Momentan fühle ich mich, als würde ich auf einem Pfad wandeln über den ich in den letzten Jahren so oft gegangen bin, dass die Erde ganz festgetrampelt ist. Ich kann den Weg mit geschlossenen Augen gehen, so vertraut ist er mir - ich kenne jede Ecke, jeden Stein in- und auswendig.
Ab und an komme ich an einer Abzweigung vorbei. An manchen gehe ich schnurstraks vorbei, werfe hin und wieder über die Schulter einen Blick zurück. Bei manchen bleibe ich stehen, spähe hinein, bleibe aber auf meinem sicheren Trampelpfad, denn der andere Weg verschwindet in der Dunkelheit. Also bleibe ich auf meinem altbekannten Weg - mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf.
Manche angrenzenden Wege sind mit Leuchtreklamen und blinkenden Pfeilen versehen. Sie locken mich. Aber an solchen Wegen gehe ich schnell vorbei. Denn kann das Gute so offentsichtlich sein? Und hat es das wirklich nötig so auf sich aufmerksam zu machen?
Oft begleitet Erna mich auf meiner Tour. Dadurch wird manchmal selbst der altbekannte Weg zum Spießrutenlauf. Die Geräusche, die Bäume - alles macht mich nervös und ist mir zuviel.
Aber es gibt auch die anderen Abzweigungen, diejenigen, die mich allein durch ihre Schlichtheit bezaubern. Ein Weg hat es mir besonders angetan und ich kann nicht mal sagen warum. Es ist ein einfacher Waldpfad. An diesem setze ich mich auf die hölzerne Bank gegenüber und beobachte den Weg. Das Moos am Wegesrand, die Sonnenstrahlen, die durch das dichte Blattwerk fallen und alles in ein verwunschenes Licht tauchen. Dieser Weg zieht mich an und er bringt etwas in mir zum Klingen, was ich schon lange als verschütt gegangen glaubte. Vielleicht ist dies mein rechter Weg. Mein Weg auf dem ich endlich von der Raupe zum Schmetterling werde oder wie der Phoenix aus der Asche steige.
Aber solange Erna an meiner Seite weilt, sitze ich nur auf meiner Bank, die immer größer und höher zu werden scheint, bis ich wie ein kleines Mädchen nur dasitze, mit den Beinen baumele und mich nicht traue eine Entscheidung zu fällen. Irgendwann wird es Erna dann zu langweilig nur den Weg und die Blätter anzustarren, was sie durch mehrmaliges Seufzen bereits kundgetan hat, dann hüpft sie von der Bank und streckt mir die Arme entgegen. Resigniert lasse ich mich wie ein Kleinkind in ihre Arme fallen, blicke über ihre Schulter zu meinem Weg zurück. Wie ein Kind vertraue ich auf ihre Entscheidung - wird schon richtig sein. Sie ist schließlich die Erwachsene. Trotzdem bin ich traurig und was noch schlimmer ist - hoffnungslos. Denn der Weg, den ich gehe, ist zwar der sichere, aber nicht der, der mich glücklich macht und mich ausfüllt. Der mir endlich nochmal das Gefühl gibt zu leben und dass mein Leben WERTvoll ist.
Als ich vor 8 Jahren von meinem 6-monatigen Aufenthalt in Australien zurückkam, wollte ich nur für ca. 1 Monat hierbleiben, Familie und Freunde sehen und wieder verschwinden. Ich fühlte mich stark und lebendig, so als könnte ich alles schaffen. Keiner aus meiner Familie hat es mir zugetraut, dass
ich länger als 1 Woche dort aushalte. Sie sagten, es wäre der größte Blödsinn, den ich jemals
gemacht habe. Aber genau diese Zeit dort, ist die, von der ich noch am meisten in meiner Erinnerung zehre. Ich wollte also wieder weg. Leider kam alles anders.
Ich fand eine gut bezahlte Festanstellung, die ich zuerst nur nutzen wollte, um Geld zu sparen, Berufserfahrung zu sammeln und dann wieder in die Ferne zu ziehen. Ausgerechnet in einem Unternehmen voller Anzug- und Krawattenträger, die ich früher so gar nicht ausstehen konnte.
Also musste ich mich anpassen. So sehr, dass ich im Laufe der Jahre so farblos wurde, dass man mich kaum noch ausmachen konnte. Am Anfang habe ich sehr gelitten, aber mir selbst immer wieder zeitliche Ziele gesteckt, die ich schaffen wollte. Die Probezeit hinter mich bekommen, die erste große Gala, ein Jahr Arbeitserfahrung usw. Viele sagten mir damals, ich soll mich nicht hängenlassen und jeder müsste schließlich arbeiten. Und dass ich da halt durch muss. Und ich hab mir geschworen, dass ich mir von niemandem mehr jemals so etwas vorwerfen lasse. Was sie nicht verstanden haben war,
dass es nicht ums Arbeiten ging, sondern um die Art & Umgebung der Arbeit und ich mich mit meinem Vorgesetzten sehr schwergetan habe.
Weil ich allen zeigen wollte, dass ich kein Waschlappen war, habe ich gegen mein Bauchgefühl (ich hab die ersten 6 Monate jeden Morgen würgend über der Kloschüssel gehangen) entschieden. In den beiden Anfangsjahren war ich noch zuversichtlich, dass ich nur Geld spare und bald weg bin. Aber dann hab ich mehr und mehr gearbeitet und alles mit Arbeit verschüttet und verdeckt. So lange bis ich zu erschöpft war, um auch nur an irgendwas anderes zu denken, wie Auswandern, Hobbys, ein stabiler Freundeskreis, Partnerschaft etc. Ich hab einfach immer weitergemacht, trotz tiefer Erschöpfung, Traurig- und Einsamkeit und dem Gefühl mich selbst irgendwann auf dem Weg verloren zu haben. Und wenn jemand so lange, über Jahre hinweg, gegen sich selbst kämpft und ständig seine Grenzen überschreitet, kann das auf Dauer nicht gutgehen. Irgendwann bekommt jeder die Rechnung dafür. Und die kam bei mir letztes Jahr. Ziemlich hoch und ich bezahle noch immer monatlich daran ab.
Es ist wie das rote M&M Männchen aus der Werbung. Es rennt und rennt auf dem Rollband der Kasse so lange vor der Verkäuferin weg bis neue Waren ihm den Weg versperren und es sich seufzend seinem Schicksal ergibt und resigniert, mit missmutigem Gesichtsausdruck, selbst mit seinem Hintern über den Kassenscanner rutscht. Es hatte nie eine wirkliche Chance zu entkommen. Obwohl es lief und lief und sich plagte. In der Einkaufstüte begrüßt ihn fröhlich sein gelber Freund,
der sich freut, dass sie beide auf der Gästeliste stehen. Dabei ist es die Speisekarte.
https://m.youtube.com/watch?v=8OKedFelDlc
Und so ziehe auch ich weiter meine Runden.......
Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird zu leben
Marc Aurel
Freiheit
Samstag, 21. Juni 2014
Sonntag, 15. Juni 2014
Eine Sommer-Liebe
Ich liebe den Sommer! Ehrlich. Ich liebe die Hitze und auch die Schwüle, wie im Tropenhaus, nach einem Regenguss.
Hier sind noch weitere Dinge, die ich am Sommer liebe:
Hier sind noch weitere Dinge, die ich am Sommer liebe:
- barfuss in der Wohnung rumlaufen - es ist für mich der Inbegriff des Sommers :-)
- mich freier fühlen
- sobald ich nach Hause kommen möglichst viele Kleidungsstücke ablegen und den Bikini anziehen
- einfach alle zu erledigenden Hausarbeiten im Bikini machen, z.B. spülen, kochen etc.
