Freiheit

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Samstag, 21. Februar 2015

Die letzten Tage in Oz: 26.01. - 31.01.2015

Die Zeit rast nur so vorbei und nun ist fast Ende Februar und ich hatte auf Grund Jetlag, wieder Einfinden in die Arbeit, Trauer über das Verlassen Australiens usw. usw. einfach nicht die Muße wieder etwas zu schreiben. 

Nun war ich heute schon sehr früh wach, hab mich für meinen Wochenendeinkauf zum Edeka begeben und zwei große volle Taschen heimgeschleppt. Schweinis sind versorgt und mampfen genüßlich ihren Eisbergsalat. So habe ich nun Zeit über meine letzten Wochen zu berichten. 

In der letzten Woche in Australien ging es mit meiner Laune und Befindlichkeit leider wieder bergab. Die Albträume waren als erstes wieder da. Dann folgten die Angstsymptome (Magenprobleme, Schwächegefühl in den Armen) und auch das Nasenbluten kam wieder. 

Hab trotzdem versucht das Beste aus meiner letzten Woche herauszuholen. Der 26.01. war Australia Day und ist somit wahrscheinlich der höchste Feiertag der Australier. Der wurde natürlich auch von uns entsprechend gefeiert. Da das Wetter morgens/vormittags noch nicht recht mitspielte, sind wir im Garten geblieben und nicht an den Strand gegangen. Nach und nach trudelten alle ein, der BBQ Grill wurde angeschmissen, die ersten alkoholischen Getränke (hab meine Vorliebe für Cider entdeckt) verteilt und in entspannter Runde zusammengesessen. 
Es war ein wirklich schöner Tag, mit netten Leuten, Musik und gutem Essen. Alle hatten sich in irgendeiner Form ,australisch' angezogen. Ich hatte mein I❤️Australia-Shirt an, das ich eigens dafür gekauft habe. Nur für die Shorts war es etwas zu frisch. Ab mittags kam aber auch endlich die Sonne raus und feierte mit uns um die Wette. 

Ich habe noch nie gesehen, dass in Deutschland der 3. Oktober so in quasi jedem Haushalt zelebriert wird. Daher fand ich es besonders schön, dass ich den Australia Day noch miterleben konnte. 

Diese letzte Woche verging wie im Flug und für meinen letzten Tag hatte ich mir daher eine besondere Tour gebucht. Eine Surftour!! In 2006 habe ich es nicht ausprobiert und das wollte, nein MUSSTE, ich nun einfach nachholen. Für mich ist Surfen einfach mit einem besonderen Lebensstil und Lebensgefühl verbunden und beidem bin ich sehr zugetan. 

Am Donnerstagmorgen bin ich dann also mit Micha los, um uns dem Abenteuer zu stellen. Rye, unser Surfguide (sooooo süß <3) holte uns in Melbourne ab und los ging's nach Turquoise. In dem Headquarter der Surfschule trafen wir dann auch die anderen Teilnehmer. Surfboards und Wetsuits eingepackt und los ging's auf der Suche nach den perfekten Wellen für uns. 

Als wir dann unseren Strand entdeckt hatten, bekamen wir unsere Wetsuits, die nicht wirklich vorteilhaft an einen aussehen. Fühlte mich ein wenig wie eine Seekuh. 

Rye gab uns eine Einweisung, dann folgten Trockenübungen und los ging's. Er erzählte auch, dass an eben jenem Strand zwei Wochen vorher drei Mädels von seinen Kollegen gerettet werden mussten, da sie in die Strömung gerieten und durch diese weit rausgezogen wurden. 

Ich muss gestehen, dass sich Erna in diesem Moment doch entschieden bemerkbar gemacht hat. Sie saß im aufklappbarem Liegestuhl unweit von uns, eingekleidet in langes Hemd und Hose mit integriertem LSF 50+, Schirmmütze auf dem Kopf und eine kecke Sonnenbrille auf der Nase und teilte mir lautstark mit, dass ich mich besser zu ihr setzen solle, denn bei meinem Glück würde ich abdriften und in Tasmanien landen. 

