise auf mich genommen und bin zu ihr gefahren. Mit dem Bus. Was ja nix neues für mich ist. 

Zuerst war ich noch ganz positiv gestimmt, genoss die vorüberziehende Landschaft und den Sonnenschein. Ich sah es als kostenlose Sightseeingtour an durch Orte gefahren zu werden, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Und da ich täglich mit dem Bus fahre, dachte ich nur, das wird schon gehen. Denkste.... Ich vergleiche ab heute nie mehr eine 15minütige Busfahrt mit einer die 1,5 Stunden andauert. 

Nach ungefähr 30 Minuten tat mein Steißbein weh und mir schlief der Hintern ein (ja, das gibt's wirklich). Dann fing mein Rücken an Zicken zu machen und letztlich schmerzte auch noch mein Nacken. Was soll ich sagen - werde halt auch nicht jünger, ne. 

Während der Strecke schien ich mal schnell in eine Zeitkapseln geklettert zu sein und mir nichts dir nichts 30 Jahre zu altern. Ich spürte jedes Zipperlein. Je weiter wir fuhren und je älter ich wurde, desto unleidlicher wurde ich und desto blöder erschienen mir die anderen Fahrgäste. Hatte der Bengel vor mir noch nie etwas von Seife gehört. Und konnte der ungehobelte Busfahrer nicht wenigstens leiser telefonieren. Und wenn schon telefonieren, dann bitte in Deutsch, damit ich dem Gespräch folgen konnte. Und er sollte mal für Zucht und Ordnung in seinem Bus sorgen und diese frechen, jungen Dinger, angezogen wie Dirnen, des Busses verweisen. 

Als ich dann endlich, endlich an meinem Zielort ankam, stand der Mond hoch am Himmel, ein Käuzchen schrie und eine Fledermaus stieß im Sturzflug zu mir hinab.

Nee, Quatsch :-) Aber es kam mir vor, als hätte ich eine Tagesreise hinter mir. Nicht auszudenken, ich wäre im Mittelalter geboren und hätte solche Strecken mit der Kutsche, oder noch schlimmer, zu Fuß zurücklegen müssen. 

Nach gefühlten 5 Stunden kam ich dann endlich an und wie versprochen stand meine liebe (nennen wir sie Lucy) Lucy am Busbahnhof und holte mich ab. Da ich aber meine Kontaktlinsen nicht anhatte 
und ich mich äußerlich auch sehr verändert habe seit dem letzten Treffen, wären wir fast aneinander vorbeigelaufen. Ist aber nochmal gut gegangen. 

Wir haben dann, typisch Frauen, ohne Punkt und Komma direkt angefangen zu quatschen und die nächsten Stunden auch nicht damit aufgehört. Zwischendurch sind wir noch mit ihrem süßen, quirrligen Hund, einem Jack Russell Terrier, spazierengegangen. Dabei habe ich wieder einmal bemerkt, wie sehr ich es doch vermisse einen Hund zu haben. So ein pfiffiges Kerlchen macht einfach Spaß. Und ich wünsche jedem Kind, dass es mit Tieren groß wird, denn ansonsten missen sie wirklich etwas. 

Es gibt wirklich Menschen die keine Tiere mögen. Solche Leute sind mir zutiefst suspekt. Kann ich nicht nachvollziehen. Wie kann man keine Tiere mögen?!?! Ich finde, dass zu einer glücklichen Kindheit auch Tiere gehören. Mit all der Verantwortung, die das nunmal mit sich bringt. 

Der Spaziergang mit Hund und auch die Gespräche mit Lucy haben mir sehr gut getan und ich hatte heute einen wirklich schönen Tag. Zum krönenden Abschluß gab es Pizza und natürlich noch mehr Gespräche :-)

Glücklicherweise hat Lucy ein Auto und hat mich nach Hause gefahren. Mein Hintern und ich danken es ihr sehr.

Ich hoffe, wir werden uns bald wiedersehen und nicht wieder zwei Jahre bis zum nächsten Treffen vergehen lassen. 