- auf dem Balkon sitzen, die Sonne genießen, die Wolken beobachten und raten, was sie darstellen könnten
- den Gesang der Vögel von morgens bis abends
- dass die Natur im satten Grün und leuchtenden Farben aufblüht
- durch den Wald zu spazieren und die Geräusche, die Farben und den Duft wahrzunehmen
- den Geruch nach einem Sommerregen - beim nächsten warmen Sommerregen auf dem Balkon tanzen 😊
- auf dem Balkon übernachten und in einer klaren Nacht die Sterne beobachten
- den Geruch meiner Haut nach Sonne, frischer Luft, Sonnencreme und Schweiß
- nach dem Duschen in ein frischbezogenes Bett legen, das Fenster weit geöffnet, sodass die Abendsonne reinscheint, die Vögel noch zwitschern und ich es mir mit einem Buch und Musik gemütlich mache
- Grillpartys mit Freunden, dazu selbstgemixte Cocktailkreationen schlürfen und es sich einfach gutgehen lassen. Dabei in diesem Jahr WM schauen und jubeln, wenn wir ein Tor schießen und mitleiden, wenn die Gegner eins erzielen.
- bei unserem Sieg im Autokorso durch die Stadt fahren und das Gemeinschaftsgefühl genießen
Song ,Ab in den Süden' von Buddy & DJ the Wave
Ooh willkommen willkommen willkommen Sonnenschein
wir packen unsre sieben Sachen in den Flieger rein
Jaa wir kommen, wir kommen, wir kommen macht euch bereit
reif für die Insel Sommer, Sonne, Strand und Zärtlichkeit
Raus aus dem Regen ins Leben ab in den Süden,
der Sonne entgegen was erleben einen heben und dann bikinis erleben
Jetzt kommt es dick, mann, ich rette den tag
ich sag ab geht die party und die party geht ab und ich sag :
Eeh ab in den Süden, der Sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht; ja ich sag, Eeh ab in den Süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sommer, Sonne, Sommer, Sommer, Sommer...
Ooh willkommen willkommen willkommen sonnenschein
den ganzen tag am strand ziehn wir uns die melonen rein
ja Tequila, Tequila, Tequila, Wonderbra
und heute nacht machen wir noch die ganze insel klar
Raus aus dem regen ins leben ab in den süden,
der sonne entgegen, was erleben einen heben und dann bikinis erleben
Jetzt kommt es dick, mann, ich rette den tag
ich sag ab geht die party und die party geht ab und ich sag:
Eeh ab in den Süden, der Sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Nananananana...
Eeh ab in den Süden, der sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht - ja ich sag, Eeh ab in den süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der sonne hinterher, ejo was geht.
Eeh ab in den Süden, der sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht - ja ich sag, Eeh ab in den süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Nanananananana...
Freitag, 13. Juni 2014
Good morning, dear!
Seit ein paar Wochen wache ich morgens auf und Erna liegt neben mir. Sie schleicht sich wohl nachts unbemerkt in mein Zimmer. Wenn ich nun aufwache, hält Erna mich im Klammergriff und Zacharias liegt langausgestreckt auf mir. Schön ist anders....
Wenn ich nun langsam zwischen Schlafen und Wachen zu mir komme, ist das erste Gefühl: Angst!
Mit Übelkeit und allem pipapo. Und zwar heftig.
Während Erna mir leise ins Ohr schnarcht, überlege ich wovor ich eigentlich Angst habe, dass ich morgens wieder so wach werde. Als ich krank wurde, hatte ich diese Angstgefühlt auch. Und ich wusste nicht warum. Dann kam im Juli die erste Angstphase.
Es gibt natürlich nach wie vor Dinge vor denen ich Angst habe, z.B. an einer tödlichen Krankheit zu erkranken, aber ich glaube, dass hat jeder. Nur jeder denkt nicht soviel darüber nach wie ich. Ich denke soviel darüber nach, weil ich eine Scheißangst davor habe, denn es bedeutet Alleinsein, nicht rauszukönnen, daraus resultiert bei mir dann die Depression und die Angst. Die beschlagnahmen mich so, dass ich vielleicht keine Kraft mehr habe, um die andere Krankheit zu bekämpfen. Oder ich einfach durch die Depression so hoffnungslos bin, dass es mir auch egal ist.
Weiterhin will ich nicht in dieses Krankenhaus. Auch in kein anderes, aber in dieses erst recht nicht. Dort lag meine Oma vor drei Jahren, im Oktober 2012 brachte ich meine Freundin, die an Schizophrenie erkrankt ist, dortin in die geschlossene psychiatrische Station und letztes Jahr habe ich mir die psychotherapeutische Station dort angesehen, weil meine Hausärztin meinte, ich soll dorthin gehen, um die Dauer bis zur Reha zu überbrücken. Aber seit 2012 habe ich so eine Angst, dass ich auch mal dorthin in die geschlossene Abteilung muss, dass sich alles in mir sträubt dieses Krankenhaus zu betreten.
Mein Onkel liegt nun seit einer Woche dort und ich kann mich nicht überwinden, um ihn zu besuchen. Obwohl ich hingehen sollte. Er und seine Familie sind mein Familienkern. Im letzten Jahr, als ich gerade eine Woche krankgeschrieben war und ich einen Anwalt brauchte, ist er mit mir hingefahren und hat sich mit mir beraten lassen. Als ich 18 wurde, war er derjenige, der mir einen Strauß Rosen schenkte, nicht mein Vater. Hätte ich weiterhin keinen Kontakt zu meinem Vater, so wie nach den zwei Jahren nach meiner Oma's Tod, wäre er es gewesen, den ich gebeten hätte, ob er mich zum Altar führt, sollte ich denn irgendwann mal heiraten.
Vielleicht sollte ich Erna einfach öfter in ihre Schranken und in ihr Zimmer verweisen. Ich bin zwar ein Verfechter davon, dass man ältere Leute respektvoll behandeln soll, aber ich bin es auch leid, mir immer alles gefallen zu lassen und immer lieb und nett zu sein.
Ein weiterer. grund für meine Angst ist sicher auch, dass ich merke, dass ich wieder auf alten Pfaden wandle. Kein Sport, zuviel Arbeit, Freizeitgestaltung geht gen Null. Dabei habe ich vertraglich eine 30-Std.-Woche. Aber seit die neue Kollegin da ist, habe ich ein ungutes Gefühl. Sie versucht alles an sich zu reißen und ich vermute, dass sie mich ins Abseits drängen will. Sagt mir mein Bauchgefühl. Mein Chef sagt, das sei Quatsch. Es hat natürlich auch etwas mit meinem Stolz zu tun, so schwer es mir auch fällt, dieses zuzugeben (aber wenn ich schon in meinem eigenen Blog nicht ehrlich sein kann, wo denn bitte sonst?!?!). Ich habe keine Lust die zweite Geige zu spielen, nachdem ich jahrelang darauf hingearbeitet habe, die erste zu werden bzw. seit 3 Jahren zu sein. Aber meine
Gesundheit sollte mir wichtiger sein, vor allem da ich nun weiß, wie tief und hart ich fallen kann. Manchmal scheine ich etwa schwer von Begriff zu sein, wenn es um mich selbst geht.
