Freiheit

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Montag, 21. Juli 2014

Depressionen und Erna (die Angst) - Partner fürs Leben?!?!

Für einen Montagmorgen war mein Start in die Woche ganz gut. Während der Zugfahrt stieß ich aber auf einen Artikel bei hellogiggles.com über Depressionen. Und schon kreisten meine Gedanken wieder um meine Erkrankung, denn bei mir wurde zuerst eine Depression und dann eine generalisierte Angststörung diagnostiziert.

Hier ist der dazugehörige Link bei hellogiggles (in englischer Sprache): 


Da ich selbst von Depressionen betroffen bin, kann ich den Artikel sehr gut nachempfinden. Im engsten Familien- und Freundeskreis gehe ich auch offen mit dem Thema um, zumindest mittlerweile. Ich wusste letztes Jahr anfangs selbst nicht so genau was mit mir passiert, nur dass ich psychisch und physisch fix und fertig war und  eine scheiß Angst hatte. Nämlich vorm alleine zu Hause sein, denn dann kamen die bösen Gedanken wieder und ich hatte keine Ablenkung. Nichts hat geholfen - kein putzen, kein aufräumen, kein stricken, kein lesen, kein fernsehen. Das war nie genug Ablenkung, um in meinem Kopf für Ruhe zu sorgen und die bösen Gedanken zum Schweigen zu bringen. Ich konnte sie nicht abwehren. 

Gedanken an meinen Ex, die Arbeit, meine Oma und was ich bloß tun soll, wenn die Angst und diese Gefühle niemals mehr weggehen. Wie lange halte ich das aus? Wie viel Kraft habe ich noch? Was tue ich, wenn es mir irgendwann egal ist, was ich mir evtl antue, weil ich nicht mehr kann. Was ist das für ein Leben, dass nur noch aus Angst und Hoffnungslosigkeit besteht. Was für ein Leben, wenn ich all die Dinge, die ich noch gerne tun und sehen möchte, nicht mehr sehen und tun kann, weil ich zuviel Angst habe.

Diese Gedanken und die Gefühle 24/7 wochenlang zu haben, machte mich fertig. Zermürbte mich. 
Ich versuchte es zu erklären, auch bildlich. Aber richtig verstehen und nachvollziehen konnte es niemand. Woher auch. Normale Angst und Traurigkeit kann man mit einem lustigen Film o.ä. schnell schonmal beiseite schieben. Krankhafte Angst und Traurigkeit nicht. Die ist immer da. Auch wenn sie mal ein Nickerchen macht und dir eine kurze Verschnaufpause gönnt. Danach kommt sie gut erholt und oft um ein vielfaches schlimmer zurück. Dann bekam ich oft so doll eine gewischt, dass ich nicht mehr wusste, wo rechts und links ist. Oder wer ich eigentlich noch bin. 

Auch mein Chef und die Kollegen aus meiner Abteilung wissen Bescheid. Mein Chef hat mehrmals
mit mir geredet, versuchte zu helfen. Richtig verstanden hat auch er es bis heute nicht. 

Aber ansonsten möchte ich auch nicht, dass jemand von meiner Erkrankung erfährt. Nach wie vor wird man schnell als zu schwach abgestempelt. Oder ich soll mich doch nicht so hängenlassen.
Daher schreibe ich diesen Blog anonym. Um mich selbst vor Anfeindungen oder falschem Mitleid zu schützen. Denn leider gibt es immer Leute, die solche Situationen zu ihrem Vorteil ausnutzen. 

Depressionen sind keine Willenssache - sie sind eine ernsthafte Erkrankung, die leider nach wie vor oft noch belächelt wird. Würde diese Krankheit durch reine Willenskraft besiegt werden können, würden nicht so viele Menschen darunter leiden. Denn durch diese Hölle geht keiner freiwillig. 

Ich habe letztes Jahr das Buch ,Leben mit dem schwarzen Hund' von Matthew Johnstone gekauft und meiner Mutter zu lesen gegeben. Ich hatte gehofft, dass sie mich und mein Verhalten besser verstehen würde. Leider hatte ich am nächsten Morgen das Gefühl, sie habe es gar nicht gelesen, denn sie erklärte mir, dass ich selbst aus der Depression rauskommen wollen muss und aufhören soll alles so negativ zu sehen. 

