Ein paar Dinge, die ich unbedingt umsetzen wollte in meinem Glücks-Projekt, habe ich mittlerweile auch umgesetzt.
So habe ich nun einen Personal Trainer, der mich alle zwei Wochen durch die Gegend scheucht bzw. auf Grund meiner Kondition ist scheuchen das falsche Wort..... Um einen früheren Trainer im Fitness Studio zu zitieren:,, Für eine 80jährige wär's ok.....". Mein ,Tempo' kann man sich also vorstellen :-)
Aber, hey, besser als nix.
Außerdem bin ich nun offiziell Studentin der Psychologie. Um den Abschluß geht es mir gar nicht, aber ich möchte die Grundlagen erlernen und vor allem verstehen, was da eigentlich mit mir passiert und los ist. Und warum es mich getroffen hat. Welche Komposition aus Genen, Erziehung und Umgebung und ich selbst, haben dazu beigetragen, dass ich krank wurde. Hätte ich vorbeugen können? Hätten meine Großeltern und Eltern vorbeugen können, wenn sie es denn gewusst hätten? Was kann ich tun, damit, falls ich mal Kinder habe, ich ihnen dieses Schicksal erspare, auch wenn sie genetisch durch mich vorbelastet sind. Das alles rauszufinden wird wahrscheinlich eine Lebensaufgabe.
Ich möchte die Ausbildung auch nutzen, um mich später als Coach weiterbilden zu lassen und dann Menschen, die ebenfalls in einer Lebenskrise stecken, helfen zu können. Wenn ich selbst einmal einen Weg hinausgefunden habe. Meiner Meinung nach kann niemand wirklich so genau verstehen, was man durchmacht, wenn man nicht selbst da durch musste.
Ich habe noch nicht mit dem Studium begonnen, aber ich fühle mich gut dabei, dass ich mich endlich mal dazu durchgerungen habe mit etwas zu beginnen. Viele Jahre habe ich nur gegrübelt, was ich denn machen könnte und konnte mich auf Grund der Vielzahl der Dinge, die mich interessierten, nicht entscheiden. Und das nervte mich mit der Zeit und machte mich unzufrieden.
Die heutige Zeit ist ein Fluch und ein Segen. Wir haben viel mehr Möglichkeiten unser Leben und unsere Talente voll zu entfalten, als noch unsere Vorfahren es konnten. Andererseits belastet mich diese Auswahl aber auch oft, da ich andauernd, ob nun bewusst oder unterbewusst, Entscheidungen treffen muss. Schon im Supermarkt einfach Nudeln zu kaufen, kann dauern, da es mittlerweile so viele verschiedene gibt. Früher gab es eine Sorte und wenn wir etwas besonderes essen wollten, gab es Miracoli.
Moritz ist leider wieder bei mir ausgezogen. Er hat nur geweint und da ich beruflich in den letzten zwei Wochen mehrere Tage am Stück nicht zu Hause war, hat meine Cousine ihn wieder zu sich genommen. Dort ging der Katerkampf auch direkt wieder los. Armer Moritz. So ein lieber Kerl und er kuschelt so gern.
Im Autokorso mitgefahren anlässlich der WM, bin ich leider noch nicht. Denn ich muss gestehen, dass ich noch kein Spiel der deutschen Mannschaft gesehen habe. Ich höre aber anhand dem Gegröle meiner Nachbarn sehr gut, ob wir nun ein Tor erzielt haben oder was gerade passiert.
Das war erstmal das update von mir. Aber hey, die Woche ist noch jung, gerade mal zur Hälfte vorbei und ich hab noch Urlaub (der leider total ins Wasser - wörtlich gemeint - fällt). Morgen gönne ich mir eine Massage. Freitag geht es in die Sauna, also Entspannung, Entspannung, Entspannung. Hoffe mein Körper bekommt keinen Schock von soviel Entspannung - ist er schließlich nicht gewohnt ;)
Gute Nacht!!
Freiheit
Mittwoch, 9. Juli 2014
The answer my friend is blowin' in the wind.....
Wenn ich als 80jährige zurückblicke und mir die Fotos aus den beiden vergangenen Jahren in die Hände fallen, werde ich mich dann wohlwollend an die Zeit zurückerinnern. Habe ich vielleicht ein Enkelkind auf dem Schoß sitzen, das mich fragt, wer die beiden jungen Leute auf den Fotos sind, die ich ihm zeige. Und ich ihr von uns erzähle, von mir und M., meinem Freund aus Tschechien.
Oder wird er für mich nur ein Gesicht sein, wie die vielen anderen, denen ich im Laufe der darauffolgenden Jahre begegnet bin und irgendwann im Erinnerungswirrwarr immer mehr verblassen, bis er nur noch ein namenloses, unscharfes Gesicht in der Masse ist.
Wird mich noch die gleiche Melancholie befallen, wenn ich an ihn denke. An unsere Geschichte, die so schön begann und die ich für einen Wink des Schicksals hielt.
Ich habe mir als Mädchen nie vorgestellt, wie ich mal heiraten werde, ich wusste nur immer ganz genau zu welchem Lied ich das erste Mal mit meinem Mann tanzen möchte. Ein tschechisches Lied.
Werde ich ihr erzählen, dass ich damals dachte, er wäre meine große Liebe. Denn zu dem Zeitpunkt war er das auch. Aber ich musste ihn gehen lassen. Er hatte sich so entschieden.
Ich muss meinem Herzen klarmachen, dass es für M. an der Zeit ist von dort auszuziehen. So schwer es meinem Herzen auch fallen mag. Damit wieder genug Platz für andere Personen dort ist.
Genauso wie Erna, inkl. Zacharias, im November aus meinen pinken Zimmer ausziehen soll. Mittlerweile haben es sich beide dort so gemütlich gemacht und gehören wie selbstverständlich zu meinem Alltag, dass ich mich frage, ob sie wirklich ausziehen wird. Und wie ich sie dazu bewegen soll, falls sie tatsächlich nicht will. Wenn sie mit ihren knappen 1,55m vor mir steht, mit verschränkten Armen und störrisch vorgerecktem Kinn und mit ihrem kleinen Füßlein aufstampft und sagt: ,,Nein, nein, nein und nochmal nein. Du bist hier nicht der Bestimmer. Sondern ich!!"
Es wird also Zeit in meinem Herzen (und in meiner Wohnung) für Ordnung zu sorgen und Platz zu machen für jemand anderen. Wer immer das auch sein mag.......
The answer my friend is blowin' in the wind
the answer is blowin' in the wind
Song: How many roads von Bob Dylan
How many roads must a man walk down
Before you call him a man?
Yes, 'n' how many seas must a white dove sail
Before she sleeps in the sand?
Yes, 'n' how many times must the cannon balls fly
Before they're forever banned?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.
How many years can a mountain exist
Before it's washed to the sea?
Yes, 'n' how many years can some people exist
Before they're allowed to be free?
Yes, 'n' how many times can a man turn his head,
Pretending he just doesn't see?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.
How many times must a man look up
Before he can see the sky?
Yes, 'n' how many ears must one man have
Before he can hear people cry?
Yes, 'n' how many deaths will it take till he knows
That too many people have died?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.
Oder wird er für mich nur ein Gesicht sein, wie die vielen anderen, denen ich im Laufe der darauffolgenden Jahre begegnet bin und irgendwann im Erinnerungswirrwarr immer mehr verblassen, bis er nur noch ein namenloses, unscharfes Gesicht in der Masse ist.
Wird mich noch die gleiche Melancholie befallen, wenn ich an ihn denke. An unsere Geschichte, die so schön begann und die ich für einen Wink des Schicksals hielt.
Ich habe mir als Mädchen nie vorgestellt, wie ich mal heiraten werde, ich wusste nur immer ganz genau zu welchem Lied ich das erste Mal mit meinem Mann tanzen möchte. Ein tschechisches Lied.
Werde ich ihr erzählen, dass ich damals dachte, er wäre meine große Liebe. Denn zu dem Zeitpunkt war er das auch. Aber ich musste ihn gehen lassen. Er hatte sich so entschieden.