Weiterhin denke ich sehr oft, dass das doch nicht alles sein kann vom Leben. Tagein, tagaus immer derselbe Trott. Ich bin wie ein Schlafwandler, bewege mich wie im Tran, bekomme die Dinge, die um mich herum passieren kaum mit. Wenn ich mir so meine Zukunft vorstelle, bekomme ich wieder das Schwächegefühl in den Armen, ein körperliches Zeichen meiner Angst. Aber ich traue mich nicht meine Sicherheits-/Komfortzone zu verlassen, obwohl ich mich dort nicht wohlfühle, sie mir anscheinend nicht guttut und ich mich langweile. Ich würde so gerne die Welt bereisen, nicht nur für Urlaube, sondern richtig reisen und gerne auch für Kost und Logis dort arbeiten. In meiner Familie gibt es nur eine Person, die das versteht, meine Cousine. Leider ist sie durch zwei Kinder hier gebunden. Mit ihr hätte ich sicher schon die halbe Welt bereist, wenn sie denn frei wäre. Aber alleine, als Frau, die weite Welt erkunden.... Dazu gehört eine ganze Menge Mut. So träume ich mir das Leben herbei, das ich gerne führen möchte. Meistens in Tagträumen. Ich sehe mich selbst als toughe Abenteurerin, z.B. als Natur- und Tierfilmerin oder Fotografin, die um die Welt reist. Wenn ich Bücher lese, die Auswanderer geschrieben haben, beflügelt mich das. Wenn das Buch zuende ist und ich es beiseite lege, fühle ich mich wie ein Vogel, der im Käfig gefangen ist. Aber nur ich kann es ändern. Wieso bin ich nicht mutig?? Warum fällt es mir so schwer das zu tun, was ich tun will. Weil das hier eben keine Hollywoodschnulze ist, sondern das echte Leben. Mein Leben, ohne Sicherheitsleine und doppelten Boden. Wer fängt mich auf, wenn ich scheitere. Wie sehr würde ich mich schämen, wenn ich in den Schoß meiner Familie zurückkehren müsste, denn die haben das natürlich kommen sehen und all die ,ich hab's dir doch gesagt' kann ich mir lebhaft vorstellen.
Wenn ich mir das oben geschriebene anschaue, ist meine morgendliche Angst nicht mehr verwunderlich und auch nich, dass Erna nun in meinem Bett übernachtet. Wenn sie wenigstens ihr eigenes Kissen und eigene Decke mitbringen würde, stattdessen klaut sie meine.
Sobald ich versuche aufzustehen, wird Erna wach, schnappt sich Zacharias und tapst schlaftrunken zurück in ihr pinkes Zimmer. Spätestens, wenn sie die Tür hinter sich zugezogen hat, ist meine Angst weg, Nur ab und an merke ich tagsüber am Schwächegefühl in meinen Armen, dass Erna gerade an mich denkt. Sie hat sich wirklich häuslich bei mir eingerichtet und ich hoffe, sie hält sich an unsere Abmachung Anfang November auszuziehen.
Seit kurzem lernt sie in einer Seniorengruppe an der hiesigen VHS Englisch. Vielleicht bereitet sie sich auf ihren nächsten Gastgeber vor. Wer weiß..... Bevor ich mich nun morgens zum Aufstehen aufraffe und ich mich endlich aus ihrem Schraubstockgriff befreit habe, murmelt sie mir ein verschlafenes ,Good morning, dear. Have a nice day!' entgegen.
Sie ist mir wirklich ein Rätsel, das alte Mädchen.
Wenn ich nun langsam zwischen Schlafen und Wachen zu mir komme, ist das erste Gefühl: Angst!
Mit Übelkeit und allem pipapo. Und zwar heftig.
Während Erna mir leise ins Ohr schnarcht, überlege ich wovor ich eigentlich Angst habe, dass ich morgens wieder so wach werde. Als ich krank wurde, hatte ich diese Angstgefühlt auch. Und ich wusste nicht warum. Dann kam im Juli die erste Angstphase.
Es gibt natürlich nach wie vor Dinge vor denen ich Angst habe, z.B. an einer tödlichen Krankheit zu erkranken, aber ich glaube, dass hat jeder. Nur jeder denkt nicht soviel darüber nach wie ich. Ich denke soviel darüber nach, weil ich eine Scheißangst davor habe, denn es bedeutet Alleinsein, nicht rauszukönnen, daraus resultiert bei mir dann die Depression und die Angst. Die beschlagnahmen mich so, dass ich vielleicht keine Kraft mehr habe, um die andere Krankheit zu bekämpfen. Oder ich einfach durch die Depression so hoffnungslos bin, dass es mir auch egal ist.
Weiterhin will ich nicht in dieses Krankenhaus. Auch in kein anderes, aber in dieses erst recht nicht. Dort lag meine Oma vor drei Jahren, im Oktober 2012 brachte ich meine Freundin, die an Schizophrenie erkrankt ist, dortin in die geschlossene psychiatrische Station und letztes Jahr habe ich mir die psychotherapeutische Station dort angesehen, weil meine Hausärztin meinte, ich soll dorthin gehen, um die Dauer bis zur Reha zu überbrücken. Aber seit 2012 habe ich so eine Angst, dass ich auch mal dorthin in die geschlossene Abteilung muss, dass sich alles in mir sträubt dieses Krankenhaus zu betreten.
Mein Onkel liegt nun seit einer Woche dort und ich kann mich nicht überwinden, um ihn zu besuchen. Obwohl ich hingehen sollte. Er und seine Familie sind mein Familienkern. Im letzten Jahr, als ich gerade eine Woche krankgeschrieben war und ich einen Anwalt brauchte, ist er mit mir hingefahren und hat sich mit mir beraten lassen. Als ich 18 wurde, war er derjenige, der mir einen Strauß Rosen schenkte, nicht mein Vater. Hätte ich weiterhin keinen Kontakt zu meinem Vater, so wie nach den zwei Jahren nach meiner Oma's Tod, wäre er es gewesen, den ich gebeten hätte, ob er mich zum Altar führt, sollte ich denn irgendwann mal heiraten.
Vielleicht sollte ich Erna einfach öfter in ihre Schranken und in ihr Zimmer verweisen. Ich bin zwar ein Verfechter davon, dass man ältere Leute respektvoll behandeln soll, aber ich bin es auch leid, mir immer alles gefallen zu lassen und immer lieb und nett zu sein.
Ein weiterer. grund für meine Angst ist sicher auch, dass ich merke, dass ich wieder auf alten Pfaden wandle. Kein Sport, zuviel Arbeit, Freizeitgestaltung geht gen Null. Dabei habe ich vertraglich eine 30-Std.-Woche. Aber seit die neue Kollegin da ist, habe ich ein ungutes Gefühl. Sie versucht alles an sich zu reißen und ich vermute, dass sie mich ins Abseits drängen will. Sagt mir mein Bauchgefühl. Mein Chef sagt, das sei Quatsch. Es hat natürlich auch etwas mit meinem Stolz zu tun, so schwer es mir auch fällt, dieses zuzugeben (aber wenn ich schon in meinem eigenen Blog nicht ehrlich sein kann, wo denn bitte sonst?!?!). Ich habe keine Lust die zweite Geige zu spielen, nachdem ich jahrelang darauf hingearbeitet habe, die erste zu werden bzw. seit 3 Jahren zu sein. Aber meine
Gesundheit sollte mir wichtiger sein, vor allem da ich nun weiß, wie tief und hart ich fallen kann. Manchmal scheine ich etwa schwer von Begriff zu sein, wenn es um mich selbst geht.