Da ich aber, wie meine Freundin schon letztes Jahr bemerkte, anscheinend in meiner rebellischen, zweiten Pubertätsphase stecke, schnappte ich mir mein Surfboard (echt schwer die Dinger) und stapfte entschlossen den anderen hinterher. 

Tja, was soll ich sagen. Anscheinend steckt kein echter Surfer in mir. In den ersten beiden Stunden vor dem Lunch lag ich mehr im Wasser, als auf dem Surfboard. Ich kam einfach nicht auf die Füße. Dazu kam das die Wetterbedingungen nicht ideal waren. Südostwind und Wellen von vorne und der Seite. Meist gleichzeitig. Es war so anstrengend. Und ich war fix und fertig. Brauchte definitiv eine Stärkung. 

Dann gab es endlich für jeden ein Subway Sandwich, ein Päckchen Apfelsaft und schon ging es weiter. Denn es war schon recht kühl im heftigen Wind im naßen Wetsuit zu sitzen. 

Also, wieder in die Wellen. Ich würde gerne sagen, es lief besser, aber leider war dem nicht so. Erst als Rye die letzten 15 Minuten ausrief, kam bei mir der Ehrgeiz durch (und ich arbeite unter Druck einfach besser - wahrscheinlich brauche ich ihn) und ich kam 4!!!!!!x zum Stehen. Es war toll!!! Und anstrengend. Und toll. Und einfach alles zusammen. Ich hab noch nie soviel Salzwasser geschluckt wie an diesem Tag und es reicht wahrscheinlich für die nächsten zwei Jahre. Aber ich hab mich gut gefühlt. Das lag natürlich an diesen Erfolgserlebnissen, aber auch an dem süßen Rye :-) Er hat mich so oft rein ins tiefere Wasser geschleppt, ich liegend auf dem Surfbrett. Den Part fand ich übrigens sehr schön :-) Er hatte nicht ein Gramm Fett am Körper. Er macht diesen Job 6 Tage die Woche und das sieht man. Die Wellen waren nachher höher, als ich groß bin und haben mich einfach von den Füßen gerissen und schon war ich wieder 2m weiter vorne. So mühsam!! Und so hat er sich immer wieder meiner erbarmt und mich reingezogen. D.h. er musste nicht nur alleine gegen die hohen Wellen kämpfen, sondern hatte auch noch mich auf dem Surfboard liegend am Hals. Das Gute war, dass wir somit echt viel Zeit miteinander verbrachten und viel gequatscht (und Wasser geschluckt) haben. Er ist erst süße 25........ Den australischen Winter verbringt er dieses Jahr in Amerika, genau wie letztes Jahr und davor das Jahr in Europa. Im Sommer verdient er sich in der Surfschule das Geld für seine Reisen. Fand ich toll! 

Das war also mein Surferlebnis und es war super!! Hatte zwar am nächsten Tag den Muskelkater meines Lebens und konnte kaum noch allein eine Jacke anziehen, aber das war es wert!! :-)



 

Freitag, 20. Februar 2015

Mein Traumjob

Hier ein Artikel (in Englisch) über meinen Traumjob:


Die Bloggerin kann sich so glücklich schätzen (großer Seufzer)........ 

Freitag, 23. Januar 2015

Wettervorhersage Daheim vs. Melbourne

Anbei die Wettervorhersage der nächsten Tagen von daheim & Melbourne: 



ICH WILL NICHT HEIM!!!!! :-(

Donnerstag, 22. Januar 2015

Australien...... und seine meine Lieder

Mit jedem meiner bisherigen zwei Australienbesuche verbinde ich ganz bestimmte Lieder. Ich habe die Erinnerungen vor meinem geistigen Auge und sofort kommt mir auch das Lied dazu in den Sinn. Oder umgekehrt - wenn ich das Lied höre, sind die Bilder plötzlich da. 

Bei meinem Aufenthalt in 2006 waren es diese beiden Lieder, die ich ganz besonders mochte und wahrscheinlich immer damit in Verbindung bringen werde.

Für mich ist das Lied ,Halleluja' von James Buckley mit den Erinnerungen an meinen Monat auf Rottnest Island verbunden. Steph hat es damals rauf und runter gespielt und ich habe noch genau das Bild des langen Flurs vor Augen und aus der Küche dröhnte dieses tolle Lied. 