Ich weiß noch genau wie ich am Küchentisch saß und dachte, ich traue meinen Ohren nicht. Es war
genau das Gegenteil von dem, was in dem Buch stand. 
Ich war nur noch ein Schatten meiner selbst, konnte nicht essen, nicht schlafen, hatte Hitzegefühle in
meinen Armen und schlimme Angstzustände, die nur abends ein wenig besser wurden. Ich dachte, dass ich in die Psychiatrie muss, weil ich nicht wusste was mit mir eigentlich passierte. 
Könnte ich diesen Zustand willentlich beeinflussen, hätte ich es doch längst getan! 

Ich war total geschockt und verärgert  von ihrer Reaktion. Und auch brachte es weitere Angst hoch, da ich versuchte  positiv zu sein. Aber in einer solchen Angst (Angststörung) und Hoffnungslosigkeit (Depression) konnte ich nicht mehr positiv denken. Es wisperte mir immer eins der beiden o.g. Teufelchen  ins Ohr, dass ich es nicht schaffe, denn eine Garantie gibt es nicht. 

Heute denke ich, es war Hilflosigkeit, die sie dazu brachte so streng zu sein. Denn gutes Zureden hat auch nicht geholfen.

Hier ein Link zum Video Der Schwarze Hund von Matthew Johnstone (in Englisch):


Und hier nun auch in Deutsch bei Freunde fürs Leben (Nachtrag vom 30.08.2014):

http://www.frnd.de

Und ein Link von einem seiner Live-Auftritte (in Englisch): 


Ich habe dann anderen Familienmitgliedern und Freunden folgenden Link geschickt. Hier gibt es viele Antworten auf Fragen, die man sich selbst, aber auch andere einem stellen. Der Link ist vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie und das Lesen gab mir Hoffnung und ich finde, dass die Antworten verständlich erläutert sind:

http://www.mpipsykl.mpg.de/840900/depression

Das Schreiben dieses Blogs hilft mir sehr. Hier kann ich meinen seelischen Müll abladen und ordnen.
Wie bei meiner Therapie muss ich kein Blatt vor den Mund nehmen. Ich kann den ganzen Ballast aus mir rauslassen. Ohne Rücksicht auf Gefühle anderer. Das ist sehr befreiend. Und erleichtert ungemein. Hätte ich anfangs nicht gedacht.

Ich bin unendlich dankbar für die Hilfe meiner Hausärztin, meiner Therapeutin und meines Psychiaters. Stundenlang haben sie mir zugehört, mich weinen lassen und wieder aufgebaut. Mit mir zusammen suchen sie Wege, damit ich das dunkle Tal und seine Bewohner irgendwann hinter mir lassen kann.

Der erste Schritt um Hilfe zu suchen und zu bitten war unglaublich schwer. Ich dachte anfangs, ich bekomme es alleine hin. Als dies nicht funktionierte war ich so enttäuscht und frustriert über mich selbst. Dann fand ich die Therapeutin. Trotzdem kam der große Zusammenbruch - ich war so enttäuscht. Dann Hilfe von Hausärztin und Therapeutin. Trotzdem kam die erste Angstphase. Weitere Enttäuschung und Frustration. 5 Wochen Reha - trotzdem kam in der Reha und der erste Samstag direkt danach wieder eine Angstphase. Nach all den Überwindungen, Anstrengungen, Änderung der Verhaltensweise - nach all dem trotzdem wieder Angst. Die Enttäuschung, Wut und Frustration über mich selbst wuchs immer mehr. Ich wollte alles und zwar gleich.
 Raus aus diesem Leid.

Aber: Was lange kommt, braucht auch lange um zu gehen. Der Zusammenbruch im letzten Jahr hat sich jahrelang angebahnt. Ich wollte es nur nicht wahrhaben.

Und ich muss Geduld mit mir haben. Mehr auf mein Bauchgefühl achten, meine eigenen Grenzen respektieren.

Und wenn nichts anderes hilft, dann sollte man auch nicht vor einem Antidepressivum scheuen (unbedingt vorher einen Facharzt für Psychiatrie konsultieren). Ich war auch dagegen, aber als nichts half, war ich letztendlich froh darüber die Cymbalta von meinem Psychiater bekommen zu haben. Sie öffneten meine ,Scheuklappen' und die Fokussierung auf die Angst und Traurigkeit löste sich soweit auf, dass sie nicht mehr meine Gedanken bestimmen, sondern auch Platz für andere, auch erfreuliche, Gedanken ist.  Ich rate aber nochmal dringend dazu, dass jeder vorab einen Facharzt für Psychiatrie aufsucht. Dies sind Fachleute und sie sind darauf spezialisiert, d.h. sie können meist sehr gut einschätzen, welches Medikament für wen das jeweils richtige ist.

Am Ende des Buches ,Ein Leben mit dem schwarzen Hund' von Matthew Johnstone steht:

Einer der wichtigsten Aspekte dieser Reise ist es,
sich einander immer wieder vor Augen zu führen:

Es geht vorbei. Es geht vorbei. Es geht vorbei.


Schönen Abend!

Eure Taleju :-)



Sonntag, 13. Juli 2014

Weltmeister!!!!!!!

Wir sind Weltmeister!!!!!! 😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃
🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪⚽️⚽️⚽️⚽️⚽️⚽️⚽️⚽️⚽️⚽️⚽️🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪🇩🇪

Freitag, 11. Juli 2014

Die dritte Person - Mit den Augen eines Anderen

Ich betrat die Wohnung. Es war Nacht und alles war dunkel. Trotzdem konnte ich alles gestochen scharf erkennen. Ich ging den kurzen Flur entlang. Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Es kam aus dem hinteren Zimmer. Ich erkannte Wortfetzen, dann ein Schluchzen. Betete sie etwa? Das Rascheln der Bettwäsche folgte, dann hörte ich Schritte. Sie schleppte sich an mir vorbei zum Badezimmer. Mondlicht fiel durchs Fenster auf sie. Sie saß auf der Toilette, die Hände hielten den Kopf, Tränen liefen glitzernd ihre Wangen hinab. Dann griff sie plötzlich nach dem Putzeimer und übergab sich in ihn. Das Geräusch der Toilettenspülung, fließendes Wasser. Sie schlich wieder an mir vorbei Richtung Schlafzimmer. Sie war nur ein Schatten ihrer selbst. Das Haar stand wild vom Kopf ab, Mascaraspuren auf den Wangen und um die Augen verschmiert, das Gesicht erschreckend weiß.

Sie macht kein Licht, denn es tut so weh, so verdammt weh, in ihren Augen. Sie tastet sich mit ausgestreckten Armen in Richtung des Bettes. Dort angekommen setzt sie sich vorsichtig hin, fährt mit der Hand über den Nachttisch, auf der Suche nach den Tabletten. Endlich findet sie eine, zerbricht sie in vier Stücke, da sie sie nicht im Ganzen schlucken kann. Das Öffnen der Wasserflasche, dann Würgelaute und Erbrechen. Erschöpft lässt sie sich in die Kissen sinken. Das wäre die sechste Tablette gewesen. Sie helfen einfach nicht, der Schmerz wird immer schlimmer. Wieso helfen sie nicht.

Ich lasse mich mit dem Rücken an der Wand hinuntergleiten bis ich auf dem kalten Boden sitze. Sie weint. Betet. Und fleht. Aber Oma ist nicht da. Sie kann ihr nicht mehr helfen. Sie ist ganz allein.

Ich bin nur ein stiller Beobachter. Ich würde ihr den Rücken streicheln und den Kopf über den Eimer halten. Aber auch ich kann nicht eingreifen.

Sie dreht sich von einer Seite auf die andere. Und weint. Egal, wie sie liegt, es tut weh. Sogar die
Berührung mit dem Kissen schmerzt. Sie weint immer weiter, obwohl es den Schmerz verschlimmert. Sie flüstert. Sie bietet Gott einen Deal an, wenn es sich doch bitte nur um eine Migräne handelt und nicht um einen Schlaganfall. Wieder erbricht sie in den blauen Eimer.

Nun sitzt sie im Bett. Schimpft mit sich selbst. Weint. Schimpft weiter. Weint.

Warum sie immer über ihre Grenzen hinausgeht. Wieder. Schon wieder. Obwohl sie es doch besser wissen muss. Sie ist schließlich hart genug gefallen im letzten Jahr. War wohl noch nicht hart genug. Oder warum ist sie so masochistisch?! Sie weiß es doch besser. Sie weiß, es gibt kein Danke, wenn sie 19 Std am Stück wie von Samstag auf Sonntag arbeitet. Es wird einfach erwartet, vorausgesetzt. Sie ist ja die Blöde, die das mit sich machen lässt. Und egal wie sehr sie sich anstrengend, sie ist austauschbar. Das haben sie ihr in den letzten Wochen begreiflich gemacht.

Wie viel muss noch passieren, bis sie endlich erkennt, dass es das nicht wert ist. Endlich begreift. Erst wenn sie wieder bald am Boden liegt und alle über sie hinwegsteigen und keiner mehr sich nach ihr umdreht. Erst dann?! Nichts und niemand ist es wert, die Gesundheit zu riskieren.

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Ich habe diese Geschichte aus der Perspektive der 3. Person geschrieben. Dies habe ich in einem Magazin gelesen, dass man z.B. sein Tagebuch einmal aus der 3. Person schreiben soll. Viele Dinge erscheinen dann evtl. klarer.

Dies war einer der schlimmsten Migräneanfälle, die ich je hatte. Ich erinnere mich nur an einen weiteren, der auch so schlimm war und ich nicht mehr wusste was ich tun sollte, weil die Schmerzen so unerträglich waren. Besser wurde es diesmal erst nach zwei Tagen. Meine Ärztin musste mich sogar krankschreiben. Trotzdem habe ich seitdem mit Schwindel und Übelkeit zu kämpfen.
Auf Grund der Cymbalta darf ich nur die Paracetamol Tabletten gegen die Migräne nehmen. Die helfen aber nicht. Habe an diesem Montag bis Montagnacht 5 1/4 Tabletten genommen, alles erfolglos. Dienstagmittag kam erst Abhilfe. Meine Ärztin ließ mir Novalgin-Tropfen bringen. 40 Tropfen und die Migräne ging langsam weg. Mittwochs konnte ich dann meine Wohnung verlassen und zu meiner Ärztin in die Praxis fahren. Sie schrieb mich gleich auch noch für diesen Tag krank. Ich hatte zwar zu Hause meinen Koffer schon wieder gepackt, da ich eigentlich beruflich für drei Tage weg musste, aber letztendlich war ich doch froh um diesen Tag. Ab nachmittags lag ich dann auch schon wieder wegen dem Schwindel und der Übelkeit im Bett. Seitdem begleiten mich diese Symptome. Ich soll zum Neurologen und dort zum CT. Und zu meinem Psychiater, um zu klären, welche Tabletten ich ggfs. wegen der Migräne noch nehmen kann.

Fakt ist, dass ich wieder kürzer treten muss. Ego hin oder her. Ich muss lernen mich selbst wertzuschätzen, d.h. auch meine Grenzen zu respektieren. Und meinen 6 Stunden-Tag, den ich vertraglich habe, auch zeitlich wieder einzuhalten.

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Nachtrag vom 30.08.2014:

Am Donnerstag war ich bei meinem Psychiater und erzählte ihm von diesem heftigen Migräneanfall. Es waren wohl eine Kombination aus dem Stress und Absetzungserscheinungen der Cymbalta, die ich 2 Tage lang an diesem Wochenende vergessen hatte zu nehmen.

Absetzerscheinungen! Ich war geschockt und erst einmal sprachlos. Ich dachte, ich hätte einen Schlaganfall gehabt, so schlimm waren die Schmerzen. Nun muss ich sagen, dass ich wirklich Bammel habe die Tabletten abzusetzen. Das ist zwar noch nicht abzusehen, aber trotzdem.

Da ich nur eine am Tag nehme, habe ich ihn gefragt, wie man die Dosierung denn langsam reduzieren kann. Diese Tabletten kann man nicht teilen. Er sagte, dass es dann anfangs nur 1 Tablette alle 2 Tage sein wird, dann nach einiger Zeit 1 Tablette alle 3 Tage usw.

So gerne ich die Tabletten auch absetzen möchte, so sehr Angst habe ich nun auch davor eben dies zu tun. Auch wegen den Absetzsymptomen, aber auch vor dem Ergebnis, ob die Angst dann weg ist oder wiederkommt. So stark wie im letzten Jahr.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Heutiger Stand - ein Update

Ein paar Dinge, die ich unbedingt umsetzen wollte in meinem Glücks-Projekt, habe ich mittlerweile auch umgesetzt.

So habe ich nun einen Personal Trainer, der mich alle zwei Wochen durch die Gegend scheucht bzw. auf Grund meiner Kondition ist scheuchen das falsche Wort..... Um einen früheren Trainer im Fitness Studio zu zitieren:,, Für eine 80jährige wär's ok.....". Mein ,Tempo' kann man sich also vorstellen :-)
Aber, hey, besser als nix.

Außerdem bin ich nun offiziell Studentin der Psychologie. Um den Abschluß geht es mir gar nicht, aber ich möchte die Grundlagen erlernen und vor allem verstehen, was da eigentlich mit mir passiert und los ist. Und warum es mich getroffen hat. Welche Komposition aus Genen, Erziehung und Umgebung und ich selbst, haben dazu beigetragen, dass ich krank wurde. Hätte ich vorbeugen können? Hätten meine Großeltern und Eltern vorbeugen können, wenn sie es denn gewusst hätten? Was kann ich tun, damit, falls ich mal Kinder habe, ich ihnen dieses Schicksal erspare, auch wenn sie genetisch durch mich vorbelastet sind. Das alles rauszufinden wird wahrscheinlich eine Lebensaufgabe.
Ich möchte die Ausbildung auch nutzen, um mich später als Coach weiterbilden zu lassen und dann Menschen, die ebenfalls in einer Lebenskrise stecken, helfen zu können. Wenn ich selbst einmal einen Weg hinausgefunden habe. Meiner Meinung nach kann niemand wirklich so genau verstehen, was man durchmacht, wenn man nicht selbst da durch musste.
Ich habe noch nicht mit dem Studium begonnen, aber ich fühle mich gut dabei, dass ich mich endlich mal dazu durchgerungen habe mit etwas zu beginnen. Viele Jahre habe ich nur gegrübelt, was ich denn machen könnte und konnte mich auf Grund der Vielzahl der Dinge, die mich interessierten, nicht entscheiden. Und das nervte mich mit der Zeit und machte mich unzufrieden.

Die heutige Zeit ist ein Fluch und ein Segen. Wir haben viel mehr Möglichkeiten unser Leben und unsere Talente voll zu entfalten, als noch unsere Vorfahren es konnten. Andererseits belastet mich diese Auswahl aber auch oft, da ich andauernd, ob nun bewusst oder unterbewusst, Entscheidungen treffen muss. Schon im Supermarkt einfach Nudeln zu kaufen, kann dauern, da es mittlerweile so viele verschiedene gibt. Früher gab es eine Sorte und wenn wir etwas besonderes essen wollten, gab es Miracoli.

Moritz ist leider wieder bei mir ausgezogen. Er hat nur geweint und da ich beruflich in den letzten zwei Wochen mehrere Tage am Stück nicht zu Hause war, hat meine Cousine ihn wieder zu sich genommen. Dort ging der Katerkampf auch direkt wieder los. Armer Moritz. So ein lieber Kerl und er kuschelt so gern.

Im Autokorso mitgefahren anlässlich der WM, bin ich leider noch nicht. Denn ich muss gestehen, dass ich noch kein Spiel der deutschen Mannschaft gesehen habe. Ich höre aber anhand dem Gegröle meiner Nachbarn sehr gut, ob wir nun ein Tor erzielt haben oder was gerade passiert.

Das war erstmal das update von mir. Aber hey, die Woche ist noch jung, gerade mal zur Hälfte vorbei und ich hab noch Urlaub (der leider total ins Wasser - wörtlich gemeint - fällt).  Morgen gönne ich mir eine Massage. Freitag geht es in die Sauna, also Entspannung, Entspannung, Entspannung. Hoffe mein Körper bekommt keinen Schock von soviel Entspannung - ist er schließlich nicht gewohnt ;)

Gute Nacht!!


The answer my friend is blowin' in the wind.....

Wenn ich als 80jährige zurückblicke und mir die Fotos aus den beiden vergangenen Jahren in die Hände fallen, werde ich mich dann wohlwollend an die Zeit zurückerinnern. Habe ich vielleicht ein Enkelkind auf dem Schoß sitzen, das mich fragt, wer die beiden jungen Leute auf den Fotos sind, die ich ihm zeige. Und ich ihr von uns erzähle, von mir und M., meinem Freund aus Tschechien. 

Oder wird er für mich nur ein Gesicht sein, wie die vielen anderen, denen ich im Laufe der darauffolgenden Jahre begegnet bin und irgendwann im Erinnerungswirrwarr immer mehr verblassen, bis er nur noch ein namenloses, unscharfes Gesicht in der Masse ist. 

Wird mich noch die gleiche Melancholie befallen, wenn ich an ihn denke. An unsere Geschichte, die so schön begann und die ich für einen Wink des Schicksals hielt. 
Ich habe mir als Mädchen nie vorgestellt, wie ich mal heiraten werde, ich wusste nur immer ganz genau zu welchem Lied ich das erste Mal mit meinem Mann tanzen möchte. Ein tschechisches Lied. 

Werde ich ihr erzählen, dass ich damals dachte, er wäre meine große Liebe. Denn zu dem Zeitpunkt war er das auch. Aber ich musste ihn gehen lassen. Er hatte sich so entschieden. 

Ich muss meinem Herzen klarmachen, dass es für M. an der Zeit ist von dort auszuziehen. So schwer es meinem Herzen auch fallen mag. Damit wieder genug Platz für andere Personen dort ist. 
Genauso wie Erna, inkl. Zacharias, im November aus meinen pinken Zimmer ausziehen soll. Mittlerweile haben es sich beide dort so gemütlich gemacht und gehören wie selbstverständlich zu meinem Alltag, dass ich mich frage, ob sie wirklich ausziehen wird. Und wie ich sie dazu bewegen soll, falls sie tatsächlich nicht will. Wenn sie mit ihren knappen 1,55m vor mir steht, mit verschränkten Armen und störrisch vorgerecktem Kinn und mit ihrem kleinen Füßlein aufstampft und sagt: ,,Nein, nein, nein und nochmal nein. Du bist hier nicht der Bestimmer. Sondern ich!!" 

Es wird also Zeit in meinem Herzen (und in meiner Wohnung) für Ordnung zu sorgen und Platz zu machen für jemand anderen. Wer immer das auch sein mag.......

The answer my friend is blowin' in the wind
the answer is blowin' in the wind


Song: How many roads von Bob Dylan

How many roads must a man walk down
Before you call him a man?
Yes, 'n' how many seas must a white dove sail
Before she sleeps in the sand?
Yes, 'n' how many times must the cannon balls fly
Before they're forever banned?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.

How many years can a mountain exist
Before it's washed to the sea?
Yes, 'n' how many years can some people exist
Before they're allowed to be free?
Yes, 'n' how many times can a man turn his head,
Pretending he just doesn't see?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.

How many times must a man look up
Before he can see the sky?
Yes, 'n' how many ears must one man have
Before he can hear people cry?
Yes, 'n' how many deaths will it take till he knows
That too many people have died?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.

Samstag, 21. Juni 2014

Und so zieh ich meine Runden.....

Momentan fühle ich mich, als würde ich auf einem Pfad wandeln über den ich in den letzten Jahren so oft gegangen bin, dass die Erde ganz festgetrampelt ist. Ich kann den Weg mit geschlossenen Augen gehen, so vertraut ist er mir - ich kenne jede Ecke, jeden Stein in- und auswendig.

Ab und an komme ich an einer Abzweigung vorbei. An manchen gehe ich schnurstraks vorbei, werfe hin und wieder über die Schulter einen Blick zurück. Bei manchen bleibe ich stehen, spähe hinein, bleibe aber auf meinem sicheren Trampelpfad, denn der andere Weg verschwindet in der Dunkelheit. Also bleibe ich auf meinem altbekannten Weg - mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf.

Manche angrenzenden Wege sind mit Leuchtreklamen und blinkenden Pfeilen versehen. Sie locken mich. Aber an solchen Wegen gehe ich schnell vorbei. Denn kann das Gute so offentsichtlich sein? Und hat es das wirklich nötig so auf sich aufmerksam zu machen?

Oft begleitet Erna mich auf meiner Tour. Dadurch wird manchmal selbst der altbekannte Weg  zum Spießrutenlauf. Die Geräusche, die Bäume - alles macht mich nervös und ist mir zuviel.

Aber es gibt auch die anderen Abzweigungen, diejenigen, die mich allein durch ihre Schlichtheit bezaubern. Ein Weg hat es mir besonders angetan und ich kann nicht mal sagen warum. Es ist ein einfacher Waldpfad. An diesem setze ich mich auf die hölzerne Bank gegenüber und beobachte den Weg. Das Moos am Wegesrand, die Sonnenstrahlen, die durch das dichte Blattwerk fallen und alles in ein verwunschenes Licht tauchen. Dieser Weg zieht mich an und er bringt etwas in mir zum Klingen, was ich schon lange als verschütt gegangen glaubte. Vielleicht ist dies mein rechter Weg. Mein Weg auf dem ich endlich von der Raupe zum Schmetterling werde oder wie der Phoenix aus der Asche steige.

Aber solange Erna an meiner Seite weilt, sitze ich nur auf meiner Bank, die immer größer und höher zu werden scheint, bis ich wie ein kleines Mädchen nur dasitze, mit den Beinen baumele und mich nicht traue eine Entscheidung zu fällen. Irgendwann wird es Erna dann zu langweilig nur den Weg und die Blätter anzustarren, was sie durch mehrmaliges Seufzen bereits kundgetan hat, dann hüpft sie von der Bank und streckt mir die Arme entgegen. Resigniert lasse ich mich wie ein Kleinkind in ihre Arme fallen, blicke über ihre Schulter zu meinem Weg zurück. Wie ein Kind vertraue ich auf ihre Entscheidung - wird schon richtig sein. Sie ist schließlich die Erwachsene. Trotzdem bin ich traurig und was noch schlimmer ist - hoffnungslos. Denn der Weg, den ich gehe, ist zwar der sichere, aber nicht der, der mich glücklich macht und mich ausfüllt. Der mir endlich nochmal das Gefühl gibt zu leben und dass mein Leben WERTvoll ist.

Als ich vor 8 Jahren von meinem 6-monatigen Aufenthalt in Australien zurückkam, wollte ich nur für ca. 1 Monat hierbleiben, Familie und Freunde sehen und wieder verschwinden. Ich fühlte mich stark und lebendig, so als könnte ich alles schaffen. Keiner aus meiner Familie hat es mir zugetraut, dass
ich länger als 1 Woche dort aushalte.  Sie sagten, es wäre der größte Blödsinn, den ich jemals
gemacht habe. Aber genau diese Zeit dort, ist die, von der ich noch am meisten in meiner Erinnerung zehre. Ich wollte also wieder weg. Leider kam alles anders.

Ich fand eine gut bezahlte Festanstellung, die ich zuerst nur nutzen wollte, um Geld zu sparen, Berufserfahrung zu sammeln und dann wieder in die Ferne zu ziehen. Ausgerechnet in einem Unternehmen voller Anzug- und Krawattenträger, die ich früher so gar nicht ausstehen konnte.
Also musste ich mich anpassen. So sehr, dass ich im Laufe der Jahre so farblos wurde, dass man mich kaum noch ausmachen konnte. Am Anfang habe ich sehr gelitten, aber mir selbst immer wieder zeitliche Ziele gesteckt, die ich schaffen wollte. Die Probezeit hinter mich bekommen, die erste große Gala, ein Jahr Arbeitserfahrung usw. Viele sagten mir damals, ich soll mich nicht hängenlassen und jeder müsste schließlich arbeiten. Und dass ich da halt durch muss. Und ich hab mir geschworen, dass ich mir von niemandem mehr jemals so etwas vorwerfen lasse. Was sie nicht verstanden haben war,
dass es nicht ums Arbeiten ging, sondern um die Art & Umgebung der Arbeit und ich mich mit meinem Vorgesetzten sehr schwergetan habe.

Weil ich allen zeigen wollte, dass ich kein Waschlappen war, habe ich gegen mein Bauchgefühl (ich hab die ersten 6 Monate jeden Morgen würgend über der Kloschüssel gehangen) entschieden. In den beiden Anfangsjahren war ich noch zuversichtlich, dass ich nur Geld spare und bald weg bin. Aber dann hab ich mehr und mehr gearbeitet und alles mit Arbeit verschüttet und verdeckt. So lange bis ich zu erschöpft war, um auch nur an irgendwas anderes zu denken, wie Auswandern, Hobbys, ein stabiler Freundeskreis, Partnerschaft etc. Ich hab einfach immer weitergemacht, trotz tiefer Erschöpfung, Traurig- und Einsamkeit und dem Gefühl mich selbst irgendwann auf dem Weg verloren zu haben. Und wenn jemand so lange, über Jahre hinweg, gegen sich selbst kämpft und ständig seine Grenzen überschreitet, kann das auf Dauer nicht gutgehen. Irgendwann bekommt jeder die Rechnung dafür. Und die kam bei mir letztes Jahr. Ziemlich hoch und ich bezahle noch immer monatlich daran ab.

Es ist wie das rote M&M Männchen aus der Werbung. Es rennt und rennt auf dem Rollband der Kasse so lange vor der Verkäuferin weg bis neue Waren ihm den Weg versperren und es sich seufzend seinem Schicksal ergibt und resigniert, mit missmutigem Gesichtsausdruck, selbst mit seinem Hintern über den Kassenscanner rutscht. Es hatte nie eine wirkliche Chance zu entkommen. Obwohl es lief und lief und sich plagte. In der Einkaufstüte begrüßt ihn fröhlich sein gelber Freund,
der sich freut, dass sie beide auf der Gästeliste stehen. Dabei ist es die Speisekarte.

https://m.youtube.com/watch?v=8OKedFelDlc

Und so ziehe auch ich weiter meine Runden.......

Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird zu leben

Marc Aurel

















Sonntag, 15. Juni 2014

Eine Sommer-Liebe

Ich liebe den Sommer! Ehrlich. Ich liebe die Hitze und auch die Schwüle, wie im Tropenhaus, nach einem Regenguss. 

Hier sind noch weitere Dinge, die ich am Sommer liebe:

  • barfuss in der Wohnung rumlaufen - es ist für mich der Inbegriff des Sommers :-) 
  • mich freier fühlen
  • sobald ich nach Hause kommen möglichst viele Kleidungsstücke ablegen und den Bikini anziehen
  • einfach alle zu erledigenden Hausarbeiten im Bikini machen, z.B. spülen, kochen etc.
  • auf dem Balkon sitzen, die Sonne genießen, die Wolken beobachten und raten, was sie darstellen könnten
  • den Gesang der Vögel von morgens bis abends
  • dass die Natur im satten Grün und leuchtenden Farben aufblüht
  • durch den Wald zu spazieren und die Geräusche, die Farben und den Duft wahrzunehmen
  • den Geruch nach einem Sommerregen - beim nächsten warmen Sommerregen auf dem Balkon tanzen 😊
  • auf dem Balkon übernachten und in einer klaren Nacht die Sterne beobachten 
  • den Geruch meiner Haut nach Sonne, frischer Luft, Sonnencreme und Schweiß
  • nach dem Duschen in ein frischbezogenes Bett legen, das Fenster weit geöffnet, sodass die Abendsonne reinscheint, die Vögel noch zwitschern und ich es mir mit einem Buch und Musik gemütlich mache
  • Grillpartys mit Freunden, dazu selbstgemixte Cocktailkreationen schlürfen und es sich einfach gutgehen lassen. Dabei in diesem Jahr WM schauen und jubeln, wenn wir ein Tor schießen und mitleiden, wenn die Gegner eins erzielen.
  • bei unserem Sieg im Autokorso durch die Stadt fahren und das Gemeinschaftsgefühl genießen
Song ,Ab in den Süden' von Buddy & DJ the Wave


Ooh willkommen willkommen willkommen Sonnenschein
wir packen unsre sieben Sachen in den Flieger rein
Jaa wir kommen, wir kommen, wir kommen macht euch bereit
reif für die Insel Sommer, Sonne, Strand und Zärtlichkeit
Raus aus dem Regen ins Leben ab in den Süden,
der Sonne entgegen was erleben einen heben und dann bikinis erleben
Jetzt kommt es dick, mann, ich rette den tag
ich sag ab geht die party und die party geht ab und ich sag :
Eeh ab in den Süden, der Sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht; ja ich sag, Eeh ab in den Süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sommer, Sonne, Sommer, Sommer, Sommer...
Ooh willkommen willkommen willkommen sonnenschein
den ganzen tag am strand ziehn wir uns die melonen rein
ja Tequila, Tequila, Tequila, Wonderbra
und heute nacht machen wir noch die ganze insel klar
Raus aus dem regen ins leben ab in den süden,
der sonne entgegen, was erleben einen heben und dann bikinis erleben
Jetzt kommt es dick, mann, ich rette den tag
ich sag ab geht die party und die party geht ab und ich sag:
Eeh ab in den Süden, der Sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Nananananana...

Eeh ab in den Süden, der sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht - ja ich sag, Eeh ab in den süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der sonne hinterher, ejo was geht.
Eeh ab in den Süden, der sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht - ja ich sag, Eeh ab in den süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Nanananananana...