Wie sagt man so schön: 


Freunde sind Menschen, die einen mögen, obwohl sie einen kennen.....

Sonntag, 17. August 2014

Kreativtage - Ton und Töne

Gestern und heute besuchte ich einen Kurs zum Thema Arbeiten mit Ton zu Musik, daher der Titel Ton und Töne. Wir waren eine Gruppe von fünf Frauen plus die Kunsttherapeutin, die den Kurs leitete. Ich war bereits letztes Jahr bei ihr zur Kunsttherapie und war auf der E-Mail-Liste, für diesen und weitere Kurse in diesem Jahr, die letzte Woche versendet wurde. Ich habe mich kurzfristig zur Teilnahme entschlossen, obwohl ich mir den Kurs eigentlich momentan gar nicht leisten kann. Aber der Gedanke ein kreatives Wochenende zu verbringen und auch neue Leute kennenzulernen, war zu verlockend, als dass ich dies ungenutzt verstreichen lassen konnte.

Nun, ich mag zwar mit Worten einigermaßen kreativ umgehen können, im Gestalterischen bin ich nicht so begabt. Mein sitzender Buddha sieht aus wie ein Gartenzwerg und mein Werk hat auch mehr Ähnlichkeit mit dem einer 6jährigen, als mit dem einer Erwachsenen. Aber die Erschaffung hat Spaß gemacht und nur darauf kommt es an. Dass ich als Maler oder Töpferin, würde ich meinen Lebensunterhalt davon bestreiten, schon bald am Hungertuch nagen würde, ist mir klar. Aber um meine neue Berufswahl ging es ja glücklicherweise nicht. 

Nach der Vorstellrunde ging es auch schon los. Am Anfang tat ich mich recht schwer und ich kam weder in den Rhythmus der Musik noch sprach der Ton zu mir, was er denn gerne werden möchte. 
Also wurde er eine runde Kugel. Der verpasste ich zu guter Letzt noch ein Loch und nannte sie ,,Das Ganze - nur mit Loch". Da sie aber so alleine war, gesellten sich nach und nach noch zwei weitere Kugeln, kleinere diesmal, dazu. Weiterhin verpasste ich allen Kugeln zu dem Loch auch noch ein individuelles Muster. Da ich das Meer liebe, habe ich auch noch Wellen aus Ton dargestellt (nicht so einfach wie es sich anhört) und nannte alles ,,Das unvollkommene Ganze 3.0 - nur mit Loch, aber im Flow". Die Kugeln stehen dabei als Ganzes, unvollkommenen sind sie, weil sie, durch ihre Muster und die Löcher, von anderen Kugeln abweichen und somit nicht der Norm entsprechen. Im Flow sind sie dennoch, weil sie auf der Welle reiten.

Während des Kurses sind bei mancher Teilnehmerin teilweise sehr starke Gefühle aufgetreten, nicht selten flossen Tränen bei der Entwicklung oder der Vorstellrunde der Stücke. Ich war bei der letzten gestrigen Vorstellrunde daher sehr erschöpft. Auch wenn bei mir keine Tränen geflossen sind, hat mich die Atmosphäre doch mehr aufgewühlt, als ich dachte. Ich bin zu Hause auch direkt ins Bett, hab noch ein paar Folgen TBBT geguckt, um auf andere Gedanken zu kommen und bin recht früh eingeschlafen. 

Heute Morgen war ich daher sehr früh wach. Da aber Sonntag ist, bin ich im Bett geblieben und nicht schon um 6.30 Uhr aufgestanden, sondern habe stattdessen vor mich hin gedöst.
Gegen acht Uhr bin ich dann aufgestanden, habe mir heißes Wasser gemacht und mein seit kurzem allmorgendliches Heißgetränk zubereitet (Ingwer und 2 Limettenscheiben übergossen mit heißem Wasser). Während mein Getränk abkühlte, habe ich schon begonnen verschiedene Yogaübungen zu 
machen, um den Tag zu begrüßen. Danach noch meine täglichen 5 Minuten Meditation mit einem 
Mantra und ich war äußerst beschwingt und bereit für den Tag. Ich habe Radio gehört, ein wenig sogar mitgetanzt, gefrühstückt, die Schweinis gefüttert, mich aufgehübscht und ab ging's.