Das weitere Lied, das ich mit Australien, speziell mit der Gingkofarm in Verbindung bringe, ist das Lied ,Crazy' von Gnarles Barkley. Wir hatten ein uraltes Radio im Shed stehen und wenn wir die Gingkoblätter wendeten, damit sie nicht feucht wurden von unten, hörten wir Radio und dort wurde oft dieses Lied gespielt: 


Außerdem noch von Xavier Rudd das Lied ,Let me be', an das mich aber erst meine Freundin Jess wieder erinnern musste vor einiger Zeit. 


Bei meinem jetzigen Besuch, stehe ich morgens auf, mache sofort das Radio an und frühstücke in aller Ruhe. Häufig läuft dann das Lied ,Blame it on me' von George Ezra. Das ist momentan mein absolutes Lieblingslied!!! Und ich finde den Text total passend: Worauf wartest Du? 

Denn genau das frage ich mich auch oft. Worauf warte ich? Den passenden Augenblick, der eh nie kommen wird, weil nichts je zu 100% stimmig sein wird. Die Zustimmung aller Verwandten und Freunde, die ich auch nicht von allen bekommen werde, da halt viele andere Ansichten haben. Die Zustimmung meines Chefs, der mich einfach mal ein Jahr beurlaubt, was auch nicht passieren wird. 



Songtext: Blame it on me
Interpret: George Ezra
Album: Wanted on voyage

The garden was blessed by the Gods of me and you
We headed West to find ourselves some truth, ooh
What you're waiting for?
What you're waiting for?

We counted all our reasons, excuses that we made
We found ourselves some treasure, and threw it all away
What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?

When I dance alone, and the Suns's bleeding down,
Blame it on me
When I lose control and the veil's overused
Blame it on me
What you're waiting for?
What you're waiting for?

Caught in the tide of blossom, caught in the carnival
Your confidence forgotten, and I see the gypsies run
What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?

When I dance alone, and the Suns's bleeding down,
Blame it on me
When I lose control and the veil's overused,
Blame it on me
What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?

When I dance alone, and the Suns's bleeding down,
Blame it on me
When I lose control and the veil's overused,
Blame it on me
When I dance alone, I know I'll go
Blame it on me ooh
When I'll lose control, I know I'll go
Blame it on me ooh

What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?
What you're waiting for?

21.01.2015 Beach day und Klettern

Gestern habe ich mich zum hiesigen Strand aufgemacht. Es waren mittags schon um die 30 Grad und das beste, wa man machen kann, ist zum Strand gehen und in das doch ziemliche kühle Nass zu springen. 

Ich bin dann aber noch ein Stückchen weiter zum Altona Pier gelaufen, denn dort ist wirklich schöner Sandstrand. Das Meer ist lange Zeit recht flach, so dass auch Kinder dort schwimmen können bzw. lernen können zu schwimmen. Zuerst bin ich nur mit den Füßen rein und ich muss sagen, es war kalt! Gaaannnzzzz langsam habe ich mich Schrittchen für Schrittchen weiter vorgewagt. Bin ein paar Runden gegangen. Hab meinen Bauch nass gemacht, dann die Arme. Als mich dann aber eine Schwimmschule mit ein paar ca. 5-6jährigen überholt hat, hat mich dann doch der Stolz gepackt und ich hab mich zumindest hingehockt. Uhhhhh - kalt!!!! Für mich ist das Schlimmste, wenn Schultern/Nacken nass werden. Die Stellen sind echt empfindlich. Aber nach ein paar Schwimmzügen war es dann doch schön. 





Da ich alleine zum Strand bin, habe ich meinen Rucksack immer im Auge gehabt. Und ich hatte auch immer ein Auge aufs Wasser gerichtet, denn hier in Australien tummeln sich ja bekannterweise so einige schmerz- oder todbringende Kreaturen dort rum. So richtig entspannen ging also nicht, aber es war eine tolle Erfrischung. 

