Freiheit

Freiheit

Samstag, 6. September 2014

Du mußt das Leben nicht verstehen von R. M. Rilke


Du mußt das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und laß dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken läßt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.


Rainer Maria Rilke

Freitag, 5. September 2014

Freunde - wo seid ihr denn bloß? Hallo?!?!

Warum ist es heutzutage so schwer neue Leute kennenzulernen? Oder ist das nur bei mir der Fall? Ich weiß es nicht, aber früher fand ich es einfacher. In der Schule sowieso und auch danach, als ich in verschiedenen Läden gearbeitet habe, hatte ich weniger Probleme damit. Und ich bin genügsam. Ich brauche keine Horde Freunde um mich rum, aber ein paar wären schon ganz nett.

Ich hatte auch damals 1- 2 gute Freundinnen, mit denen ich einiges unternommen habe. Das hat genügt. Mehr brauchte ich nicht. Ich war nie ein Partymäuschen, aber wir sind ins Kino gegangen oder einfach nur etwas trinken. Die eine ist mittlerweile Mutter und die andere, tja, mir der ist leider gar nichts mehr los. 

Also habe ich überlegt selbst aktiv zu werden und eine Aktivität zum Kennenlernen für Frauen hier in meiner Umgebung online gestellt. Das hat mich schon Überwindung gekostet, das muss ich gestehen. Aber selbst über öffentliche Portale wie Facebook oder Apps wie Spontacts ist es gar nicht so einfach hier jemanden zu finden. Gut, ich lebe in einer Kleinstadt. Würde ich in einer Großstadt leben, wäre es vielleicht anders. 

Ich finde es nur so verwunderlich, dass es hier so schwer ist jemanden vor die Hütte zu locken. Liegt das hier an der Region? Sind einfach alle Leute hier seltsam (das würde zumindest erklären warum ich es bin)? Mischt uns jemand etwas ins Wasser? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es echt schwer ist die Leute in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu motivieren am Wochenende mal etwas anderes zu unternehmen, als zu Hause zu hocken. 

Ich verstehe es einfach nicht. Ich bekomme dann zu hören ,Ich hatte so Stress diese Woche'. Stress?!?! Hab ich noch nie gehört. Das Wort kenne ich gar nicht. Bist wohl die einzige Person, die daran leidet. 

Ich kann verstehen, wenn jemand mal zu k.o. ist, aber jede Woche?!?! Dann kann ich nur aus Erfahrung sagen, es wird Zeit sich ein paar ernste Gedanken über die gesamte Lebenssituation zu machen und nicht nur über den Stress. 

Auch finde ich es verwunderlich wie sehr Leute sich verändern, wenn sie in einer Beziehung sind (wenn Kinder da sind ganz zu schweigen). Zumindest in meinem Bekanntenkreis. Jetzt könnte natürlich kommen ,Du verstehst das nicht. Du bist ja Single.' Stimmt, ich bin momentan Single. Aber das heißt nicht, dass ich die letzten 35 Jahre im Elfenbeinturm eingeschlossen, fernab jedes männlichen Wesens, verbracht habe. Ich hatte schon Beziehungen!!! 

Und selbst bei der letzten Beziehung, einer Fernbeziehung, haben wir uns mit meinen Freundinnen zum Frühstück oder Abendessen verabredet und haben etwas unternommen und nicht nur zu Hause gehockt. Und wir hätten allen Grund dazu gehabt, da wir uns nur alle paar Wochen gesehen haben. 

Deswegen verstehe ich es nicht, wenn sie sagen ,mein Mann/Freund und ich sehen uns so selten und deswegen kann ich mich samstags und sonntags nicht anderweitig verabreden'.
Äh, hallo?!?! Ihr wohnt zusammen. Ihr seht euch JEDEN TAG! 