Weiterhin denke ich sehr oft, dass das doch nicht alles sein kann vom Leben. Tagein, tagaus immer derselbe Trott. Ich bin wie ein Schlafwandler, bewege mich wie im Tran, bekomme die Dinge, die um mich herum passieren kaum mit. Wenn ich mir so meine Zukunft vorstelle, bekomme ich wieder das Schwächegefühl in den Armen, ein körperliches Zeichen meiner Angst. Aber ich traue mich nicht meine Sicherheits-/Komfortzone zu verlassen, obwohl ich mich dort nicht wohlfühle, sie mir anscheinend nicht guttut und ich mich langweile. Ich würde so gerne die Welt bereisen, nicht nur für Urlaube, sondern richtig reisen und gerne auch für Kost und Logis dort arbeiten. In meiner Familie gibt es nur eine Person, die das versteht, meine Cousine. Leider ist sie durch zwei Kinder hier gebunden. Mit ihr hätte ich sicher schon die halbe Welt bereist, wenn sie denn frei wäre. Aber alleine, als Frau, die weite Welt erkunden.... Dazu gehört eine ganze Menge Mut. So träume ich mir das Leben herbei, das ich gerne führen möchte. Meistens in Tagträumen. Ich sehe mich selbst als toughe Abenteurerin, z.B. als Natur- und Tierfilmerin oder Fotografin, die um die Welt reist. Wenn ich Bücher lese, die Auswanderer geschrieben haben, beflügelt mich das. Wenn das Buch zuende ist und ich es beiseite lege, fühle ich mich wie ein Vogel, der im Käfig gefangen ist. Aber nur ich kann es ändern. Wieso bin ich nicht mutig?? Warum fällt es mir so schwer das zu tun, was ich tun will. Weil das hier eben keine Hollywoodschnulze ist, sondern das echte Leben. Mein Leben, ohne Sicherheitsleine und doppelten Boden. Wer fängt mich auf, wenn ich scheitere. Wie sehr würde ich mich schämen, wenn ich in den Schoß meiner Familie zurückkehren müsste, denn die haben das natürlich kommen sehen und all die ,ich hab's dir doch gesagt' kann ich mir lebhaft vorstellen.
Wenn ich mir das oben geschriebene anschaue, ist meine morgendliche Angst nicht mehr verwunderlich und auch nich, dass Erna nun in meinem Bett übernachtet. Wenn sie wenigstens ihr eigenes Kissen und eigene Decke mitbringen würde, stattdessen klaut sie meine.
Sobald ich versuche aufzustehen, wird Erna wach, schnappt sich Zacharias und tapst schlaftrunken zurück in ihr pinkes Zimmer. Spätestens, wenn sie die Tür hinter sich zugezogen hat, ist meine Angst weg, Nur ab und an merke ich tagsüber am Schwächegefühl in meinen Armen, dass Erna gerade an mich denkt. Sie hat sich wirklich häuslich bei mir eingerichtet und ich hoffe, sie hält sich an unsere Abmachung Anfang November auszuziehen.
Seit kurzem lernt sie in einer Seniorengruppe an der hiesigen VHS Englisch. Vielleicht bereitet sie sich auf ihren nächsten Gastgeber vor. Wer weiß..... Bevor ich mich nun morgens zum Aufstehen aufraffe und ich mich endlich aus ihrem Schraubstockgriff befreit habe, murmelt sie mir ein verschlafenes ,Good morning, dear. Have a nice day!' entgegen.
Sie ist mir wirklich ein Rätsel, das alte Mädchen.
Dienstag, 10. Juni 2014
Ist Glück wirklich Glückssache
Else, aka Erna's Freundin seit Kindertagen, fühlte sich schon seit langem unwohl in ihrem Job. Es bereitete ihr einfach keine Freude mehr die Menschen über ihre Ängste aufzuklären und somit auch warum sie und Erna in das Leben des- oder derjenigen getreten waren.
Sie hören einfach nicht mehr zu. Denn die Menschen wollen sich ihren Ängsten nicht mehr stellen, sie wollen sie nur schnellstmöglich loswerden und das Wie spielt dabei meist keine Rolle. Egal, ob sie sie mit Arbeit zuschütten, sonstiger Ablenkung oder mit Tabletten. Dabei übersehen sie jedoch, dass man seine Ängste zwar eine zeitlang ignorieren kann, diese denjenigen dann aber irgendwann mit doppelter und dreifacher Kraft einholen. Und wenn man dann nicht vorbereitet ist, trifft einen dies umso härter und hat auch so manchen schon umgehauen.
Else hat mit Engelszungen geredet und versucht ihre Mission zu erklären. Früher haben die Leute ihr zugehört und ihren Rat beherzigt, ihr sogar noch eine Tasse Kaffee und Gebäck angeboten. Nur leider heutzutage haben die meisten schon die Türen und Fenster verbarrikadiert, sobald Erna und sie nur einen Fuß auf das Grundstück gesetzt haben. Und hetzen den Wachhund noch hinter ihnen her.
Als Else also, nach einem rettenden Hechtsprung in eine nahestehende Hecke, trübselig aus eben dieser hinauskroch und sich die Zweige und Blätter aus dem Haarknoten klaubte, hörte sie aus dem Nachbarhaus ein fröhliches Pfeifen.
Zuerst glaubte sie an eine Halluzination. Abgesehen vom Wachhund wirkte diese Siedlung wie ausgestorben. Es fehlte nur noch das trockene Buschwerk, das vom Wind durch die Straßen getrieben wird.
Aber da war es wieder. Diesmal näher. Else spähte um die Hecke herum und erblickte ..... ihren Traummann. Sie hatte schon viel über ihn gelesen, noch mehr von ihm gehört und hätte ihn überall wiedererkannt. Da kniete sie nun auf allen Vieren, mit Blättern im Haar und begegnete IHM. So konnte sie ihm unmöglich vor die Augen treten. Sie kroch ganz langsam rückwärts, zurück in die schützende Hecke, als sie hinter sich ein tiefes Knurren vernahm. Oh oh. Else blickte sich um und sah direkt in das wutverzerrte Antlitz des Wachhundes, dem sie vorhin mit einem beherzten Sprung in die Hecke entkommen war. Ihr Leben rauschte in Sekundenbruchteilen vor ihrem geistigen Auge vorbei und was sie da sah, gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie sah sich selbst in trister Kleidung, mit hängenden Schultern und Mundwinkeln neben Erna hertrotten. Wie sie von den Menschen abgewiesen, beleidigt und vertrieben wurden. Sie sah all die hasserfüllten Gesichter derjenigen, die noch die Kraft hatten, Gefühle zu haben und nicht bereits so abgestumpft waren vor Angst, dass sie zu keinem anderen Gefühl mehr fähig waren.
Erna, ihre liebste Freundin weit und breit. Erna, der sie immer alles anvertrauen konnte. Erna würde es verstehen.
,,Gestatten, holde Dame, mein Name ist Hans. Hans im Glück. Und es war wahrlich Euer Glück, dass ich Euch bemerkt habe."
Else war so in Gedanken versunken gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie ihr Traummann, alias Hans im Glück, vor sie getreten war. Ungeschickt kam sie auf die Füße, wobei er ihr behutsam zur Hilfe kam. Sie konnte es nicht fassen. ER stand tatsächlich höchstpersönlich vor ihr, hatte sie gerettet und hielt noch immer ihre Hand.
,,Seid Ihr wohlauf, Gnädigste?"
Gut, er redet etwas seltsam, aber ansonsten ist er ein echter Gentleman. Mit tollen Augen. Oh, und wie schön seine Stimme klingt. So tief und samtig.
,,Do you speak english? Parlez-vous francaise? Habla español usted?"
Hach....... Sie lächelte ihn versonnen an. Hätte er nicht Else's Hand gehalten, wäre sie wohl zu seine Füßen geglitten, so weich waren ihre Knie. Er aber schwang sie sich kurzerhand auf die Arme und trug sie zu seinem Auto. Ein Elektroauto, versteht sich von selbst.
Als er es anließ, tönte Pharrells Happy aus den Lautsprechern, er kurbelte die Fenster herunter und schon brausten sie los. Else fühlte sich wie im Himmel.
Um es kurz zu machen: Else hat seitdem den Job mit der Angst an den Nagel gehängt und ist ihrer wahren Berufung gefolgt. Ein Beruf, der ihrem Naturell entspricht: Sie ist nun Glücksbotin.
Das Sahnehäubchen ist, dass sie nun mit Hans im Glück in wilder Ehe lebt.
Er hat sie gesehen, sich Hals über Kopf in sie verliebt und zu seiner Assistentin gemacht. Sie haben bisher 7 entzückende Kinder. Das Glück dieser Welt ist also für die nächsten Jahre gesichert. Bald werden ihre beiden Ältesten in die Ferne hinausziehen und Glück verbreiten. Zuerst müssen sie aber ihre Ausbildung beenden, denn auch Glück kann man lernen.