Nach ca. 1,5 - 2 Stunden wurde es mir aber selbst am Strand zu heiß, da es dort keine schattigen Plätzchen gibt unter die man sich verziehen kann. Aber ich war so stolz, dass ich mich, obwohl ich so eine Frostbeule bin und dort so viele Gefahren ;-) lauern, ins Wasser gegangen bin. Daheim habe ich dann gekocht (Nudeln, was sonst), mich in den Garten gesetzt, gegessen und gelesen. Nee, wat war et schön. So lässt es sich aushalten. 

Fühle mich total wohl hier im Haus von Sandra und Dom. Es ist zwar schon älter, aber ich finde, dass gibt ihm einen gewissen Charme. Es liegt überall, außer Küche und Bad, ein alter Holzfußboden und ich finde das total gemütlich. Es ist angenehm mit nackten Füßen darüber zu laufen, denn er ist nicht so kalt wie z.B. Fliesen. Mittlerweile gehe ich auch barfuss in den Garten und ich habe gestern sogar vergessen unter den Stühlen und dem Tisch nach Spinnen zu suchen :-) Und eben konnte ich sogar die Toilette benutzen ohne sie vorher auf Spinnen und das Innere nach Schlangen zu beäugen. Na, wenn das mal keine Fortschritte sind :-DD Ich freue mich ja auch über Kleinigkeiten, ne... 

In meinen Tagträumen sehe ich mich hier in Australien als Yoga- und Poledance Trainerin. Wohne in einem kleinen Häuschen mit Garten. Schreibe meinen Blog und auch andere Geschichten als zusätzlichen Verdienst. Morgens gehe ich an den Strand zum Yoga und surfen, abends sehe ich mir mit meinem Hund am Strand den Sonnenuntergang an. Treffe mich mit Freunden und wir unternehmen viel. Hier sehe ich mich auch Auto fahren bzw. einen Bus oder Kombi, in dem alle meine Sachen, wie Surfbrett, eine Matratze zum Schlafen etc. Platz haben. Mit dem fahre ich dann an den Wochenenden los und unternehme viele Touren. Halte an, wo es mir gefällt und bleibe dort. Mit einem Partner, der dieselben Vorstellungen/Wünsche hat, wäre das ganze natürlich noch schöner. 

Aber nun zurück in die Realität, denn die Überwindung meiner diversen Ängste hatte noch kein Ende. Abends war ich mit Sandra, Dom und Micha zum Klettern im Hardrock Climbing, einer Kletterhalle, verabredet. Ich mit meiner Höhenangst........ 

Schon beim Eintreten in die Halle wurde mir mulmig, als ich die Kletterwände sah. Sooo hoch hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Ich hatte echt Schiss. Sandra und ich, die beide noch nie geklettert sind, bekamen eine Sicherheitseinweisung, d.h. wie man sich selbst richtig eingurtet und auch wie man denjenigen, der klettert, richtig sichert. Mir war höchst unwohl. Nicht nur, dass natürlich alle Instruktionen in Englisch waren, sondern auch das anstehende Klettern bereiteten mir Schweißausbrüche. Wir kamen also an die Anfängerwand. Die war für mich schon hoch und ich hatte weiche Knie. Sandra kletterte zuerst und ich sicherte sie. Oh Mann, soviel Verantwortung. Mir war nicht wohl dabei. Sandra kam auch recht zittrig wieder runter. Der Instructor überredete sie es noch einmal zu versuchen und tapfer kletterte Sandra nochmal hoch. 

Danach war ich dran. Ich bin nur zur Hälfte der Wand hochgekommen und mir war sehr mulmig. Ein etwa 10jähriger kletterte links rasch an mir vorbei und ich war baff. Aber das Schlimmste kam erst noch. Das Abseilen!! Man muss sich von der Wand lösen, d.h. Hände nicht mehr an den Halterungen an der Wand, sondern ans Seil. Beide Hände. Das war für mich das schwierigste. Loszulassen und zu vertrauen, dass ich nicht falle. Das war so hart. Ich war schweißgebadet und zittrig, als ich endlich wieder auf dem Boden war. Dann musste auch ich nochmal hoch. Auch diesmal ging es für mich nur zur Hälfte hoch. 