Wenn ich meinen Kolleginnen auf der Arbeit zuhöre, da klappt es doch auch. Und deren Freundinnen haben auch Beziehungen und sogar Kinder. Die fahren sogar einmal im Jahr zusammen in Urlaub! Ganz ohne Männer. Bei den meisten meiner Freundinnen nicht auszudenken. Das würde einem Super-Gau gleichkommen. Und es muss ja nicht gleich eine Woche sein. Einfach mal sonntags zusammen ins Kino oder was essen würde schon reichen. Wie gesagt, ich bin genügsam. 

Es ist, als hätten sie ihre eigene Identität bei Eingang der Beziehung abgegeben. Und das verstehe ich nicht. Kompromisse sind ja gut und schön, aber sich gleich ganz aufgeben?!?! 

Vielleicht werde ich mit zunehmendem Alter aber auch einfach nur immer verschrobener und sehe das alles ganz falsch. Und bin deswegen Single. Aber das glaube ich eigentlich nicht..... Denn fernab dieser Region hier funktioniert's ja auch. 



Nur mal kurz Hallo sagen

Leider bin ich seit gestern erkältet. War ich wohl doch nicht gut genug zu meinem Körper. Ich lerne ja noch wie ich das mache, damit mein Körper auch zufrieden ist.Und es geht halt nur schrittchenweise und langsam voran, wenn man, wie ich, jahrelang nur Schindluder mit seinem Körper betrieben hat. Obwohl es die natürlichste Sache der Welt sein sollte, gut zu mir selbst und zu meinem Körper zu sein, fällt es mir noch immer schwer dies umzusetzen.Und mir selbst Grenzen zu setzen und zu sagen ,Halt! Bis hierhin und nicht weiter'. 

Ich denke noch immer viel zu oft ,Ich muss aber doch...' ,Ich muss noch können, sonst......' etc etc. Daher habe ich mich heute auch zur Arbeit geschleppt. Und um ganz ehrlich zu sein, will ich der Kollegin auch nicht kampflos das Feld überlassen. Sie nutzt nämlich jede Gelegenheit, um sich in den Vordergrund zu stellen und mich zu übertrumpfen. Vielleicht ist auch dieser tägliche Kampf am Arbeitsplatz der Grund warum ich wieder öfter krank bzw. anfälliger für Erkältungen bin. Es nervt jedenfalls ganz gewaltig. Und ich gehe nur noch wirklich gern dahin, wenn sie nicht da ist. So wie letzte Woche. Da war ich zwar auch erkältet, aber ich hatte meine Ruhe. Hach, was war das schön. 

Jedenfalls liege ich nun hier, mit Triefnase, und mein ganzer Kopf tut weh (Nase, Kiefer, Zähne -einfach alles). Mein Chef hat mich nach Hause geschickt und so liege ich seit ca. 15.30 Uhr im Bett und hab geschlafen. Daher bin ich nun wach und weiß nichts mit mir anzufangen und so sage ich hier mal kurz Hallo!!

Heute habe ich mein T-Shirt von Freunde fürs Leben erhalten und ich bin nun auch offiziell eine Freundin fürs Leben. Ein schöner Gedanke :-) Es macht mir Freude mich dort zu engagieren, weil ich es für eine wirklich gute und wichtige Sache halte. Daher teile ich auch in Facebook unter meiner öffentlichen Seite Talejus World viele ihrer Beiträge. 

Ich habe heute dort auch einen Beitrag von Radio Sonnenklar gelesen, in dem sich eine Moderatorin mit Foto und einem Schild ,Ich habe Depressionen - Na und' selbst ,geoutet' und zu ihrer Krankheit bekannt hat. Und mit dem Aufruf, dass noch weitere Personen, die ebenfalls erkrankt sind, sich dazu entschließen sollen mit Foto und o.g. Satz zu fotografieren und dann ebenfalls online zu stellen. Ich muss sagen, das war sehr mutig. Dazu bin ich noch nicht bereit. Auch wenn viele aus meinem Umfeld es sich denken können, ganz so öffentlich machen möchte ich es nun doch noch nicht. 
Aber Hut ab vor den Leuten, die es getan haben.

Meine Familie, enge Freunde und auch meine engsten Arbeitskollegen wissen es. Das reicht mir erstmal. Und die Anderen sollen denken was sie wollen. Wenn ich soweit bin, werde ich mich auch dazu bekennen. 

So, nun habe ich doch wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte und jetzt versuche ich nochmal einzuschlafen. 

So schließe ich mit den Worten: 

Gute Nacht!!! 

Sonntag, 31. August 2014

Sei gut - zu Dir selbst

Was mir gut tut:


  • mich mit anderen Leuten treffen (und nicht tagelang allein in der Wohnung hocken)
  • draußen in der Natur zu sein, spazierenzugehen, zu walken oder ein Buch lesen
  • mutig zu sein und dadurch Ängste zu überwinden, z.B. alleine ins Fitness Studio gehen oder ins Kino
  • Eigeninitiative ergreifen, z.B. Anzeige schalten um Gleichgesinnte zu treffen. Sei es für Yoga, Lesen, gemeinsam in einem Cafe etwas trinken gehen, Kino etc. Dies kann man bei Facebook, als Aushang im Bürgerhaus, Supermarkt oder Rathaus, bei der App Spontacts
  • ab und an in die Sauna gehen (lass sie doch glotzen!!). Das entspannt und unterstützt das Immunsystem
  • zur Massage oder zum Friseur oder zur Kosmetikerin gehen. Wenn ich dort rausgehe, fühle ich mich gleich besser
  • meinen Blog schreiben
  • Yoga
  • mich zur Yogalehrer-Ausbildung angemeldet zu haben, obwohl ich dort niemanden kenne und alleine hingehe (mutig sein)
  • die Schweinis zu haben, die mir schon entgegen pfeifen, wenn ich abends heim komme
  • ab und an einen VHS Kurs, über ein Thema, das mich interessiert, zu besuchen 
  • kreativ sein. Auch wenn das was rauskommt wie das Werk einer 6jährigen aussieht
  • nicht zu oft allein sein
  • manchmal schon alleine zu sein, schludrig und total faul und einfach mal nichts tun
  • mehr und mehr lernen, was es bedeutet mich selbst wertzuschätzen und dieses umzusetzen (z.B. durch o.g. Dinge)
  • mir nichts mehr von anderen gefallen zu lassen

To be continued......


Sei gut zu deinem Körper, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen
(Heilige Teresa)

Samstag, 30. August 2014

Freunde fürs Leben - Website

Ihr Lieben,

Depressionen und häufig daraus erfolgte Suizide sind ein ernstes Thema, das aber leider kaum in der Öffentlichkeit thematisiert wird. In Deutschland ist Suizid die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen unter 25 Jahren. Was für eine erschreckende Nachricht! 

Ich bin eben zufällig auf diese Seite gestoßen:

http://www.frnd.de/depression/

Diese Seite Freunde fürs Leben liefert viele Infos über das Thema Depressionen und Suizid. Wenn ihr selbst betroffen seid oder Freunde habt, die betroffen sind, findet ihr dort Telefonnummern, an die ihr euch wenden könnt, wenn ihr nicht mit Eltern oder Freunden reden könnt bzw. wollt. 

Ich weiß, dass es nicht einfach ist sich selbst einzugestehen, dass man Hilfe benötigt. Ihr seid weder schwach, noch stellt ihr euch zimperlich an oder laßt euch hängen. Wenn ihr befürchtet an einer Depression erkrankt zu sein, weil das Leben für euch nicht mehr bunt ist, sondern grau und trist, dann sucht Hilfe und nehmt sie in Anspruch. Egal, ob es erstmal anonym über die Telefonseelsorge ist, bei Freunden oder einem Arzt/Ärztin, der/dem ihr vertraut. 

Ich selbst habe auch lange gezögert, um Hilfe zu suchen. Bis ich dann letztes Jahr im Juni gar nicht mehr anders konnte. Ich bin dann zu meiner Hausärztin gegangen, weil ich mit ihr schon immer sehr gut reden konnte. Obwohl ich dann erstmal auch nicht geredet, sondern nur noch geweint habe. 

Der Sturz war tief und der Aufprall noch viel härter. Ich lecke noch immer meine Wunden und versuche aus dem tiefen Loch herauszukommen. Es ist ein Kampf, aber es lohnt sich zu kämpfen, auch wenn es momentan vielleicht für euch nicht so aussieht. Sucht euch Hilfe! Das ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung. 

Wenn ihr Zahnschmerzen habt, geht ihr auch zum Zahnarzt. Bei psychischen Problemen geht man halt zum Therapeuten. 

Liebe Grüße und IHR SEID NICHT ALLEIN!!!



Am 10.09. ist Welt-Suizid-Präventionstag. Und ich nominiere hiermit JEDEN, der ein paar Euro im Monat entbehren kann, mitzuspenden. Ihr müsst euch dafür keinen Eimer mit Eiswasser überkippen, auch nicht dabei filmen und online stellen, sondern lediglich eine Überweisung oder am besten Dauerauftrag ausfüllen. 


Ich hab ein pulsierendes Leben von R. M. Rilke

“ Ich lieb ein pulsierendes Leben, 
das prickelt und schwellet und quillt, 
ein ewiges Senken und Heben, 
ein Sehnen, das niemals sich stillt.
Ein stetiges Wogen und Wagen 
auf schwanker, gefährlicher Bahn, 
von den Wellen des Glückes getragen
im leichten, gebrechlichen Kahn ….
Und senkt einst die Göttin die Waage, 
zerreißt sie, was mild sie gewebt, -
ich schließe die Augen und sage: 
Ich habe geliebt und gelebt! ”

— 
Rainer Maria Rilke

Freitag, 29. August 2014

Mein Traum (von einem Leben)

Vor ungefähr 2 Monaten fragte mich am Rande einer Konferenz jemand, was ich tun würde, wenn ich tun könne, was ich wolle. Ich sollte mal drüber nachdenken. 

Das musste ich gar nicht. Denn das weiß ich. Ich würde kündigen, meine sieben Sachen packen und die Welt bereisen. Arbeiten für Kost und Logis. Frei sein. Oder zumindest was ich mir unter Freiheit vorstelle.

Ich will nicht nur am Strand rumliegen und faulenzen, Nein, ich will auch arbeiten. In einem Magazin habe ich von einem Ehepaar gelesen, das auf einer karibischen Insel ein kleines Hotel aufgebaut hat und nun seit einigen Jahren führt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen dort zu arbeiten. Auch egal, wenn ich dort Betten beziehe, Geschirr wasche oder Kellnerin bin. Und dann nach 2-3 Monaten, je nach Visabestimmung, weiterziehe. 

Bisher lese ich nur viele Reiseberichte und bewundere die Autoren für ihren Mut. 
In dem Buch Journeyman von Fabius Sixtus Körner schreibt er über seine mehr als 2 Jahre andauernde ,Walz', obwohl er Grafikdesigner und Innenarchitekt ist. Wer gerne Reiseberichte liest, dem kann ich das Buch nur empfehlen. Ich saß auf meinem Balkon, las dieses Buch und fühlte mich glücklich und frei. Obwohl ich nur gelesen habe, setzte alleine die Vorstellung davon, wenn ich so etwas tun würde, Glücksgefühle bei mir frei. 

Aber ich traue mich nicht. So mit Erna im Schlepptau. Würde ja auch irgendwie blöd aussehen. Ich mit ner fast 90jährigen und ner Katze mit schweren Knochen unterwegs. 

Fakt ist leider, dass ich wirklich Angst davor habe. Mein Psychiater sagte gestern, dass wäre halt mein Krankheitsbild. Und wie immer, ich müsse Geduld haben. Aber ich will keine Geduld mehr haben. Ich will weg. Aber meine ängstliche Seite will hier in der Komfortzone bleiben, wo alles bekannt und ,,sicher" ist. 

Aber vielleicht ist die Angst auch begründet und ist gar nicht die krankhafte Angst, sondern die gute und hütet mich davor einen riesigen Fehler zu machen, indem ich hier alles übern Haufen werfe und gehe. Vielleicht bin ich schon auf dem richtigen Weg, dem der für mich passend ist. Und ich einfach nur eine falsche Vorstellung von mir habe. So mutig und kühn und die Welt erkundend. Ich bin nun mal leider keine motorradfahrende, toughe Lara Croft, die aus jeder brenzligen Situation unbeschadet herauskommt. 

Vielleicht sollte ich mich einfach damit zufriedengeben, womit sich die meisten anderen in meiner Umgebung auch zufriedengeben. Ein Partner, Häuschen mit Garten, morgens geht's zum Job, abends kommt man kaputt nach Hause, guckt zusammen fernsehen, ißt und geht gemeinsam zu Bett. Jeden Tag der gleiche 0815 Alltag. 1x im Jahr bricht man aus und fliegt zusammen in Urlaub. Am besten in ein Land, in dem alle Leute, die vom Tourismus leben, auch deutsch sprechen. 
Man ruiniert sich nebenbei die Gesundheit und wenn man zu Rentenbeginn endlich ,frei' ist, ist man oft körperlich und gesundheitlich nicht mehr in der Lage es zu genießen. Aber so ist das nun mal. Das Leben. (Wie gut, dass das jetzige nur der Probelauf ist. Das eigentliche, richtige Leben kommt ja erst noch). 
Das würde mir Sicherheit geben und vielleicht würde durch diese Sicherheit meine Angst verschwinden. 

Nur warum fühle ich mich, als wäre ich schon tot, wenn ich mir das nur vorstelle. Allein dieser Gedanke daran, dass das alles ist, was ich noch vom Leben zu erwarten habe, weckt in mir eine große Traurigkeit und Resignation. Das ist für mich Dahinvegetieren. Schlafwandeln und auf den Tod warten. 

Nur andererseits denke ich, nun sei mal nicht so überheblich und mach mal langsam. Es ist doch ok so ein Leben zu führen. Millionen Menschen leben so ein Leben und sind, zumindest augenscheinlich, zufrieden. Warum also du nicht. Denkst du, du bist etwas besseres? Hast was besseres verdient? Vielleicht verbringe ich einfach zuviel Zeit in meinen Tagträumen und sollte langsam realistisch werden. Das Leben ist halt kein Wunschkonzert. 

Wo kämen wir denn da hin..... Wenn jeder auf sein Herz hören würde, seinem inneren Wesen entsprechend lebt, so,wie es ihn zufrieden macht. Und nicht wie er andere zufrieden stellt. Seiner inneren positiven Stimme lauscht, dieser folgt und tatsächlich glücklich wäre. Wie viele arbeitslose Psychiater, Therapeuten und Pharmazeuten es dann gäbe. Die könnten sich dann bloß noch alle gegenseitig therapieren und Medikamente verteilen. Die Armen. 

Ich meine, natürlich will ich auch wieder einen Partner haben, gerne auch ein kleines gemütliches Häuschen mit Wildwuchsgarten, in dem meine zukünftigen Hunde tollen. Aber ich möchte jemanden, der mit mir die Welt bereist. Mit mir surfen geht. Yoga macht. Der mein verrücktes Gegenstück ist (nicht im psychologischen Sinn). 

Mein Traum von einem Mann wäre jemand wie der Extrem-Sportler Travis Pastrana. Der verrückte Stunts macht, Fallschirm springt und mich aus meinem Trott rausreißt (ja, ich weiß - wach auf, Dornröschen, WACH AAAUUUF!!!! Aber hey, es ist mein TRAUM!).

Man sagt, ,geh, wohin dein Herz dich führt'. Aber mein Herz spricht seit dem Kontaktabbruch mit M. nicht mehr mit mir und ich weiß nur auf Grund der gelegentlichen Herzrhythmusstörungen, dass es noch da ist. Und nu?

Warum bekam ich keinen Lebensplan mit in den Brutkasten gelegt? Auf dem mit verschieden farbigen Filzmarkern versehen wurde, wo ich wann abzubiegen und welchen Weg zu nehmen habe. Den Weg natürlich, der mich am zufriedensten macht. Wenn schon Plan, dann auch richtig. 

Um es mit den Worten von Hermann Hesse zu sagen:
„Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?“

Gute Frage. Warum ist es so schwer der inneren Stimme zu folgen. Wahrscheinlich, weil wir sie in unserem überlasteten Alltag gar nicht mehr hören. Oder hören wollen. Denn dieser zuzuhören und anzunehmen, ist nur mit noch mehr Arbeit verbunden. Arbeit, die uns aus dem Trott herausholt und zu dem Leben führt, das auch ein Leben ist. Eines, das gelebt wird und nicht geschlafwandelt. 

Ich vermute mal, um es wirklich rauszufinden und innerlich Frieden zu erlangen, werde ich es wohl darauf ankommen lassen müssen, Erna einpacken und mich auf die Reise begeben. 

Nächstes Jahr. Oder so.....

Lied Au revoir von Mark Forster feat. Sido

In diesem Haus, wo ich wohn
hier ist alles so gewohnt,
so zum Kotzen vertraut
man jeder Tag ist so gleich
ich zieh runden durch mein Teich
ich will nur noch hier raus

Ich brauch mehr Platz und frischen Wind
ich muss schnell wo anders hin
sonst wachs ich hier fest
Ich mach nen Kopfsprung durch die Tür
ich lass alles hinter mir
hab was großes im Visier
Ich komm nie zurück zu mir

Es gibt nichts was mich hält au Revoir
vergessen wer ich war,
vergess meinen Namen
Es wird nie mehr sein wie es war
ich bin weg Oh Oh (Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah
(Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah aaah aaah

Auf Wiedersehen, auf kein
Ich habe meine Sachen gepackt ich hau rein
Sonst wird das für mich immer nur diese Traum bleiben
Ich brauch Freiheit, ich geh auf Reisen
Ich mach alles das was ich verpasst hab
Fahr mit nem Gummiboot bis nach Alaska
Ich spring in Singapur in das kalte Wasser
Ich such das Weite und dann tank ich neue Kraft da

Ich sehe Orte von denen andere nie hörten
Ich fühl mich wie Humboldt oder Steve Irwin
Ich setze mich im Dschungel auf den Mayathron
Auf den Spuren von Messner, Indiana Jones
Der Phönix macht jetzt nen Abflug
Au Revoir meine Freunde machts gut
Ich sag dem alten Leben Tschüss
Affe tot Klappe zu,
wie die Kinder in Indien ich mach nen Schuh

Es gibt nichts was mich hält au Revoir
vergessen wer ich war,
vergess meinen Namen
Es wird nie mehr sein wie es war
ich bin weg Oh Oh (Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah
(Oh Oh) Au Revoir
(Oh Oh) Au Revoir aaah aaah aaah

Es gibt nichts was mich hält au Revoir, au Revoir, au Revoir
Es wird nie mehr sein wie es war
ich bin weg Oh Oh (Oh Oh) au Revoir
Au Revoir aaah
Au Revoir, Au Revoir aaah aaah aaah