Eine Frau aus meinem Kurs, die nicht so weit von mir entfernt wohnt, hat mich mitgenommen, sodass mir die aufwendige Bus- und Zugfahrt erspart blieb. Während der Autofahrt verwandelte sich meine 
Lebendigkeit aber in eine bleierne Müdigkeit und als ich beim Kurs ankam, hätte ich schon wieder schlafen können. Hatte diese kurzzeittige Vitalität am Morgen schon mein Kräfterepertoire für heute  
aufgebraucht?! Während der morgendlichen ersten Vorstellrunde schien es so. Ich war müde und absolut lust- und ahnungslos, was ich heute noch erstellen könnte. 

Aber sobald die Meditationsmusik anfing, fühlte ich mich so wohl, dass ich meine Schuhe auszog und mit nackten Füßen auf dem Holzboden stand, mit der Musik mitsummte und anfing mein Werk zu vollenden. Ich gab meinen einzelnen Elementen einen gemeinsamen Boden, einen Halt. Darauf kam noch mein Handabdruck, um dort etwas zu hinterlassen, was, egal was auch kommt, sich nicht 
ändern wird. Fingerabdrücke bleiben bestehen. Ein Leben lang. Hinzugefügt habe ich auch noch das Schriftzeichen Om, da ich immer mehr das Bedürfnis habe, mich als Yogalehrerin ausbilden zu lassen. 

Ein leichter Schutzwall, nicht hoch und an manchen Stellen so niedrig, dass man locker darüber steigen kann, umgibt das Ganze. Der Titel ,Happy Taleju - als Ganzes und im Flow" rundete mein Werk ab. Ich habe auch nichts mehr daran geändert und konnte in der restlichen Zeit die Musik auf mich wirken lassen, ohne aber weiterzuarbeiten. Es war komplett so. Fühlt sich richtig an. Rund. 

Teilweise war ich bei der ersten heutigen Schaffensphase so in mir selbst, dass ich gar nicht mehr dort oben in diesem Dachatelier war, sondern hier Zuhause in meinem pinken Zimmer. Nur nicht ausgestattet mit Gästebett und Schrank, sondern mit einem großen Tapeziertisch, den ich als Unterlage für mein künstlerisches Schaffen benutze. Ich hab mir in einem Tagtraum mein eigenes, kleines Atelier geschaffen. Fühlte sich sehr gut an.



Das Haus, oder eher gesagt, diese alte Villa, in dem der Kurs 
stattfand, hat mich so begeistert und in seinen Bann gezogen - hätte ich dort einziehen können, hätte ich es wohl gemacht. Tolle hohe, mit Stuck verzierte Decken. Raumhohe Fenster. Alter Parkettboden. Einfach soviel Charme, es ist unglaublich. Toller wildwuchs Garten dabei, in dem gestern und heute Bildhauerei Kurse stattfanden. Es ist eine tolle Atmosphäre in diesem Haus und jedesmal, wenn ich dieses Gebäude betrete, fühle ich mich wohler. 

Hätte ich ausreichende finanzielle Mittel, wäre ich schwer in Versuchung es zu kaufen. Ich würde einige Zimmer an Künstler vermieten, so dass immer Leben im Haus ist und einige Räume für mich privat behalten. Dort zukünftig dann Yogaunterricht für Jung und Alt anbieten. 

Ich sehe mich schon regelrecht auf dem Parkettboden sitzen, meine Asanas ausführen, während das Sonnenlicht durch die hohen Fenster fällt. Ein anderes geistiges Bild erscheint auf dem ich, in ein farbbekleckertes graues langes Hemd gehüllt, vor einer Staffelei bin und zu dröhnender Musik wild, wie ein verrückter Wissenschaftler, vor meinem Bild rumhüpfe und meiner Kreativität und Gefühlen einfach freien Lauf lasse. Aus mir raus gehe. Mich nicht mehr schäme und nichts zurückhalte. 

Ach, was wär das schön.......