Danach haben Dom und Micha uns unter ihre Fittiche genommen und wir gingen an die hohen Wände. Ich war fix und fertig. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen, die an den jeweiligen Kletterabschnitten ausgeschildert sind. Da die Jungs auf uns erstmal Rücksicht genommen haben, ging es erstmal an eine etwas leichtere Wand. Die war aber trotzdem sehr, sehr, sehr hoch. Bis unter die Decke der Halle. Also zuerst Sandra wieder hoch. Und sie hat es auch tatsächlich bis zur Mitte geschafft. Super! Ich war beeindruckt. Danach ich wieder. Auch ich bin etwas höher geklettert, als zuvor. Nur das Abseilen bzw. das Loslassen der Halterungen war wieder mein Problem. 

Aber dann hat mich irgendwann der Ehrgeiz gepackt und es fing langsam, aber sicher, an mir Spaß zu machen. Je höher ich zwar kletterte, desto schlimmer fand ich das Abseilen und Loslassen, denn dann wurde mir die Höhe erst richtig bewusst, aber das Klettern an sich fand ich super. Nach über drei Stunden und noch zwei weiteren Wänden mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen, konnte ich aber nicht mehr. Mir taten die Unterarme weh, da ich meine Kraft nicht aus den Beinen, wie es sein soll, sondern aus den Armen genommen habe und da ich dort nicht viel Kraft habe, haben die Unterarme, mit denen ich mich an die Halterungen geklammert habe, irgndwann wehgetan. Hätte ich danach ein gefülltes Glas halten sollen, wäre wahrscheinlich einiges übergeschwappt, da ich keine richtige Kontrolle mehr darüber hatte. 

Aber ich war danach richtig, richtig stolz auf mich und meine Arme kamen mir vor wie die von Popeye. Ich kann mir durchaus vorstellen, das in der Heimat weiterzumachen. Mal schauen, wo es in der Umgebung Kletterhallen gibt. Nächsten Dienstag gehen wir erstmal wieder hier klettern. 



Ich bin hier viel aktiver, als daheim. Das liegt zum einen natürlich daran, dass ich hier Leute habe, die die Sachen auch mitmachen, aber auch an mir, denn ich probiere mehr aus, traue mich mehr. Es ist hier anders, als zu Hause. In dem Sinne, dass die Leute hier viele Outdoor Activities machen, sprich sich draußen in der Natur aufhalten. Es gibt so viele Möglichkeiten hier. Alleine durch die Nähe zum Meer gibt es viele Dinge, z.B. Kajak fahren, surfen, Jet ski fahren, segeln, tauchen, kiten etc. Und es lohnt sich, denn das Meer ist toll. Bei uns irgendwo in einem trüben See zu tauchen, fände ich total blöd und uninteressant. Von surfen oder kiten mal ganz zu schweigen. 

Hier bekomme ich wieder das Gefühl, was mich auf vielen Reisen, die ich alleine mache, überkommt - dass ich mich auf mich selbst verlassen kann. Ich selbst genüge und keinen brauche, der auf mich aufpasst bzw. mich beschützt. In mich selbst soviel Vertrauen habe, dass ich einfach Sachen ausprobiere. Auch hier ist es täglich ein Kampf, dass ich vor die Tür gehe und die Dinge mache, die mich interessieren. Aber hier gewinne meistens ich und nicht Erna oder der Schweinehund. Zuhause ist es meistens andersrum. 


Dienstag, 20. Januar 2015

19.01.2015 - Great Ocean Road Day Tour

Nachdem ich Sonntag einen faulen Tag hatte, hieß es gestern wieder früh (5.45 Uhr) raus aus den Federn. Total verschlafen habe ich mich auf den Weg zur Flinders Station und zur St. Paul Cathedral gemacht. Dort wurde ich um 7.20 Uhr abgeholt. Der Fahrer war diesmal schon ein älterer Herr, aber er hatte sehr viel Interessantes zu erzählen, so dass wir auf dem Weg zur Bells Beach einiges zur Geschichte Australiens gehört haben.




In Bells Beach haben wir dann unsere erste Pause gemacht. Es war noch sehr stürmisch und frisch, aber der Ausblick war einfach toll. Es gab Cracker mit Vegemite (schmeckt wie ein Esslöffel Maggi pur - soll aber sehr gesund sein) und ganz leckere, saftige Schokobrownies mit Kokosstreuseln. Dazu Kaffee und Tee. 