Ich muss meinem Herzen klarmachen, dass es für M. an der Zeit ist von dort auszuziehen. So schwer es meinem Herzen auch fallen mag. Damit wieder genug Platz für andere Personen dort ist.
Genauso wie Erna, inkl. Zacharias, im November aus meinen pinken Zimmer ausziehen soll. Mittlerweile haben es sich beide dort so gemütlich gemacht und gehören wie selbstverständlich zu meinem Alltag, dass ich mich frage, ob sie wirklich ausziehen wird. Und wie ich sie dazu bewegen soll, falls sie tatsächlich nicht will. Wenn sie mit ihren knappen 1,55m vor mir steht, mit verschränkten Armen und störrisch vorgerecktem Kinn und mit ihrem kleinen Füßlein aufstampft und sagt: ,,Nein, nein, nein und nochmal nein. Du bist hier nicht der Bestimmer. Sondern ich!!"
Es wird also Zeit in meinem Herzen (und in meiner Wohnung) für Ordnung zu sorgen und Platz zu machen für jemand anderen. Wer immer das auch sein mag.......
The answer my friend is blowin' in the wind
the answer is blowin' in the wind
Song: How many roads von Bob Dylan
How many roads must a man walk down
Before you call him a man?
Yes, 'n' how many seas must a white dove sail
Before she sleeps in the sand?
Yes, 'n' how many times must the cannon balls fly
Before they're forever banned?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.
How many years can a mountain exist
Before it's washed to the sea?
Yes, 'n' how many years can some people exist
Before they're allowed to be free?
Yes, 'n' how many times can a man turn his head,
Pretending he just doesn't see?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.
How many times must a man look up
Before he can see the sky?
Yes, 'n' how many ears must one man have
Before he can hear people cry?
Yes, 'n' how many deaths will it take till he knows
That too many people have died?
The answer, my friend, is blowin' in the wind,
The answer is blowin' in the wind.
Samstag, 21. Juni 2014
Und so zieh ich meine Runden.....
Momentan fühle ich mich, als würde ich auf einem Pfad wandeln über den ich in den letzten Jahren so oft gegangen bin, dass die Erde ganz festgetrampelt ist. Ich kann den Weg mit geschlossenen Augen gehen, so vertraut ist er mir - ich kenne jede Ecke, jeden Stein in- und auswendig.
Ab und an komme ich an einer Abzweigung vorbei. An manchen gehe ich schnurstraks vorbei, werfe hin und wieder über die Schulter einen Blick zurück. Bei manchen bleibe ich stehen, spähe hinein, bleibe aber auf meinem sicheren Trampelpfad, denn der andere Weg verschwindet in der Dunkelheit. Also bleibe ich auf meinem altbekannten Weg - mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf.
Manche angrenzenden Wege sind mit Leuchtreklamen und blinkenden Pfeilen versehen. Sie locken mich. Aber an solchen Wegen gehe ich schnell vorbei. Denn kann das Gute so offentsichtlich sein? Und hat es das wirklich nötig so auf sich aufmerksam zu machen?
Oft begleitet Erna mich auf meiner Tour. Dadurch wird manchmal selbst der altbekannte Weg zum Spießrutenlauf. Die Geräusche, die Bäume - alles macht mich nervös und ist mir zuviel.
Aber es gibt auch die anderen Abzweigungen, diejenigen, die mich allein durch ihre Schlichtheit bezaubern. Ein Weg hat es mir besonders angetan und ich kann nicht mal sagen warum. Es ist ein einfacher Waldpfad. An diesem setze ich mich auf die hölzerne Bank gegenüber und beobachte den Weg. Das Moos am Wegesrand, die Sonnenstrahlen, die durch das dichte Blattwerk fallen und alles in ein verwunschenes Licht tauchen. Dieser Weg zieht mich an und er bringt etwas in mir zum Klingen, was ich schon lange als verschütt gegangen glaubte. Vielleicht ist dies mein rechter Weg. Mein Weg auf dem ich endlich von der Raupe zum Schmetterling werde oder wie der Phoenix aus der Asche steige.
Aber solange Erna an meiner Seite weilt, sitze ich nur auf meiner Bank, die immer größer und höher zu werden scheint, bis ich wie ein kleines Mädchen nur dasitze, mit den Beinen baumele und mich nicht traue eine Entscheidung zu fällen. Irgendwann wird es Erna dann zu langweilig nur den Weg und die Blätter anzustarren, was sie durch mehrmaliges Seufzen bereits kundgetan hat, dann hüpft sie von der Bank und streckt mir die Arme entgegen. Resigniert lasse ich mich wie ein Kleinkind in ihre Arme fallen, blicke über ihre Schulter zu meinem Weg zurück. Wie ein Kind vertraue ich auf ihre Entscheidung - wird schon richtig sein. Sie ist schließlich die Erwachsene. Trotzdem bin ich traurig und was noch schlimmer ist - hoffnungslos. Denn der Weg, den ich gehe, ist zwar der sichere, aber nicht der, der mich glücklich macht und mich ausfüllt. Der mir endlich nochmal das Gefühl gibt zu leben und dass mein Leben WERTvoll ist.
Als ich vor 8 Jahren von meinem 6-monatigen Aufenthalt in Australien zurückkam, wollte ich nur für ca. 1 Monat hierbleiben, Familie und Freunde sehen und wieder verschwinden. Ich fühlte mich stark und lebendig, so als könnte ich alles schaffen. Keiner aus meiner Familie hat es mir zugetraut, dass
ich länger als 1 Woche dort aushalte. Sie sagten, es wäre der größte Blödsinn, den ich jemals
gemacht habe. Aber genau diese Zeit dort, ist die, von der ich noch am meisten in meiner Erinnerung zehre. Ich wollte also wieder weg. Leider kam alles anders.
Ich fand eine gut bezahlte Festanstellung, die ich zuerst nur nutzen wollte, um Geld zu sparen, Berufserfahrung zu sammeln und dann wieder in die Ferne zu ziehen. Ausgerechnet in einem Unternehmen voller Anzug- und Krawattenträger, die ich früher so gar nicht ausstehen konnte.
Also musste ich mich anpassen. So sehr, dass ich im Laufe der Jahre so farblos wurde, dass man mich kaum noch ausmachen konnte. Am Anfang habe ich sehr gelitten, aber mir selbst immer wieder zeitliche Ziele gesteckt, die ich schaffen wollte. Die Probezeit hinter mich bekommen, die erste große Gala, ein Jahr Arbeitserfahrung usw. Viele sagten mir damals, ich soll mich nicht hängenlassen und jeder müsste schließlich arbeiten. Und dass ich da halt durch muss. Und ich hab mir geschworen, dass ich mir von niemandem mehr jemals so etwas vorwerfen lasse. Was sie nicht verstanden haben war,
dass es nicht ums Arbeiten ging, sondern um die Art & Umgebung der Arbeit und ich mich mit meinem Vorgesetzten sehr schwergetan habe.
Weil ich allen zeigen wollte, dass ich kein Waschlappen war, habe ich gegen mein Bauchgefühl (ich hab die ersten 6 Monate jeden Morgen würgend über der Kloschüssel gehangen) entschieden. In den beiden Anfangsjahren war ich noch zuversichtlich, dass ich nur Geld spare und bald weg bin. Aber dann hab ich mehr und mehr gearbeitet und alles mit Arbeit verschüttet und verdeckt. So lange bis ich zu erschöpft war, um auch nur an irgendwas anderes zu denken, wie Auswandern, Hobbys, ein stabiler Freundeskreis, Partnerschaft etc. Ich hab einfach immer weitergemacht, trotz tiefer Erschöpfung, Traurig- und Einsamkeit und dem Gefühl mich selbst irgendwann auf dem Weg verloren zu haben. Und wenn jemand so lange, über Jahre hinweg, gegen sich selbst kämpft und ständig seine Grenzen überschreitet, kann das auf Dauer nicht gutgehen. Irgendwann bekommt jeder die Rechnung dafür. Und die kam bei mir letztes Jahr. Ziemlich hoch und ich bezahle noch immer monatlich daran ab.
Es ist wie das rote M&M Männchen aus der Werbung. Es rennt und rennt auf dem Rollband der Kasse so lange vor der Verkäuferin weg bis neue Waren ihm den Weg versperren und es sich seufzend seinem Schicksal ergibt und resigniert, mit missmutigem Gesichtsausdruck, selbst mit seinem Hintern über den Kassenscanner rutscht. Es hatte nie eine wirkliche Chance zu entkommen. Obwohl es lief und lief und sich plagte. In der Einkaufstüte begrüßt ihn fröhlich sein gelber Freund,
der sich freut, dass sie beide auf der Gästeliste stehen. Dabei ist es die Speisekarte.
https://m.youtube.com/watch?v=8OKedFelDlc
Und so ziehe auch ich weiter meine Runden.......
Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird zu leben
Marc Aurel
Ab und an komme ich an einer Abzweigung vorbei. An manchen gehe ich schnurstraks vorbei, werfe hin und wieder über die Schulter einen Blick zurück. Bei manchen bleibe ich stehen, spähe hinein, bleibe aber auf meinem sicheren Trampelpfad, denn der andere Weg verschwindet in der Dunkelheit. Also bleibe ich auf meinem altbekannten Weg - mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf.
Manche angrenzenden Wege sind mit Leuchtreklamen und blinkenden Pfeilen versehen. Sie locken mich. Aber an solchen Wegen gehe ich schnell vorbei. Denn kann das Gute so offentsichtlich sein? Und hat es das wirklich nötig so auf sich aufmerksam zu machen?
Oft begleitet Erna mich auf meiner Tour. Dadurch wird manchmal selbst der altbekannte Weg zum Spießrutenlauf. Die Geräusche, die Bäume - alles macht mich nervös und ist mir zuviel.
Aber es gibt auch die anderen Abzweigungen, diejenigen, die mich allein durch ihre Schlichtheit bezaubern. Ein Weg hat es mir besonders angetan und ich kann nicht mal sagen warum. Es ist ein einfacher Waldpfad. An diesem setze ich mich auf die hölzerne Bank gegenüber und beobachte den Weg. Das Moos am Wegesrand, die Sonnenstrahlen, die durch das dichte Blattwerk fallen und alles in ein verwunschenes Licht tauchen. Dieser Weg zieht mich an und er bringt etwas in mir zum Klingen, was ich schon lange als verschütt gegangen glaubte. Vielleicht ist dies mein rechter Weg. Mein Weg auf dem ich endlich von der Raupe zum Schmetterling werde oder wie der Phoenix aus der Asche steige.
Aber solange Erna an meiner Seite weilt, sitze ich nur auf meiner Bank, die immer größer und höher zu werden scheint, bis ich wie ein kleines Mädchen nur dasitze, mit den Beinen baumele und mich nicht traue eine Entscheidung zu fällen. Irgendwann wird es Erna dann zu langweilig nur den Weg und die Blätter anzustarren, was sie durch mehrmaliges Seufzen bereits kundgetan hat, dann hüpft sie von der Bank und streckt mir die Arme entgegen. Resigniert lasse ich mich wie ein Kleinkind in ihre Arme fallen, blicke über ihre Schulter zu meinem Weg zurück. Wie ein Kind vertraue ich auf ihre Entscheidung - wird schon richtig sein. Sie ist schließlich die Erwachsene. Trotzdem bin ich traurig und was noch schlimmer ist - hoffnungslos. Denn der Weg, den ich gehe, ist zwar der sichere, aber nicht der, der mich glücklich macht und mich ausfüllt. Der mir endlich nochmal das Gefühl gibt zu leben und dass mein Leben WERTvoll ist.
Als ich vor 8 Jahren von meinem 6-monatigen Aufenthalt in Australien zurückkam, wollte ich nur für ca. 1 Monat hierbleiben, Familie und Freunde sehen und wieder verschwinden. Ich fühlte mich stark und lebendig, so als könnte ich alles schaffen. Keiner aus meiner Familie hat es mir zugetraut, dass
ich länger als 1 Woche dort aushalte. Sie sagten, es wäre der größte Blödsinn, den ich jemals
gemacht habe. Aber genau diese Zeit dort, ist die, von der ich noch am meisten in meiner Erinnerung zehre. Ich wollte also wieder weg. Leider kam alles anders.
Ich fand eine gut bezahlte Festanstellung, die ich zuerst nur nutzen wollte, um Geld zu sparen, Berufserfahrung zu sammeln und dann wieder in die Ferne zu ziehen. Ausgerechnet in einem Unternehmen voller Anzug- und Krawattenträger, die ich früher so gar nicht ausstehen konnte.
Also musste ich mich anpassen. So sehr, dass ich im Laufe der Jahre so farblos wurde, dass man mich kaum noch ausmachen konnte. Am Anfang habe ich sehr gelitten, aber mir selbst immer wieder zeitliche Ziele gesteckt, die ich schaffen wollte. Die Probezeit hinter mich bekommen, die erste große Gala, ein Jahr Arbeitserfahrung usw. Viele sagten mir damals, ich soll mich nicht hängenlassen und jeder müsste schließlich arbeiten. Und dass ich da halt durch muss. Und ich hab mir geschworen, dass ich mir von niemandem mehr jemals so etwas vorwerfen lasse. Was sie nicht verstanden haben war,
dass es nicht ums Arbeiten ging, sondern um die Art & Umgebung der Arbeit und ich mich mit meinem Vorgesetzten sehr schwergetan habe.
Weil ich allen zeigen wollte, dass ich kein Waschlappen war, habe ich gegen mein Bauchgefühl (ich hab die ersten 6 Monate jeden Morgen würgend über der Kloschüssel gehangen) entschieden. In den beiden Anfangsjahren war ich noch zuversichtlich, dass ich nur Geld spare und bald weg bin. Aber dann hab ich mehr und mehr gearbeitet und alles mit Arbeit verschüttet und verdeckt. So lange bis ich zu erschöpft war, um auch nur an irgendwas anderes zu denken, wie Auswandern, Hobbys, ein stabiler Freundeskreis, Partnerschaft etc. Ich hab einfach immer weitergemacht, trotz tiefer Erschöpfung, Traurig- und Einsamkeit und dem Gefühl mich selbst irgendwann auf dem Weg verloren zu haben. Und wenn jemand so lange, über Jahre hinweg, gegen sich selbst kämpft und ständig seine Grenzen überschreitet, kann das auf Dauer nicht gutgehen. Irgendwann bekommt jeder die Rechnung dafür. Und die kam bei mir letztes Jahr. Ziemlich hoch und ich bezahle noch immer monatlich daran ab.
Es ist wie das rote M&M Männchen aus der Werbung. Es rennt und rennt auf dem Rollband der Kasse so lange vor der Verkäuferin weg bis neue Waren ihm den Weg versperren und es sich seufzend seinem Schicksal ergibt und resigniert, mit missmutigem Gesichtsausdruck, selbst mit seinem Hintern über den Kassenscanner rutscht. Es hatte nie eine wirkliche Chance zu entkommen. Obwohl es lief und lief und sich plagte. In der Einkaufstüte begrüßt ihn fröhlich sein gelber Freund,
der sich freut, dass sie beide auf der Gästeliste stehen. Dabei ist es die Speisekarte.
https://m.youtube.com/watch?v=8OKedFelDlc
Und so ziehe auch ich weiter meine Runden.......
Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird zu leben
Marc Aurel
Sonntag, 15. Juni 2014
Eine Sommer-Liebe
Ich liebe den Sommer! Ehrlich. Ich liebe die Hitze und auch die Schwüle, wie im Tropenhaus, nach einem Regenguss.
Hier sind noch weitere Dinge, die ich am Sommer liebe:
Hier sind noch weitere Dinge, die ich am Sommer liebe:
- barfuss in der Wohnung rumlaufen - es ist für mich der Inbegriff des Sommers :-)
- mich freier fühlen
- sobald ich nach Hause kommen möglichst viele Kleidungsstücke ablegen und den Bikini anziehen
- einfach alle zu erledigenden Hausarbeiten im Bikini machen, z.B. spülen, kochen etc.
- auf dem Balkon sitzen, die Sonne genießen, die Wolken beobachten und raten, was sie darstellen könnten
- den Gesang der Vögel von morgens bis abends
- dass die Natur im satten Grün und leuchtenden Farben aufblüht
- durch den Wald zu spazieren und die Geräusche, die Farben und den Duft wahrzunehmen
- den Geruch nach einem Sommerregen - beim nächsten warmen Sommerregen auf dem Balkon tanzen 😊
- auf dem Balkon übernachten und in einer klaren Nacht die Sterne beobachten
- den Geruch meiner Haut nach Sonne, frischer Luft, Sonnencreme und Schweiß
- nach dem Duschen in ein frischbezogenes Bett legen, das Fenster weit geöffnet, sodass die Abendsonne reinscheint, die Vögel noch zwitschern und ich es mir mit einem Buch und Musik gemütlich mache
- Grillpartys mit Freunden, dazu selbstgemixte Cocktailkreationen schlürfen und es sich einfach gutgehen lassen. Dabei in diesem Jahr WM schauen und jubeln, wenn wir ein Tor schießen und mitleiden, wenn die Gegner eins erzielen.
- bei unserem Sieg im Autokorso durch die Stadt fahren und das Gemeinschaftsgefühl genießen
Song ,Ab in den Süden' von Buddy & DJ the Wave
Ooh willkommen willkommen willkommen Sonnenschein
wir packen unsre sieben Sachen in den Flieger rein
Jaa wir kommen, wir kommen, wir kommen macht euch bereit
reif für die Insel Sommer, Sonne, Strand und Zärtlichkeit
Raus aus dem Regen ins Leben ab in den Süden,
der Sonne entgegen was erleben einen heben und dann bikinis erleben
Jetzt kommt es dick, mann, ich rette den tag
ich sag ab geht die party und die party geht ab und ich sag :
Eeh ab in den Süden, der Sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht; ja ich sag, Eeh ab in den Süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sonnenschein
Sommer, Sonne, Sommer, Sonne, Sommer, Sommer, Sommer...
Ooh willkommen willkommen willkommen sonnenschein
den ganzen tag am strand ziehn wir uns die melonen rein
ja Tequila, Tequila, Tequila, Wonderbra
und heute nacht machen wir noch die ganze insel klar
Raus aus dem regen ins leben ab in den süden,
der sonne entgegen, was erleben einen heben und dann bikinis erleben
Jetzt kommt es dick, mann, ich rette den tag
ich sag ab geht die party und die party geht ab und ich sag:
Eeh ab in den Süden, der Sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Nananananana...
Eeh ab in den Süden, der sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht - ja ich sag, Eeh ab in den süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der sonne hinterher, ejo was geht.
Eeh ab in den Süden, der sonne hinterher, ejo was geht,
der Sonne hinterher, ejo was geht - ja ich sag, Eeh ab in den süden,
der Sonne hinterher, ejo was geht, der Sonne hinterher, ejo was geht
Nanananananana...
Freitag, 13. Juni 2014
Good morning, dear!
Seit ein paar Wochen wache ich morgens auf und Erna liegt neben mir. Sie schleicht sich wohl nachts unbemerkt in mein Zimmer. Wenn ich nun aufwache, hält Erna mich im Klammergriff und Zacharias liegt langausgestreckt auf mir. Schön ist anders....
Wenn ich nun langsam zwischen Schlafen und Wachen zu mir komme, ist das erste Gefühl: Angst!
Mit Übelkeit und allem pipapo. Und zwar heftig.
Während Erna mir leise ins Ohr schnarcht, überlege ich wovor ich eigentlich Angst habe, dass ich morgens wieder so wach werde. Als ich krank wurde, hatte ich diese Angstgefühlt auch. Und ich wusste nicht warum. Dann kam im Juli die erste Angstphase.
Es gibt natürlich nach wie vor Dinge vor denen ich Angst habe, z.B. an einer tödlichen Krankheit zu erkranken, aber ich glaube, dass hat jeder. Nur jeder denkt nicht soviel darüber nach wie ich. Ich denke soviel darüber nach, weil ich eine Scheißangst davor habe, denn es bedeutet Alleinsein, nicht rauszukönnen, daraus resultiert bei mir dann die Depression und die Angst. Die beschlagnahmen mich so, dass ich vielleicht keine Kraft mehr habe, um die andere Krankheit zu bekämpfen. Oder ich einfach durch die Depression so hoffnungslos bin, dass es mir auch egal ist.
Weiterhin will ich nicht in dieses Krankenhaus. Auch in kein anderes, aber in dieses erst recht nicht. Dort lag meine Oma vor drei Jahren, im Oktober 2012 brachte ich meine Freundin, die an Schizophrenie erkrankt ist, dortin in die geschlossene psychiatrische Station und letztes Jahr habe ich mir die psychotherapeutische Station dort angesehen, weil meine Hausärztin meinte, ich soll dorthin gehen, um die Dauer bis zur Reha zu überbrücken. Aber seit 2012 habe ich so eine Angst, dass ich auch mal dorthin in die geschlossene Abteilung muss, dass sich alles in mir sträubt dieses Krankenhaus zu betreten.
Mein Onkel liegt nun seit einer Woche dort und ich kann mich nicht überwinden, um ihn zu besuchen. Obwohl ich hingehen sollte. Er und seine Familie sind mein Familienkern. Im letzten Jahr, als ich gerade eine Woche krankgeschrieben war und ich einen Anwalt brauchte, ist er mit mir hingefahren und hat sich mit mir beraten lassen. Als ich 18 wurde, war er derjenige, der mir einen Strauß Rosen schenkte, nicht mein Vater. Hätte ich weiterhin keinen Kontakt zu meinem Vater, so wie nach den zwei Jahren nach meiner Oma's Tod, wäre er es gewesen, den ich gebeten hätte, ob er mich zum Altar führt, sollte ich denn irgendwann mal heiraten.
Vielleicht sollte ich Erna einfach öfter in ihre Schranken und in ihr Zimmer verweisen. Ich bin zwar ein Verfechter davon, dass man ältere Leute respektvoll behandeln soll, aber ich bin es auch leid, mir immer alles gefallen zu lassen und immer lieb und nett zu sein.
Ein weiterer. grund für meine Angst ist sicher auch, dass ich merke, dass ich wieder auf alten Pfaden wandle. Kein Sport, zuviel Arbeit, Freizeitgestaltung geht gen Null. Dabei habe ich vertraglich eine 30-Std.-Woche. Aber seit die neue Kollegin da ist, habe ich ein ungutes Gefühl. Sie versucht alles an sich zu reißen und ich vermute, dass sie mich ins Abseits drängen will. Sagt mir mein Bauchgefühl. Mein Chef sagt, das sei Quatsch. Es hat natürlich auch etwas mit meinem Stolz zu tun, so schwer es mir auch fällt, dieses zuzugeben (aber wenn ich schon in meinem eigenen Blog nicht ehrlich sein kann, wo denn bitte sonst?!?!). Ich habe keine Lust die zweite Geige zu spielen, nachdem ich jahrelang darauf hingearbeitet habe, die erste zu werden bzw. seit 3 Jahren zu sein. Aber meine
Gesundheit sollte mir wichtiger sein, vor allem da ich nun weiß, wie tief und hart ich fallen kann. Manchmal scheine ich etwa schwer von Begriff zu sein, wenn es um mich selbst geht.
Weiterhin denke ich sehr oft, dass das doch nicht alles sein kann vom Leben. Tagein, tagaus immer derselbe Trott. Ich bin wie ein Schlafwandler, bewege mich wie im Tran, bekomme die Dinge, die um mich herum passieren kaum mit. Wenn ich mir so meine Zukunft vorstelle, bekomme ich wieder das Schwächegefühl in den Armen, ein körperliches Zeichen meiner Angst. Aber ich traue mich nicht meine Sicherheits-/Komfortzone zu verlassen, obwohl ich mich dort nicht wohlfühle, sie mir anscheinend nicht guttut und ich mich langweile. Ich würde so gerne die Welt bereisen, nicht nur für Urlaube, sondern richtig reisen und gerne auch für Kost und Logis dort arbeiten. In meiner Familie gibt es nur eine Person, die das versteht, meine Cousine. Leider ist sie durch zwei Kinder hier gebunden. Mit ihr hätte ich sicher schon die halbe Welt bereist, wenn sie denn frei wäre. Aber alleine, als Frau, die weite Welt erkunden.... Dazu gehört eine ganze Menge Mut. So träume ich mir das Leben herbei, das ich gerne führen möchte. Meistens in Tagträumen. Ich sehe mich selbst als toughe Abenteurerin, z.B. als Natur- und Tierfilmerin oder Fotografin, die um die Welt reist. Wenn ich Bücher lese, die Auswanderer geschrieben haben, beflügelt mich das. Wenn das Buch zuende ist und ich es beiseite lege, fühle ich mich wie ein Vogel, der im Käfig gefangen ist. Aber nur ich kann es ändern. Wieso bin ich nicht mutig?? Warum fällt es mir so schwer das zu tun, was ich tun will. Weil das hier eben keine Hollywoodschnulze ist, sondern das echte Leben. Mein Leben, ohne Sicherheitsleine und doppelten Boden. Wer fängt mich auf, wenn ich scheitere. Wie sehr würde ich mich schämen, wenn ich in den Schoß meiner Familie zurückkehren müsste, denn die haben das natürlich kommen sehen und all die ,ich hab's dir doch gesagt' kann ich mir lebhaft vorstellen.
Wenn ich mir das oben geschriebene anschaue, ist meine morgendliche Angst nicht mehr verwunderlich und auch nich, dass Erna nun in meinem Bett übernachtet. Wenn sie wenigstens ihr eigenes Kissen und eigene Decke mitbringen würde, stattdessen klaut sie meine.
Sobald ich versuche aufzustehen, wird Erna wach, schnappt sich Zacharias und tapst schlaftrunken zurück in ihr pinkes Zimmer. Spätestens, wenn sie die Tür hinter sich zugezogen hat, ist meine Angst weg, Nur ab und an merke ich tagsüber am Schwächegefühl in meinen Armen, dass Erna gerade an mich denkt. Sie hat sich wirklich häuslich bei mir eingerichtet und ich hoffe, sie hält sich an unsere Abmachung Anfang November auszuziehen.
Seit kurzem lernt sie in einer Seniorengruppe an der hiesigen VHS Englisch. Vielleicht bereitet sie sich auf ihren nächsten Gastgeber vor. Wer weiß..... Bevor ich mich nun morgens zum Aufstehen aufraffe und ich mich endlich aus ihrem Schraubstockgriff befreit habe, murmelt sie mir ein verschlafenes ,Good morning, dear. Have a nice day!' entgegen.
Sie ist mir wirklich ein Rätsel, das alte Mädchen.
Wenn ich nun langsam zwischen Schlafen und Wachen zu mir komme, ist das erste Gefühl: Angst!
Mit Übelkeit und allem pipapo. Und zwar heftig.
Während Erna mir leise ins Ohr schnarcht, überlege ich wovor ich eigentlich Angst habe, dass ich morgens wieder so wach werde. Als ich krank wurde, hatte ich diese Angstgefühlt auch. Und ich wusste nicht warum. Dann kam im Juli die erste Angstphase.
Es gibt natürlich nach wie vor Dinge vor denen ich Angst habe, z.B. an einer tödlichen Krankheit zu erkranken, aber ich glaube, dass hat jeder. Nur jeder denkt nicht soviel darüber nach wie ich. Ich denke soviel darüber nach, weil ich eine Scheißangst davor habe, denn es bedeutet Alleinsein, nicht rauszukönnen, daraus resultiert bei mir dann die Depression und die Angst. Die beschlagnahmen mich so, dass ich vielleicht keine Kraft mehr habe, um die andere Krankheit zu bekämpfen. Oder ich einfach durch die Depression so hoffnungslos bin, dass es mir auch egal ist.
Weiterhin will ich nicht in dieses Krankenhaus. Auch in kein anderes, aber in dieses erst recht nicht. Dort lag meine Oma vor drei Jahren, im Oktober 2012 brachte ich meine Freundin, die an Schizophrenie erkrankt ist, dortin in die geschlossene psychiatrische Station und letztes Jahr habe ich mir die psychotherapeutische Station dort angesehen, weil meine Hausärztin meinte, ich soll dorthin gehen, um die Dauer bis zur Reha zu überbrücken. Aber seit 2012 habe ich so eine Angst, dass ich auch mal dorthin in die geschlossene Abteilung muss, dass sich alles in mir sträubt dieses Krankenhaus zu betreten.
Mein Onkel liegt nun seit einer Woche dort und ich kann mich nicht überwinden, um ihn zu besuchen. Obwohl ich hingehen sollte. Er und seine Familie sind mein Familienkern. Im letzten Jahr, als ich gerade eine Woche krankgeschrieben war und ich einen Anwalt brauchte, ist er mit mir hingefahren und hat sich mit mir beraten lassen. Als ich 18 wurde, war er derjenige, der mir einen Strauß Rosen schenkte, nicht mein Vater. Hätte ich weiterhin keinen Kontakt zu meinem Vater, so wie nach den zwei Jahren nach meiner Oma's Tod, wäre er es gewesen, den ich gebeten hätte, ob er mich zum Altar führt, sollte ich denn irgendwann mal heiraten.
Vielleicht sollte ich Erna einfach öfter in ihre Schranken und in ihr Zimmer verweisen. Ich bin zwar ein Verfechter davon, dass man ältere Leute respektvoll behandeln soll, aber ich bin es auch leid, mir immer alles gefallen zu lassen und immer lieb und nett zu sein.
Ein weiterer. grund für meine Angst ist sicher auch, dass ich merke, dass ich wieder auf alten Pfaden wandle. Kein Sport, zuviel Arbeit, Freizeitgestaltung geht gen Null. Dabei habe ich vertraglich eine 30-Std.-Woche. Aber seit die neue Kollegin da ist, habe ich ein ungutes Gefühl. Sie versucht alles an sich zu reißen und ich vermute, dass sie mich ins Abseits drängen will. Sagt mir mein Bauchgefühl. Mein Chef sagt, das sei Quatsch. Es hat natürlich auch etwas mit meinem Stolz zu tun, so schwer es mir auch fällt, dieses zuzugeben (aber wenn ich schon in meinem eigenen Blog nicht ehrlich sein kann, wo denn bitte sonst?!?!). Ich habe keine Lust die zweite Geige zu spielen, nachdem ich jahrelang darauf hingearbeitet habe, die erste zu werden bzw. seit 3 Jahren zu sein. Aber meine
Gesundheit sollte mir wichtiger sein, vor allem da ich nun weiß, wie tief und hart ich fallen kann. Manchmal scheine ich etwa schwer von Begriff zu sein, wenn es um mich selbst geht.
Weiterhin denke ich sehr oft, dass das doch nicht alles sein kann vom Leben. Tagein, tagaus immer derselbe Trott. Ich bin wie ein Schlafwandler, bewege mich wie im Tran, bekomme die Dinge, die um mich herum passieren kaum mit. Wenn ich mir so meine Zukunft vorstelle, bekomme ich wieder das Schwächegefühl in den Armen, ein körperliches Zeichen meiner Angst. Aber ich traue mich nicht meine Sicherheits-/Komfortzone zu verlassen, obwohl ich mich dort nicht wohlfühle, sie mir anscheinend nicht guttut und ich mich langweile. Ich würde so gerne die Welt bereisen, nicht nur für Urlaube, sondern richtig reisen und gerne auch für Kost und Logis dort arbeiten. In meiner Familie gibt es nur eine Person, die das versteht, meine Cousine. Leider ist sie durch zwei Kinder hier gebunden. Mit ihr hätte ich sicher schon die halbe Welt bereist, wenn sie denn frei wäre. Aber alleine, als Frau, die weite Welt erkunden.... Dazu gehört eine ganze Menge Mut. So träume ich mir das Leben herbei, das ich gerne führen möchte. Meistens in Tagträumen. Ich sehe mich selbst als toughe Abenteurerin, z.B. als Natur- und Tierfilmerin oder Fotografin, die um die Welt reist. Wenn ich Bücher lese, die Auswanderer geschrieben haben, beflügelt mich das. Wenn das Buch zuende ist und ich es beiseite lege, fühle ich mich wie ein Vogel, der im Käfig gefangen ist. Aber nur ich kann es ändern. Wieso bin ich nicht mutig?? Warum fällt es mir so schwer das zu tun, was ich tun will. Weil das hier eben keine Hollywoodschnulze ist, sondern das echte Leben. Mein Leben, ohne Sicherheitsleine und doppelten Boden. Wer fängt mich auf, wenn ich scheitere. Wie sehr würde ich mich schämen, wenn ich in den Schoß meiner Familie zurückkehren müsste, denn die haben das natürlich kommen sehen und all die ,ich hab's dir doch gesagt' kann ich mir lebhaft vorstellen.
Wenn ich mir das oben geschriebene anschaue, ist meine morgendliche Angst nicht mehr verwunderlich und auch nich, dass Erna nun in meinem Bett übernachtet. Wenn sie wenigstens ihr eigenes Kissen und eigene Decke mitbringen würde, stattdessen klaut sie meine.
Sobald ich versuche aufzustehen, wird Erna wach, schnappt sich Zacharias und tapst schlaftrunken zurück in ihr pinkes Zimmer. Spätestens, wenn sie die Tür hinter sich zugezogen hat, ist meine Angst weg, Nur ab und an merke ich tagsüber am Schwächegefühl in meinen Armen, dass Erna gerade an mich denkt. Sie hat sich wirklich häuslich bei mir eingerichtet und ich hoffe, sie hält sich an unsere Abmachung Anfang November auszuziehen.
Seit kurzem lernt sie in einer Seniorengruppe an der hiesigen VHS Englisch. Vielleicht bereitet sie sich auf ihren nächsten Gastgeber vor. Wer weiß..... Bevor ich mich nun morgens zum Aufstehen aufraffe und ich mich endlich aus ihrem Schraubstockgriff befreit habe, murmelt sie mir ein verschlafenes ,Good morning, dear. Have a nice day!' entgegen.
Sie ist mir wirklich ein Rätsel, das alte Mädchen.
Dienstag, 10. Juni 2014
Ist Glück wirklich Glückssache
Else, aka Erna's Freundin seit Kindertagen, fühlte sich schon seit langem unwohl in ihrem Job. Es bereitete ihr einfach keine Freude mehr die Menschen über ihre Ängste aufzuklären und somit auch warum sie und Erna in das Leben des- oder derjenigen getreten waren.
Sie hören einfach nicht mehr zu. Denn die Menschen wollen sich ihren Ängsten nicht mehr stellen, sie wollen sie nur schnellstmöglich loswerden und das Wie spielt dabei meist keine Rolle. Egal, ob sie sie mit Arbeit zuschütten, sonstiger Ablenkung oder mit Tabletten. Dabei übersehen sie jedoch, dass man seine Ängste zwar eine zeitlang ignorieren kann, diese denjenigen dann aber irgendwann mit doppelter und dreifacher Kraft einholen. Und wenn man dann nicht vorbereitet ist, trifft einen dies umso härter und hat auch so manchen schon umgehauen.
Else hat mit Engelszungen geredet und versucht ihre Mission zu erklären. Früher haben die Leute ihr zugehört und ihren Rat beherzigt, ihr sogar noch eine Tasse Kaffee und Gebäck angeboten. Nur leider heutzutage haben die meisten schon die Türen und Fenster verbarrikadiert, sobald Erna und sie nur einen Fuß auf das Grundstück gesetzt haben. Und hetzen den Wachhund noch hinter ihnen her.
Als Else also, nach einem rettenden Hechtsprung in eine nahestehende Hecke, trübselig aus eben dieser hinauskroch und sich die Zweige und Blätter aus dem Haarknoten klaubte, hörte sie aus dem Nachbarhaus ein fröhliches Pfeifen.
Zuerst glaubte sie an eine Halluzination. Abgesehen vom Wachhund wirkte diese Siedlung wie ausgestorben. Es fehlte nur noch das trockene Buschwerk, das vom Wind durch die Straßen getrieben wird.
Aber da war es wieder. Diesmal näher. Else spähte um die Hecke herum und erblickte ..... ihren Traummann. Sie hatte schon viel über ihn gelesen, noch mehr von ihm gehört und hätte ihn überall wiedererkannt. Da kniete sie nun auf allen Vieren, mit Blättern im Haar und begegnete IHM. So konnte sie ihm unmöglich vor die Augen treten. Sie kroch ganz langsam rückwärts, zurück in die schützende Hecke, als sie hinter sich ein tiefes Knurren vernahm. Oh oh. Else blickte sich um und sah direkt in das wutverzerrte Antlitz des Wachhundes, dem sie vorhin mit einem beherzten Sprung in die Hecke entkommen war. Ihr Leben rauschte in Sekundenbruchteilen vor ihrem geistigen Auge vorbei und was sie da sah, gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie sah sich selbst in trister Kleidung, mit hängenden Schultern und Mundwinkeln neben Erna hertrotten. Wie sie von den Menschen abgewiesen, beleidigt und vertrieben wurden. Sie sah all die hasserfüllten Gesichter derjenigen, die noch die Kraft hatten, Gefühle zu haben und nicht bereits so abgestumpft waren vor Angst, dass sie zu keinem anderen Gefühl mehr fähig waren.
Erna, ihre liebste Freundin weit und breit. Erna, der sie immer alles anvertrauen konnte. Erna würde es verstehen.
,,Gestatten, holde Dame, mein Name ist Hans. Hans im Glück. Und es war wahrlich Euer Glück, dass ich Euch bemerkt habe."
Else war so in Gedanken versunken gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie ihr Traummann, alias Hans im Glück, vor sie getreten war. Ungeschickt kam sie auf die Füße, wobei er ihr behutsam zur Hilfe kam. Sie konnte es nicht fassen. ER stand tatsächlich höchstpersönlich vor ihr, hatte sie gerettet und hielt noch immer ihre Hand.
,,Seid Ihr wohlauf, Gnädigste?"
Gut, er redet etwas seltsam, aber ansonsten ist er ein echter Gentleman. Mit tollen Augen. Oh, und wie schön seine Stimme klingt. So tief und samtig.
,,Do you speak english? Parlez-vous francaise? Habla español usted?"
Hach....... Sie lächelte ihn versonnen an. Hätte er nicht Else's Hand gehalten, wäre sie wohl zu seine Füßen geglitten, so weich waren ihre Knie. Er aber schwang sie sich kurzerhand auf die Arme und trug sie zu seinem Auto. Ein Elektroauto, versteht sich von selbst.
Als er es anließ, tönte Pharrells Happy aus den Lautsprechern, er kurbelte die Fenster herunter und schon brausten sie los. Else fühlte sich wie im Himmel.
Um es kurz zu machen: Else hat seitdem den Job mit der Angst an den Nagel gehängt und ist ihrer wahren Berufung gefolgt. Ein Beruf, der ihrem Naturell entspricht: Sie ist nun Glücksbotin.
Das Sahnehäubchen ist, dass sie nun mit Hans im Glück in wilder Ehe lebt.
Er hat sie gesehen, sich Hals über Kopf in sie verliebt und zu seiner Assistentin gemacht. Sie haben bisher 7 entzückende Kinder. Das Glück dieser Welt ist also für die nächsten Jahre gesichert. Bald werden ihre beiden Ältesten in die Ferne hinausziehen und Glück verbreiten. Zuerst müssen sie aber ihre Ausbildung beenden, denn auch Glück kann man lernen.
To be continued......
Sie hören einfach nicht mehr zu. Denn die Menschen wollen sich ihren Ängsten nicht mehr stellen, sie wollen sie nur schnellstmöglich loswerden und das Wie spielt dabei meist keine Rolle. Egal, ob sie sie mit Arbeit zuschütten, sonstiger Ablenkung oder mit Tabletten. Dabei übersehen sie jedoch, dass man seine Ängste zwar eine zeitlang ignorieren kann, diese denjenigen dann aber irgendwann mit doppelter und dreifacher Kraft einholen. Und wenn man dann nicht vorbereitet ist, trifft einen dies umso härter und hat auch so manchen schon umgehauen.
Else hat mit Engelszungen geredet und versucht ihre Mission zu erklären. Früher haben die Leute ihr zugehört und ihren Rat beherzigt, ihr sogar noch eine Tasse Kaffee und Gebäck angeboten. Nur leider heutzutage haben die meisten schon die Türen und Fenster verbarrikadiert, sobald Erna und sie nur einen Fuß auf das Grundstück gesetzt haben. Und hetzen den Wachhund noch hinter ihnen her.
Als Else also, nach einem rettenden Hechtsprung in eine nahestehende Hecke, trübselig aus eben dieser hinauskroch und sich die Zweige und Blätter aus dem Haarknoten klaubte, hörte sie aus dem Nachbarhaus ein fröhliches Pfeifen.
Zuerst glaubte sie an eine Halluzination. Abgesehen vom Wachhund wirkte diese Siedlung wie ausgestorben. Es fehlte nur noch das trockene Buschwerk, das vom Wind durch die Straßen getrieben wird.
Aber da war es wieder. Diesmal näher. Else spähte um die Hecke herum und erblickte ..... ihren Traummann. Sie hatte schon viel über ihn gelesen, noch mehr von ihm gehört und hätte ihn überall wiedererkannt. Da kniete sie nun auf allen Vieren, mit Blättern im Haar und begegnete IHM. So konnte sie ihm unmöglich vor die Augen treten. Sie kroch ganz langsam rückwärts, zurück in die schützende Hecke, als sie hinter sich ein tiefes Knurren vernahm. Oh oh. Else blickte sich um und sah direkt in das wutverzerrte Antlitz des Wachhundes, dem sie vorhin mit einem beherzten Sprung in die Hecke entkommen war. Ihr Leben rauschte in Sekundenbruchteilen vor ihrem geistigen Auge vorbei und was sie da sah, gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie sah sich selbst in trister Kleidung, mit hängenden Schultern und Mundwinkeln neben Erna hertrotten. Wie sie von den Menschen abgewiesen, beleidigt und vertrieben wurden. Sie sah all die hasserfüllten Gesichter derjenigen, die noch die Kraft hatten, Gefühle zu haben und nicht bereits so abgestumpft waren vor Angst, dass sie zu keinem anderen Gefühl mehr fähig waren.
Erna, ihre liebste Freundin weit und breit. Erna, der sie immer alles anvertrauen konnte. Erna würde es verstehen.
,,Gestatten, holde Dame, mein Name ist Hans. Hans im Glück. Und es war wahrlich Euer Glück, dass ich Euch bemerkt habe."
Else war so in Gedanken versunken gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie ihr Traummann, alias Hans im Glück, vor sie getreten war. Ungeschickt kam sie auf die Füße, wobei er ihr behutsam zur Hilfe kam. Sie konnte es nicht fassen. ER stand tatsächlich höchstpersönlich vor ihr, hatte sie gerettet und hielt noch immer ihre Hand.
,,Seid Ihr wohlauf, Gnädigste?"
Gut, er redet etwas seltsam, aber ansonsten ist er ein echter Gentleman. Mit tollen Augen. Oh, und wie schön seine Stimme klingt. So tief und samtig.
,,Do you speak english? Parlez-vous francaise? Habla español usted?"
Hach....... Sie lächelte ihn versonnen an. Hätte er nicht Else's Hand gehalten, wäre sie wohl zu seine Füßen geglitten, so weich waren ihre Knie. Er aber schwang sie sich kurzerhand auf die Arme und trug sie zu seinem Auto. Ein Elektroauto, versteht sich von selbst.
Als er es anließ, tönte Pharrells Happy aus den Lautsprechern, er kurbelte die Fenster herunter und schon brausten sie los. Else fühlte sich wie im Himmel.
Um es kurz zu machen: Else hat seitdem den Job mit der Angst an den Nagel gehängt und ist ihrer wahren Berufung gefolgt. Ein Beruf, der ihrem Naturell entspricht: Sie ist nun Glücksbotin.
Das Sahnehäubchen ist, dass sie nun mit Hans im Glück in wilder Ehe lebt.
Er hat sie gesehen, sich Hals über Kopf in sie verliebt und zu seiner Assistentin gemacht. Sie haben bisher 7 entzückende Kinder. Das Glück dieser Welt ist also für die nächsten Jahre gesichert. Bald werden ihre beiden Ältesten in die Ferne hinausziehen und Glück verbreiten. Zuerst müssen sie aber ihre Ausbildung beenden, denn auch Glück kann man lernen.
To be continued......
Samstag, 17. Mai 2014
Drei Jahre ohne dich
Heute sind es genau drei Jahre her, als ich dir sagte, dass es ok ist, wenn du gehst und ich schon klarkommen werde. Das ich dein Foto ansah und spürte, dass du bei mir bist. Ich meinte es so. Heute weiss ich, dass es gelogen war.
Ich habe immer gedacht, wir drei sterben zusammen. Der Gedanke, dass einer alleine übrigbleibt, kam mir bis ins Teenageralter nie. Aber als er dann kam, war es umso schlimmer. Ich habe so geweint, du hast mich kaum beruhigen können. Seitdem hat mich der Gedanke an deinen Tod jeden Tag begleitet. Und trotzdem kam er unerwartet. Ich dachte immer, wenn du stirbst wird meine Welt untergehen und ich würde aufhören zu existieren. In gewissem Sinne habe ich das auch - aufgehört zu existieren. Denn ich war nicht mehr ich. Ich habe alles mit Arbeit zugeschüttet, nur um nicht mehr nachzudenken, um nicht mehr fühlen zu müssen. Und ich war so müde, so unendlich müde, dass ich nur noch schlafen wollte. Das kam mir sehr entgegen, denn im Schlaf musste ich nicht nachdenken.
Im November nach deinem Tod, kurz vor deinem Geburtstag, überkamen mich trotz aller Abwehrmechanismen die Traurigkeit und vor allem die Einsamkeit. In meinen Träumen hast du mich besucht. Du hast dich auf mein Bett gesetzt und ich bin aufgewacht. Ich sagte zu dir, dass ich alles dafür geben würde noch einmal deine Hand zu halten. Du hast meine Hand genommen und ich bin im Traum friedlich eingeschlafen.
Ich weiss, es ist egoistisch mir zu wünschen, du wärst noch hier. Denn es wäre nur noch dein Körper. Alles, was dich ausgemacht hat, wäre nach dem schweren Schlaganfall nicht mehr da gewesen. Das hättest du nicht gewollt und ich auch nicht. Trotzdem gibt es Momente, an denen ich mich einfach gerne zu dir aufs Bett legen und deine Hand halten möchte. So wie früher, wenn ich dich besucht habe. Wenn wir zusammen auf der Couch sassen, ich meinen Kopf auf deiner Schulter hatte und du meine Hand gehalten hast. Obwohl ich doch dafür eigentlich schon viel zu alt war.
Du warst und bist mein Ein und Alles und ich glaube, so eine Liebe und Verbundenheit werde ich erst wieder spüren, wenn ich selbst Mutter bin. Du und ich und dann lange erstmal keiner mehr. Dann kam M., aber das ist eine andere Liebe und eine andere Geschichte.
Seit drei Jahren sage ich jeden Abend zu deinem Foto ,Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh'. So wie wir es jeden Abend am Telefon gesagt haben.
Ich vermisse dich. Jeden Tag. Dein Lachen, deine Stimme. Wie du mit deinen Wollsocken auf der kleinen Couch gesessen hast und Äpfelchen für uns beide geschnitten hast.
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Das mag sein. Oberflächlich ist sie vernarbt. Nur eine Linie, etwas heller als meine Hautfarbe. Fällt kaum auf. Aber was keiner sieht, ist, dass sie sich nach innen gewannt und sich dort verästelt hat und sie nun in jeden Zentimeter meines Körpers vordringt.
All die Momente, in denen ich frech zu dir war, tun mir so unsagbar leid. Aber am schlimmsten tut mir leid, dass du damals den ganzen Weg mit dem Rollator zu mir in meine erste Wohnung kamst und ich dich angemotzt habe, dass du nicht vorher angerufen hast. Und das nur, weil ich mit meinem damaligen Freund noch wegfahren wollte. Ich kann nicht in Worte fassen, wie leid mir das tut. Du hast den ganzen Weg zu mir gemacht, obwohl es schon damals anstrengend für dich war und ich blöde Kuh meckere dich an. Und das wegen so einem blöden Typen, zu dem ich schon Jahre keinen Kontakt mehr habe.
Als ich dich am letzten Abend, als du noch bei Bewusstsein warst, besucht habe, wusste ich, dass du nicht mehr nach Hause kommst. Deine Nase und alles drumherum war ganz weiss und ich werde niemals die letzten Worte vergessen, die du zu mir gesagt hast. Niemals.
Eines Tages werde ich Wale in freier Wildbahn sehen, das Polarlicht und an die Baikalsee fahren. Für dich und mich. Für uns.
Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast. Du hast mich zu einem anständigen Menschen erzogen.
Gib den beiden Opas einen dicken Kuss von mir.
Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh!
Lied: Oma so lieb
Interpret: Heintje (Hey, ich wuchs bei meinen Grosseltern auf - NATÜRLICH kenn ich Heintje)
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
Ich habe die beste Oma,
die liebste von der Welt,
bei dir da darf ich alles,
wie es mir grad gefällt,
und schimpft dann meine Mutti ...
Ach du verwöhnst ihn doch,
dann lächelt Oma zärtlich
und sagt ich darf das doch.
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
In Omas kleinem Zimmer
sitz ich so gern bei ihr.
Sie weiss die schönsten Märchen,
und die erzählt sie mir.
Ich streichle ihre Hände
und schaut sie mich dann an
und fragt was ist mein Junge?
Sag ich ganz leise dann ...
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
Ich habe immer gedacht, wir drei sterben zusammen. Der Gedanke, dass einer alleine übrigbleibt, kam mir bis ins Teenageralter nie. Aber als er dann kam, war es umso schlimmer. Ich habe so geweint, du hast mich kaum beruhigen können. Seitdem hat mich der Gedanke an deinen Tod jeden Tag begleitet. Und trotzdem kam er unerwartet. Ich dachte immer, wenn du stirbst wird meine Welt untergehen und ich würde aufhören zu existieren. In gewissem Sinne habe ich das auch - aufgehört zu existieren. Denn ich war nicht mehr ich. Ich habe alles mit Arbeit zugeschüttet, nur um nicht mehr nachzudenken, um nicht mehr fühlen zu müssen. Und ich war so müde, so unendlich müde, dass ich nur noch schlafen wollte. Das kam mir sehr entgegen, denn im Schlaf musste ich nicht nachdenken.
Im November nach deinem Tod, kurz vor deinem Geburtstag, überkamen mich trotz aller Abwehrmechanismen die Traurigkeit und vor allem die Einsamkeit. In meinen Träumen hast du mich besucht. Du hast dich auf mein Bett gesetzt und ich bin aufgewacht. Ich sagte zu dir, dass ich alles dafür geben würde noch einmal deine Hand zu halten. Du hast meine Hand genommen und ich bin im Traum friedlich eingeschlafen.
Ich weiss, es ist egoistisch mir zu wünschen, du wärst noch hier. Denn es wäre nur noch dein Körper. Alles, was dich ausgemacht hat, wäre nach dem schweren Schlaganfall nicht mehr da gewesen. Das hättest du nicht gewollt und ich auch nicht. Trotzdem gibt es Momente, an denen ich mich einfach gerne zu dir aufs Bett legen und deine Hand halten möchte. So wie früher, wenn ich dich besucht habe. Wenn wir zusammen auf der Couch sassen, ich meinen Kopf auf deiner Schulter hatte und du meine Hand gehalten hast. Obwohl ich doch dafür eigentlich schon viel zu alt war.
Du warst und bist mein Ein und Alles und ich glaube, so eine Liebe und Verbundenheit werde ich erst wieder spüren, wenn ich selbst Mutter bin. Du und ich und dann lange erstmal keiner mehr. Dann kam M., aber das ist eine andere Liebe und eine andere Geschichte.
Seit drei Jahren sage ich jeden Abend zu deinem Foto ,Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh'. So wie wir es jeden Abend am Telefon gesagt haben.
Ich vermisse dich. Jeden Tag. Dein Lachen, deine Stimme. Wie du mit deinen Wollsocken auf der kleinen Couch gesessen hast und Äpfelchen für uns beide geschnitten hast.
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Das mag sein. Oberflächlich ist sie vernarbt. Nur eine Linie, etwas heller als meine Hautfarbe. Fällt kaum auf. Aber was keiner sieht, ist, dass sie sich nach innen gewannt und sich dort verästelt hat und sie nun in jeden Zentimeter meines Körpers vordringt.
All die Momente, in denen ich frech zu dir war, tun mir so unsagbar leid. Aber am schlimmsten tut mir leid, dass du damals den ganzen Weg mit dem Rollator zu mir in meine erste Wohnung kamst und ich dich angemotzt habe, dass du nicht vorher angerufen hast. Und das nur, weil ich mit meinem damaligen Freund noch wegfahren wollte. Ich kann nicht in Worte fassen, wie leid mir das tut. Du hast den ganzen Weg zu mir gemacht, obwohl es schon damals anstrengend für dich war und ich blöde Kuh meckere dich an. Und das wegen so einem blöden Typen, zu dem ich schon Jahre keinen Kontakt mehr habe.
Als ich dich am letzten Abend, als du noch bei Bewusstsein warst, besucht habe, wusste ich, dass du nicht mehr nach Hause kommst. Deine Nase und alles drumherum war ganz weiss und ich werde niemals die letzten Worte vergessen, die du zu mir gesagt hast. Niemals.
Eines Tages werde ich Wale in freier Wildbahn sehen, das Polarlicht und an die Baikalsee fahren. Für dich und mich. Für uns.
Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast. Du hast mich zu einem anständigen Menschen erzogen.
Gib den beiden Opas einen dicken Kuss von mir.
Gute Nacht, schlaf gut. Ich hab dich lieb, dicker Kuss, bis morgen früh!
Lied: Oma so lieb
Interpret: Heintje (Hey, ich wuchs bei meinen Grosseltern auf - NATÜRLICH kenn ich Heintje)
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
Ich habe die beste Oma,
die liebste von der Welt,
bei dir da darf ich alles,
wie es mir grad gefällt,
und schimpft dann meine Mutti ...
Ach du verwöhnst ihn doch,
dann lächelt Oma zärtlich
und sagt ich darf das doch.
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
In Omas kleinem Zimmer
sitz ich so gern bei ihr.
Sie weiss die schönsten Märchen,
und die erzählt sie mir.
Ich streichle ihre Hände
und schaut sie mich dann an
und fragt was ist mein Junge?
Sag ich ganz leise dann ...
Oma so lieb, Oma so nett,
ach wenn ich dich, meine Oma nicht hätt,
wär's auf der Welt
so traurig und leer,
denn eine Oma wie dich gibt's nie mehr.
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