To be continued......
Sie hören einfach nicht mehr zu. Denn die Menschen wollen sich ihren Ängsten nicht mehr stellen, sie wollen sie nur schnellstmöglich loswerden und das Wie spielt dabei meist keine Rolle. Egal, ob sie sie mit Arbeit zuschütten, sonstiger Ablenkung oder mit Tabletten. Dabei übersehen sie jedoch, dass man seine Ängste zwar eine zeitlang ignorieren kann, diese denjenigen dann aber irgendwann mit doppelter und dreifacher Kraft einholen. Und wenn man dann nicht vorbereitet ist, trifft einen dies umso härter und hat auch so manchen schon umgehauen.
Else hat mit Engelszungen geredet und versucht ihre Mission zu erklären. Früher haben die Leute ihr zugehört und ihren Rat beherzigt, ihr sogar noch eine Tasse Kaffee und Gebäck angeboten. Nur leider heutzutage haben die meisten schon die Türen und Fenster verbarrikadiert, sobald Erna und sie nur einen Fuß auf das Grundstück gesetzt haben. Und hetzen den Wachhund noch hinter ihnen her.
Als Else also, nach einem rettenden Hechtsprung in eine nahestehende Hecke, trübselig aus eben dieser hinauskroch und sich die Zweige und Blätter aus dem Haarknoten klaubte, hörte sie aus dem Nachbarhaus ein fröhliches Pfeifen.
Zuerst glaubte sie an eine Halluzination. Abgesehen vom Wachhund wirkte diese Siedlung wie ausgestorben. Es fehlte nur noch das trockene Buschwerk, das vom Wind durch die Straßen getrieben wird.
Aber da war es wieder. Diesmal näher. Else spähte um die Hecke herum und erblickte ..... ihren Traummann. Sie hatte schon viel über ihn gelesen, noch mehr von ihm gehört und hätte ihn überall wiedererkannt. Da kniete sie nun auf allen Vieren, mit Blättern im Haar und begegnete IHM. So konnte sie ihm unmöglich vor die Augen treten. Sie kroch ganz langsam rückwärts, zurück in die schützende Hecke, als sie hinter sich ein tiefes Knurren vernahm. Oh oh. Else blickte sich um und sah direkt in das wutverzerrte Antlitz des Wachhundes, dem sie vorhin mit einem beherzten Sprung in die Hecke entkommen war. Ihr Leben rauschte in Sekundenbruchteilen vor ihrem geistigen Auge vorbei und was sie da sah, gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie sah sich selbst in trister Kleidung, mit hängenden Schultern und Mundwinkeln neben Erna hertrotten. Wie sie von den Menschen abgewiesen, beleidigt und vertrieben wurden. Sie sah all die hasserfüllten Gesichter derjenigen, die noch die Kraft hatten, Gefühle zu haben und nicht bereits so abgestumpft waren vor Angst, dass sie zu keinem anderen Gefühl mehr fähig waren.
Erna, ihre liebste Freundin weit und breit. Erna, der sie immer alles anvertrauen konnte. Erna würde es verstehen.
,,Gestatten, holde Dame, mein Name ist Hans. Hans im Glück. Und es war wahrlich Euer Glück, dass ich Euch bemerkt habe."
Else war so in Gedanken versunken gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie ihr Traummann, alias Hans im Glück, vor sie getreten war. Ungeschickt kam sie auf die Füße, wobei er ihr behutsam zur Hilfe kam. Sie konnte es nicht fassen. ER stand tatsächlich höchstpersönlich vor ihr, hatte sie gerettet und hielt noch immer ihre Hand.
,,Seid Ihr wohlauf, Gnädigste?"
Gut, er redet etwas seltsam, aber ansonsten ist er ein echter Gentleman. Mit tollen Augen. Oh, und wie schön seine Stimme klingt. So tief und samtig.
,,Do you speak english? Parlez-vous francaise? Habla español usted?"
Hach....... Sie lächelte ihn versonnen an. Hätte er nicht Else's Hand gehalten, wäre sie wohl zu seine Füßen geglitten, so weich waren ihre Knie. Er aber schwang sie sich kurzerhand auf die Arme und trug sie zu seinem Auto. Ein Elektroauto, versteht sich von selbst.
Als er es anließ, tönte Pharrells Happy aus den Lautsprechern, er kurbelte die Fenster herunter und schon brausten sie los. Else fühlte sich wie im Himmel.
Um es kurz zu machen: Else hat seitdem den Job mit der Angst an den Nagel gehängt und ist ihrer wahren Berufung gefolgt. Ein Beruf, der ihrem Naturell entspricht: Sie ist nun Glücksbotin.
Das Sahnehäubchen ist, dass sie nun mit Hans im Glück in wilder Ehe lebt.
Er hat sie gesehen, sich Hals über Kopf in sie verliebt und zu seiner Assistentin gemacht. Sie haben bisher 7 entzückende Kinder. Das Glück dieser Welt ist also für die nächsten Jahre gesichert. Bald werden ihre beiden Ältesten in die Ferne hinausziehen und Glück verbreiten. Zuerst müssen sie aber ihre Ausbildung beenden, denn auch Glück kann man lernen.
To be continued......
Samstag, 17. Mai 2014
Drei Jahre ohne dich
Heute sind es genau drei Jahre her, als ich dir sagte, dass es ok ist, wenn du gehst und ich schon klarkommen werde. Das ich dein Foto ansah und spürte, dass du bei mir bist. Ich meinte es so. Heute weiss ich, dass es gelogen war.
Ich habe immer gedacht, wir drei sterben zusammen. Der Gedanke, dass einer alleine übrigbleibt, kam mir bis ins Teenageralter nie. Aber als er dann kam, war es umso schlimmer. Ich habe so geweint, du hast mich kaum beruhigen können. Seitdem hat mich der Gedanke an deinen Tod jeden Tag begleitet. Und trotzdem kam er unerwartet. Ich dachte immer, wenn du stirbst wird meine Welt untergehen und ich würde aufhören zu existieren. In gewissem Sinne habe ich das auch - aufgehört zu existieren. Denn ich war nicht mehr ich. Ich habe alles mit Arbeit zugeschüttet, nur um nicht mehr nachzudenken, um nicht mehr fühlen zu müssen. Und ich war so müde, so unendlich müde, dass ich nur noch schlafen wollte. Das kam mir sehr entgegen, denn im Schlaf musste ich nicht nachdenken.
Im November nach deinem Tod, kurz vor deinem Geburtstag, überkamen mich trotz aller Abwehrmechanismen die Traurigkeit und vor allem die Einsamkeit. In meinen Träumen hast du mich besucht. Du hast dich auf mein Bett gesetzt und ich bin aufgewacht. Ich sagte zu dir, dass ich alles dafür geben würde noch einmal deine Hand zu halten. Du hast meine Hand genommen und ich bin im Traum friedlich eingeschlafen.
Ich weiss, es ist egoistisch mir zu wünschen, du wärst noch hier. Denn es wäre nur noch dein Körper. Alles, was dich ausgemacht hat, wäre nach dem schweren Schlaganfall nicht mehr da gewesen. Das hättest du nicht gewollt und ich auch nicht. Trotzdem gibt es Momente, an denen ich mich einfach gerne zu dir aufs Bett legen und deine Hand halten möchte. So wie früher, wenn ich dich besucht habe. Wenn wir zusammen auf der Couch sassen, ich meinen Kopf auf deiner Schulter hatte und du meine Hand gehalten hast. Obwohl ich doch dafür eigentlich schon viel zu alt war.
Du warst und bist mein Ein und Alles und ich glaube, so eine Liebe und Verbundenheit werde ich erst wieder spüren, wenn ich selbst Mutter bin. Du und ich und dann lange erstmal keiner mehr. Dann kam M., aber das ist eine andere Liebe und eine andere Geschichte.
Seit drei Jahren sage ich jeden Abend zu deinem Foto ,Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh'. So wie wir es jeden Abend am Telefon gesagt haben.
Ich vermisse dich. Jeden Tag. Dein Lachen, deine Stimme. Wie du mit deinen Wollsocken auf der kleinen Couch gesessen hast und Äpfelchen für uns beide geschnitten hast.
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Das mag sein. Oberflächlich ist sie vernarbt. Nur eine Linie, etwas heller als meine Hautfarbe. Fällt kaum auf. Aber was keiner sieht, ist, dass sie sich nach innen gewannt und sich dort verästelt hat und sie nun in jeden Zentimeter meines Körpers vordringt.
All die Momente, in denen ich frech zu dir war, tun mir so unsagbar leid. Aber am schlimmsten tut mir leid, dass du damals den ganzen Weg mit dem Rollator zu mir in meine erste Wohnung kamst und ich dich angemotzt habe, dass du nicht vorher angerufen hast. Und das nur, weil ich mit meinem damaligen Freund noch wegfahren wollte. Ich kann nicht in Worte fassen, wie leid mir das tut. Du hast den ganzen Weg zu mir gemacht, obwohl es schon damals anstrengend für dich war und ich blöde Kuh meckere dich an. Und das wegen so einem blöden Typen, zu dem ich schon Jahre keinen Kontakt mehr habe.
Als ich dich am letzten Abend, als du noch bei Bewusstsein warst, besucht habe, wusste ich, dass du nicht mehr nach Hause kommst. Deine Nase und alles drumherum war ganz weiss und ich werde niemals die letzten Worte vergessen, die du zu mir gesagt hast. Niemals.
Eines Tages werde ich Wale in freier Wildbahn sehen, das Polarlicht und an die Baikalsee fahren. Für dich und mich. Für uns.
Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast. Du hast mich zu einem anständigen Menschen erzogen.
Gib den beiden Opas einen dicken Kuss von mir.
Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh!
Lied: Oma so lieb
Interpret: Heintje (Hey, ich wuchs bei meinen Grosseltern auf - NATÜRLICH kenn ich Heintje)
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
Ich habe die beste Oma,
die liebste von der Welt,
bei dir da darf ich alles,
wie es mir grad gefällt,
und schimpft dann meine Mutti ...
Ach du verwöhnst ihn doch,
dann lächelt Oma zärtlich
und sagt ich darf das doch.
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
In Omas kleinem Zimmer
sitz ich so gern bei ihr.
Sie weiss die schönsten Märchen,
und die erzählt sie mir.
Ich streichle ihre Hände
und schaut sie mich dann an
und fragt was ist mein Junge?
Sag ich ganz leise dann ...
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
Ich habe immer gedacht, wir drei sterben zusammen. Der Gedanke, dass einer alleine übrigbleibt, kam mir bis ins Teenageralter nie. Aber als er dann kam, war es umso schlimmer. Ich habe so geweint, du hast mich kaum beruhigen können. Seitdem hat mich der Gedanke an deinen Tod jeden Tag begleitet. Und trotzdem kam er unerwartet. Ich dachte immer, wenn du stirbst wird meine Welt untergehen und ich würde aufhören zu existieren. In gewissem Sinne habe ich das auch - aufgehört zu existieren. Denn ich war nicht mehr ich. Ich habe alles mit Arbeit zugeschüttet, nur um nicht mehr nachzudenken, um nicht mehr fühlen zu müssen. Und ich war so müde, so unendlich müde, dass ich nur noch schlafen wollte. Das kam mir sehr entgegen, denn im Schlaf musste ich nicht nachdenken.
Im November nach deinem Tod, kurz vor deinem Geburtstag, überkamen mich trotz aller Abwehrmechanismen die Traurigkeit und vor allem die Einsamkeit. In meinen Träumen hast du mich besucht. Du hast dich auf mein Bett gesetzt und ich bin aufgewacht. Ich sagte zu dir, dass ich alles dafür geben würde noch einmal deine Hand zu halten. Du hast meine Hand genommen und ich bin im Traum friedlich eingeschlafen.
Ich weiss, es ist egoistisch mir zu wünschen, du wärst noch hier. Denn es wäre nur noch dein Körper. Alles, was dich ausgemacht hat, wäre nach dem schweren Schlaganfall nicht mehr da gewesen. Das hättest du nicht gewollt und ich auch nicht. Trotzdem gibt es Momente, an denen ich mich einfach gerne zu dir aufs Bett legen und deine Hand halten möchte. So wie früher, wenn ich dich besucht habe. Wenn wir zusammen auf der Couch sassen, ich meinen Kopf auf deiner Schulter hatte und du meine Hand gehalten hast. Obwohl ich doch dafür eigentlich schon viel zu alt war.
Du warst und bist mein Ein und Alles und ich glaube, so eine Liebe und Verbundenheit werde ich erst wieder spüren, wenn ich selbst Mutter bin. Du und ich und dann lange erstmal keiner mehr. Dann kam M., aber das ist eine andere Liebe und eine andere Geschichte.
Seit drei Jahren sage ich jeden Abend zu deinem Foto ,Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh'. So wie wir es jeden Abend am Telefon gesagt haben.
Ich vermisse dich. Jeden Tag. Dein Lachen, deine Stimme. Wie du mit deinen Wollsocken auf der kleinen Couch gesessen hast und Äpfelchen für uns beide geschnitten hast.
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Das mag sein. Oberflächlich ist sie vernarbt. Nur eine Linie, etwas heller als meine Hautfarbe. Fällt kaum auf. Aber was keiner sieht, ist, dass sie sich nach innen gewannt und sich dort verästelt hat und sie nun in jeden Zentimeter meines Körpers vordringt.
All die Momente, in denen ich frech zu dir war, tun mir so unsagbar leid. Aber am schlimmsten tut mir leid, dass du damals den ganzen Weg mit dem Rollator zu mir in meine erste Wohnung kamst und ich dich angemotzt habe, dass du nicht vorher angerufen hast. Und das nur, weil ich mit meinem damaligen Freund noch wegfahren wollte. Ich kann nicht in Worte fassen, wie leid mir das tut. Du hast den ganzen Weg zu mir gemacht, obwohl es schon damals anstrengend für dich war und ich blöde Kuh meckere dich an. Und das wegen so einem blöden Typen, zu dem ich schon Jahre keinen Kontakt mehr habe.
Als ich dich am letzten Abend, als du noch bei Bewusstsein warst, besucht habe, wusste ich, dass du nicht mehr nach Hause kommst. Deine Nase und alles drumherum war ganz weiss und ich werde niemals die letzten Worte vergessen, die du zu mir gesagt hast. Niemals.
Eines Tages werde ich Wale in freier Wildbahn sehen, das Polarlicht und an die Baikalsee fahren. Für dich und mich. Für uns.
Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast. Du hast mich zu einem anständigen Menschen erzogen.
Gib den beiden Opas einen dicken Kuss von mir.
Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh!
Lied: Oma so lieb
Interpret: Heintje (Hey, ich wuchs bei meinen Grosseltern auf - NATÜRLICH kenn ich Heintje)
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
Ich habe die beste Oma,
die liebste von der Welt,
bei dir da darf ich alles,
wie es mir grad gefällt,
und schimpft dann meine Mutti ...
Ach du verwöhnst ihn doch,
dann lächelt Oma zärtlich
und sagt ich darf das doch.
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
In Omas kleinem Zimmer
sitz ich so gern bei ihr.
Sie weiss die schönsten Märchen,
und die erzählt sie mir.
Ich streichle ihre Hände
und schaut sie mich dann an
und fragt was ist mein Junge?
Sag ich ganz leise dann ...
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
Dienstag, 29. April 2014
Immer mitten in die Fresse rein!!!!
Genau dies würde ich nun nämlich gerne mit meinem Ex-Freund tun - ihm einfach eine reinhauen. Aber so richtig.
Mag sich für manchen sicher übertrieben anhören, aber so ist es nunmal. Ich bin wütend, traurig und fühle mich gedemütigt. Er hat mir letztes Jahr mein Herz gebrochen, als er Schluss gemacht hat und danach bin ich komplett zusammengebrochen. Es war einfach zuviel. Aber anscheinend hat ihm das nicht gereicht, musste nochmal kommen und extra drauftreten. Bin ja nur ich - macht ja nichts. Mit mir kann man es ja machen.
Ich habe ihm soviel anvertraut und ich meinte es ernst, als ich mit ihm über Kinder, Heirat etc. gesprochen habe. Darüber habe ich noch mit keinem meiner vorherigen Freunde geredet, weil ich es mir mit keinem vorstellen konnte. Nur mit ihm.
Ich war wirklich stolz auf mich, dass ich mich in den letzten Monaten so gut zusammengerauft habe und meine Therapeutin und auch Psychiater haben gesagt, dass ich innerhalb kurzer Zeit wirklich grosse Fortschritte gemacht habe. Und dann kommt er daher und bringt mich wieder total aus dem Gleichgewicht. Was ich mir so mühsam erarbeitet habe, sehe ich nun wieder als Haufen Scherben vor meinen Füssen liegen. Ich darf gar nicht daran denken, wie hart es wird das wieder zu flicken. Und wie bei einer kaputten Vase, wenn man diese wieder klebt, werden die Stücke nie wieder so perfekt passen wie zuvor. Man sieht trotzdem immer die Klebestellen.
Und ich zweifle daher an allem was zwischen uns war oder ich dachte, was zwischen uns war. Selbst die schönen Erinnerungen hat er damit beschmutzt. Vielleicht hat er mich einfach die ganze Zeit nur
verarscht und Spielchen gespielt. Er will alles und jeden (Ex-Freundin, mich, Affäre etc.) auf einmal
und wir alle sollen am besten auch noch ganz nach dem Motto Friede, Freude, Eierkuchen zusammen harmonieren.
Stattdessen sollte er endlich erwachsen werden und kapieren, dass sein Gerede und seine Handlungen auch Konsequenzen haben bei den Menschen, die ihre Gefühle in ihn investieren und seine Spielchen dann abbekommen. Ich wünsche ihm, dass er eines Tages durch die Hölle gehen wird, durch die ich letztes Jahr gehen musste. Und dass dies ihn lehren wird nicht mit den Gefühlen anderer Leute zu spielen.
Ich bin so wütend und gleichzeitig heule ich, weil ich so verletzt bin. Würde ich ihn nicht lieben, wäre mein Hass auf ihn wohl momentan auch nicht so gross.
Könnte ich ins Jahr 2012 zurückreisen, würde ich mich für das Wochenende, an dem ich ihn
kennenlernte, krankmelden. Dann wäre mir viel, sehr viel Kummer erspart geblieben. Da dies leider nicht möglich ist, möchte ich einfach nur in sehr naher Zukunft über ihn hinwegkommen. So wie er es ja offensichtlich schon ist (obwohl er sagte, er würde für sehr lange Zeit nach unserer Trennung Single bleiben). Auch wieder nur bla bla. Zwischen seinem sehr lang und meinem liegen wohl paar Monate.
Daher ist der untenstehende Song für alle Ex-Freunde
(P.S. Keiner meiner Ex hat mich je geschlagen oder geschubst etc., aber Worte und abweisendes Verhalten können genauso weh tun).
(P.P.S. Der Refrain aus Schrei nach Liebe würde auch gut passen).
Ein Song namens Schunder - Die Ärzte
Du hast mich so oft angespuckt, geschlagen und getreten
Das war nicht sehr nett von dir, ich hatte nie darum gebeten
Deine Freunde haben applaudiert, sie fanden es ganz toll
Wenn du mich vermöbelt hast, doch jetzt ist das Maß voll
Gewalt erzeugt Gegengewalt, hat man dir das nicht erklärt?
Oder hast du da auch, wie so oft, einfach nicht genau zugehört?
Jetzt stehst du vor mir und wir sind ganz allein
Keiner kann dir helfen, keiner steht dir bei
Ich schlag nur noch auf dich ein
Immer mitten in die Fresse rein...
Ich bin nicht stark und ich bin kein Held, doch was zu viel ist, ist zu viel
Für deine Aggressionen war ich immer das Ventil
Deine Kumpels waren immer dabei, doch jetzt wendet sich das Blatt
Auch wenn ich morgen besser umzieh, irgendwo in eine andere Stadt
Gewalt erzeugt Gegengewalt, hat man dir das nicht erzählt?
Oder hast du da auch, wie so oft, im Unterricht gefehlt?
Jetzt liegst du vor mir und wir sind ganz allein
Und ich schlage weiter auf dich ein — das tut gut
Das musste einfach mal sein
Immer mitten in die Fresse rein…
Mag sich für manchen sicher übertrieben anhören, aber so ist es nunmal. Ich bin wütend, traurig und fühle mich gedemütigt. Er hat mir letztes Jahr mein Herz gebrochen, als er Schluss gemacht hat und danach bin ich komplett zusammengebrochen. Es war einfach zuviel. Aber anscheinend hat ihm das nicht gereicht, musste nochmal kommen und extra drauftreten. Bin ja nur ich - macht ja nichts. Mit mir kann man es ja machen.
Ich habe ihm soviel anvertraut und ich meinte es ernst, als ich mit ihm über Kinder, Heirat etc. gesprochen habe. Darüber habe ich noch mit keinem meiner vorherigen Freunde geredet, weil ich es mir mit keinem vorstellen konnte. Nur mit ihm.
Ich war wirklich stolz auf mich, dass ich mich in den letzten Monaten so gut zusammengerauft habe und meine Therapeutin und auch Psychiater haben gesagt, dass ich innerhalb kurzer Zeit wirklich grosse Fortschritte gemacht habe. Und dann kommt er daher und bringt mich wieder total aus dem Gleichgewicht. Was ich mir so mühsam erarbeitet habe, sehe ich nun wieder als Haufen Scherben vor meinen Füssen liegen. Ich darf gar nicht daran denken, wie hart es wird das wieder zu flicken. Und wie bei einer kaputten Vase, wenn man diese wieder klebt, werden die Stücke nie wieder so perfekt passen wie zuvor. Man sieht trotzdem immer die Klebestellen.
Und ich zweifle daher an allem was zwischen uns war oder ich dachte, was zwischen uns war. Selbst die schönen Erinnerungen hat er damit beschmutzt. Vielleicht hat er mich einfach die ganze Zeit nur
verarscht und Spielchen gespielt. Er will alles und jeden (Ex-Freundin, mich, Affäre etc.) auf einmal
und wir alle sollen am besten auch noch ganz nach dem Motto Friede, Freude, Eierkuchen zusammen harmonieren.
Stattdessen sollte er endlich erwachsen werden und kapieren, dass sein Gerede und seine Handlungen auch Konsequenzen haben bei den Menschen, die ihre Gefühle in ihn investieren und seine Spielchen dann abbekommen. Ich wünsche ihm, dass er eines Tages durch die Hölle gehen wird, durch die ich letztes Jahr gehen musste. Und dass dies ihn lehren wird nicht mit den Gefühlen anderer Leute zu spielen.
Ich bin so wütend und gleichzeitig heule ich, weil ich so verletzt bin. Würde ich ihn nicht lieben, wäre mein Hass auf ihn wohl momentan auch nicht so gross.
Könnte ich ins Jahr 2012 zurückreisen, würde ich mich für das Wochenende, an dem ich ihn
kennenlernte, krankmelden. Dann wäre mir viel, sehr viel Kummer erspart geblieben. Da dies leider nicht möglich ist, möchte ich einfach nur in sehr naher Zukunft über ihn hinwegkommen. So wie er es ja offensichtlich schon ist (obwohl er sagte, er würde für sehr lange Zeit nach unserer Trennung Single bleiben). Auch wieder nur bla bla. Zwischen seinem sehr lang und meinem liegen wohl paar Monate.
Daher ist der untenstehende Song für alle Ex-Freunde
(P.S. Keiner meiner Ex hat mich je geschlagen oder geschubst etc., aber Worte und abweisendes Verhalten können genauso weh tun).
(P.P.S. Der Refrain aus Schrei nach Liebe würde auch gut passen).
Ein Song namens Schunder - Die Ärzte
Du hast mich so oft angespuckt, geschlagen und getreten
Das war nicht sehr nett von dir, ich hatte nie darum gebeten
Deine Freunde haben applaudiert, sie fanden es ganz toll
Wenn du mich vermöbelt hast, doch jetzt ist das Maß voll
Gewalt erzeugt Gegengewalt, hat man dir das nicht erklärt?
Oder hast du da auch, wie so oft, einfach nicht genau zugehört?
Jetzt stehst du vor mir und wir sind ganz allein
Keiner kann dir helfen, keiner steht dir bei
Ich schlag nur noch auf dich ein
Immer mitten in die Fresse rein...
Ich bin nicht stark und ich bin kein Held, doch was zu viel ist, ist zu viel
Für deine Aggressionen war ich immer das Ventil
Deine Kumpels waren immer dabei, doch jetzt wendet sich das Blatt
Auch wenn ich morgen besser umzieh, irgendwo in eine andere Stadt
Gewalt erzeugt Gegengewalt, hat man dir das nicht erzählt?
Oder hast du da auch, wie so oft, im Unterricht gefehlt?
Jetzt liegst du vor mir und wir sind ganz allein
Und ich schlage weiter auf dich ein — das tut gut
Das musste einfach mal sein
Immer mitten in die Fresse rein…
Montag, 28. April 2014
Aus Schaden wird man klug
So sagt es zumindest der Volksmund. Leider trifft das wohl nicht auf mich zu.
Letzte Woche schrieb mich mein Ex-Freund via WhatsApp an und wir haben seitdem ab und an geschrieben. Es war ein komisches Gefühl - so vertraut, aber trotzdem anders. Ich habe es vermisst mit ihm zu schreiben und ihm meine Gedanken mitzuteilen oder einfach nur über meinen Tag zu berichten (da er nicht aus Deutschland kommt, haben wir meist per WhatsApp kommuniziert).
Dabei kam einiges zur Sprache:
Wie sehr er mich geliebt hat, ich war die Einzige mit der er sich vorstellen konnte ein Kind zu haben, er wäre total verrückt nach mir gewesen und die Entscheidung Schluss zu machen war die schlechteste seines Lebens und er bereut sie etc. etc.
Was soll ich denn nach solchen Worten bitte schön denken?!?!
Mein blödes kleines Herz ist vor Freude aus der Brust gesprungen, hat mein Gehirn mitgerissen und beide haben fröhlich singend zu meinen Füssen Lambada getanzt.
So oft habe ich mir vorgestellt und auch insgeheim gewünscht, es wäre wie in dem Lied ,Dear Darlin' von Olly Murs. Und dann schrieb er mir wirklich oben gesagte Dinge und ich dachte, ich hätte vielleicht auch mal Glück und unsere Beziehung, die so schön begonnen hat, hätte noch eine Chance. Ich sah schon unser nächstes Treffen vor mir, bei dem wir uns beide heulend in die Arme fallen und er mir sagt, wie sehr er mich liebt und mich vermisst hat.
Stattdessen schreibt er mir auf meine heutige Frage hin, wie er für mich fühle, er hätte mich lieb. Als wäre ich ein Hund!
Und das käme jetzt alles etwas plötzlich für ihn und ob es eine Rolle spiele, wie er fühlt. Ich komme mir so unglaublich dumm vor!!
Dear Darlin' von Olly Murs aus dem Album: Right Place Right Time
Dear Darlin’, please excuse my writing.
I can’t stop my hands from shaking cos I’m cold and alone tonight.
I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet. We tried.
And if my words break through the wall and meet you at your door, all I
Could say is:
“Girl, I mean them all.”
Dear Darlin’, please excuse my writing.
I can’t stop my hands from shaking cos I’m cold and alone tonight.
I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet.
We tried.
We tried.
Been thinking about the ball we dreamt.
Feeling like the sofa was sinking.
I was warm in the hope of your eyes.
So if my words break through the wall to meet you at your door, all I could
Say is:
“Girl, I mean them all.”
Dear Darlin’, please excuse my writing.
I can’t stop my hands from shaking cos I’m cold and alone tonight.
I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet. We tried.
Oh I concur. These arms are yours to hold.
And I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet. We tried. We tried.
Letzte Woche schrieb mich mein Ex-Freund via WhatsApp an und wir haben seitdem ab und an geschrieben. Es war ein komisches Gefühl - so vertraut, aber trotzdem anders. Ich habe es vermisst mit ihm zu schreiben und ihm meine Gedanken mitzuteilen oder einfach nur über meinen Tag zu berichten (da er nicht aus Deutschland kommt, haben wir meist per WhatsApp kommuniziert).
Dabei kam einiges zur Sprache:
Wie sehr er mich geliebt hat, ich war die Einzige mit der er sich vorstellen konnte ein Kind zu haben, er wäre total verrückt nach mir gewesen und die Entscheidung Schluss zu machen war die schlechteste seines Lebens und er bereut sie etc. etc.
Was soll ich denn nach solchen Worten bitte schön denken?!?!
Mein blödes kleines Herz ist vor Freude aus der Brust gesprungen, hat mein Gehirn mitgerissen und beide haben fröhlich singend zu meinen Füssen Lambada getanzt.
So oft habe ich mir vorgestellt und auch insgeheim gewünscht, es wäre wie in dem Lied ,Dear Darlin' von Olly Murs. Und dann schrieb er mir wirklich oben gesagte Dinge und ich dachte, ich hätte vielleicht auch mal Glück und unsere Beziehung, die so schön begonnen hat, hätte noch eine Chance. Ich sah schon unser nächstes Treffen vor mir, bei dem wir uns beide heulend in die Arme fallen und er mir sagt, wie sehr er mich liebt und mich vermisst hat.
Stattdessen schreibt er mir auf meine heutige Frage hin, wie er für mich fühle, er hätte mich lieb. Als wäre ich ein Hund!
Und das käme jetzt alles etwas plötzlich für ihn und ob es eine Rolle spiele, wie er fühlt. Ich komme mir so unglaublich dumm vor!!
Dear Darlin' von Olly Murs aus dem Album: Right Place Right Time
Dear Darlin’, please excuse my writing.
I can’t stop my hands from shaking cos I’m cold and alone tonight.
I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet. We tried.
And if my words break through the wall and meet you at your door, all I
Could say is:
“Girl, I mean them all.”
Dear Darlin’, please excuse my writing.
I can’t stop my hands from shaking cos I’m cold and alone tonight.
I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet.
We tried.
We tried.
Been thinking about the ball we dreamt.
Feeling like the sofa was sinking.
I was warm in the hope of your eyes.
So if my words break through the wall to meet you at your door, all I could
Say is:
“Girl, I mean them all.”
Dear Darlin’, please excuse my writing.
I can’t stop my hands from shaking cos I’m cold and alone tonight.
I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet. We tried.
Oh I concur. These arms are yours to hold.
And I miss you and nothing hurts like know you.
And no one understands what we went through.
It was short. It was sweet. We tried. We tried.
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