Dann ging es weiter nach Lorne. Dort haben wir ebenfalls einen kurzen Toilettenstop eingelegt. Auch hier wieder ein sehr schöner Strand, an dem wir die Surfversuche der Locals bestaunen konnten.




Dann ging es weiter. Wir fuhren zum Maits Rest in einen Regenwald. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt dort einen wunderschönen Regenwald aus Mountain Ash, Blackwood Bäumen und Farnen entstehen. Man geht durch einen Märchenwald, in dem es mich nicht verwundert hätte, wenn plötzlich ein Hobbit unseres Weges gekommen wäre. 





Mein Highlight der Tour waren aber die 12 Aposteln. Die bis zu 60 Meter hohen Kalksteinfelsen sind eigentlich nur zu acht. Unser Fahrer erzählte uns, dass die Felsformationen früher The Sow and Pigs (Die Sau und Schweine) genannt wurde. Dieser Name zog komischerweise kaum Touristen an. Daher wurde der Name in Die 12 Aposteln umbenannt. Und siehe da - die Touristen kamen und kommen in Scharen. Es soll neben dem Uluru (Ayers Rock) die meist fotografierte Sehrnswürdigkeit in Australien sein. Kann sein, denn es waren massenhaft Besucher vor Ort. Aber es ist auch wirklich wunderschön dort. Ich habe kaum Worte, um den Eindruck und die Schönheit dort wiederzugeben. Am meisten beeindruckt hat mich der Strand und die heftige Brandung. Die Farben des Wassers sind unglaublich intensiv. Von den weißen Schaumkronen der Brandung, zum leuchtenden Türkis der Wellen und dann das satte Blau der Tiefe. Ich hätte ewig dort sitzen können und den Wellen zuschauen können. Endlich war auch die Sonne rausgekommen und die Schönheit dieses Ortes ist fantastisch. 









Das einzige Manko, wenn überhaupt, an der Tour mit ,A tour with a difference' war, dass leider nur wenig Zeit an den Sehenswürdigkeiten war. Aber das ist auf Grund der Strecke von Melbourne bis dort bei jedem Touranbieter so. Hier der Link zum Touranbieter: http://www.atwad.com.au/daytours/great-ocean-road-day-tour/ 

Am besten leiht man sich ein Auto, sucht Mitfahrer, um die Benzinkosten zu teilen, und macht sich auf eigene Faust dorthin auf. Ich hätte gerne noch mehr Zeit unten am Strand der 12 Apostel verbracht und die Wellen betrachtet. 

Im Tourpreis enthalten waren ebenfalls Lunch und Dinner und beides war sehr lecker und es war reichlich Auswahl (9 Mittagessen und 6 Abendessen zur Auswahl). Brian, der Fahrer, hat die Menüs vorab bei und abgefragt und als wir eintraffen, wurden die jeweiligen Gerichte auch direkt serviert. Ebenfalls gab es zu jedem Gericht ein Softgetränk oder Kaffee/Tee dazu. 

Wir fuhren weiter zur Loch Ard Gorge. Dort hat am 01.07.1878 eine dreimonatige Schifffahrt ihr jähes Ende genommen, als das Schiff auf dem Weg nach Melbourne auf Grund lief und kenterte. Von 54 Passagieren und Besatzung überlebten nur der Schiffsjunge Tom Pearce und die Irin, Eva Carmichael, beide 18 Jahre alt. Pearce wurde an den Strand gespült und rettete anschließend Eva Carmichael, die fünf Stunden geschwommen war, in die Schlucht gespült wurde und dort nach Hilfe rief. Pearce kletterte aus der Schlucht, um Hilfe bei den Milchbauern der Glenample Station zu suchen. Pearce wurde später für seine Rettungstat mit einer Medaille der Royal Humane Society of Victoria in Melbourne geehrt und erhielt von der Regierung von Victoria einen Scheck über £1000. Eva blieb noch sechs Wochen lang in Australien, bevor sie auf einem Dampfschiff in ihre Heimat zurückkehrte.
Der natürliche steinerne Bogen, der Island Archway, stürzte im Juni 2009 ein. Nun sind nur noch zwei einzelne Felsenpfeiler zu sehen. Die beiden Pfeiler heißen seit dem Einsturz offiziell Tom und Eva nach den einzigen Überlebenden dieser Schiffskatastrophe. (Quelle: Wikipedia http://de.m.wikipedia.org/wiki/Loch_Ard_Gorge).  
Ich habe die Höhle nicht gesehen, da ich den Fahrer nicht richtig verstanden hatte. Stand vor dem falschen Loch, was ich für den Eingang hielt:-))) War ja klar.....
Die Bucht hätte auch in Mallorca sein können. Dort gibt es einige, die ähnlich aussehen. 


(Das hielt ich fälschlicherweise für den Eingang zur Höhle)
Es ging weiter zur nächsten Attraktion - London Arch.
Hier ein Auszug aus Wikipedia: http://de.m.wikipedia.org/wiki/London_Arch
London Arch (deutsch Londoner Bogen; früher London Bridge, deutsch Londoner Brücke) ist ein natürlicher Felsbogen im Port-Campbell-Nationalpark in Australien, unweit der Great Ocean Road.
Der Bogen aus einem Campbell-Kalkstein, der im Tertiär entstand, ist eine der vielen Touristen-Attraktionen entlang der Great Ocean Road nahe bei Port Campbell in Victoria. Der Felsen wurde durch natürliche Erosion abgetragen, so dass er bis 1990einen Doppelbogen formte. Diese Formation reichte bis zur Küste, und wurde wegen ihres Aussehens damals als London Bridge bezeichnet. Solche Bögen entstehen, wenn Gesteinsformationen aus unterschiedlich widerstandsfähigen Gesteinen der Erosion ausgesetzt sind, so dass manche Bereiche schneller verwittern als andere und können unterspült werden. Die langsamer verwitternden Bereiche bilden dann die Bögen bzw. die zu beobachtenden Strukturen. Allerdings unterliegen auch diese Gesteine natürlich der Erosion, so dass damit zu rechnen ist, dass sie früher oder später in sich zusammenbrechen bzw. abgetragen werden. Die Gebilde bestehen, in geologischen Zeiträumen betrachtet, nur für kurze Zeit.
Der innere Bogen – die Brückenverbindung zum Festland – stürzte am 15. Januar 1990 unerwartet ein. Zwei Touristen, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auf dem Felsen befanden, mussten mit Helikoptern gerettet werden. Die Formation wurde nach dem Ereignis in London Arch umbenannt.
London Arch gehört zu einer ganzen Reihe sehenswerter Felsformationen entlang dieses Abschnitts der australischen Küste. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören Pudding Basin RockLoch Ard GorgeIsland ArchwayThe Razorback, die unbewohnte Muttonbird IslandThunder CaveThe BlowholeElephant RockBakers OvenThe Grotto und die Twelve Apostles.
Im Juni 2009 stürzte ein weiterer Felsenbogen dieser Küste ein, der nahe gelegene Island Archway.
Früher (bis 1990) waren beide Felsen verbunden. Das Verbindungsstück ist leider eingestürzt. 
Fazit: 
Es war ein absolut toller Tag und all diese unglaublichen Eindrücke, die diese Tour bei mir hinterlassen hat, sind einfach unbeschreiblich. Ich bin so froh, dass ich all diese Erlebnisse machen kann und ich von diesen, selbst in schlechten Zeiten, zehren kann. Diese Erlebnisse, die Erinnerungen und die Glücksmomente, die ich auch bei dieser Tour erlebt habe, kann mir keiner mehr nehmen. Sie werden für immer in meinem Herzen bleiben. Genauso wie ich in 2013 von den Erinnerungen aus 2006 gezehrt habe. 
Ich fühle mich unglaublich gut und frei hier. So habe ich mich lange nicht gefühlt. 
Ich habe nette Leute auf den Touren kennengelernt, mit interessanten Lebensgeschichten. 
Das war definitiv nicht meine letzte Tour. 1,5 Wochen habe ich ja hier noch vor mir. 
Zum Abschluss noch ein Spruch, den ich mir selbst, wenn mich die Angst und Unsicherheit wieder überkommt, vor Augen halten muss: